Nachschlagewerk

Wissen & Ratgeber

Antworten auf häufige Fragen und Hintergrundwissen aus dem Alltag als mobiler DJ & Veranstaltungstechniker – praktisch für die Eventplanung und für alle, die es technisch genauer wissen wollen.

📋 Veranstaltungsplanung & Veranstalterwissen

Eine Veranstaltung zu organisieren bedeutet weit mehr, als eine Location zu buchen, Musik zu organisieren und Gäste einzuladen.

Ob Hochzeit, Geburtstag, Firmenfeier, Vereinsfest, Kirmes, Dorffest oder öffentliche Veranstaltung – als Veranstalter müssen zahlreiche organisatorische, technische und sicherheitsrelevante Punkte berücksichtigt werden.

Viele Probleme entstehen dabei nicht während der eigentlichen Veranstaltung, sondern bereits bei der Planung.

Fehlende Stromanschlüsse, zu wenig Platz für die Veranstaltungstechnik, blockierte Rettungswege oder ein fehlender Wetterschutz lassen sich häufig vermeiden, wenn die wichtigsten Fragen frühzeitig geklärt werden.

Gute Planung beginnt mit den richtigen Fragen

 

Bevor eine Veranstaltung geplant wird, sollten zunächst einige grundlegende Fragen beantwortet werden:

  • Wie viele Gäste werden erwartet?
  • Ist die Location für diese Personenzahl geeignet?
  • Welche Räumlichkeiten und Flächen stehen zur Verfügung?
  • Wo befinden sich Flucht- und Rettungswege?
  • Welche Stromversorgung ist vorhanden?
  • Wo können DJ, Band oder Veranstaltungstechnik aufgebaut werden?
  • Welche Ton- und Lichttechnik wird benötigt?
  • Wann kann mit dem Aufbau begonnen werden?
  • Gibt es Einschränkungen bei Lautstärke oder Veranstaltungsdauer?
  • Welche Vorgaben gelten beim Brandschutz?
  • Was passiert bei einer Open-Air-Veranstaltung bei schlechtem Wetter?
  • Sind Genehmigungen oder besondere Auflagen erforderlich?
  • Wer ist am Veranstaltungstag verantwortlich und Ansprechpartner?

Nicht jede dieser Fragen ist für jede Veranstaltung gleichermaßen wichtig.

Eine private Feier mit 30 Gästen stellt andere Anforderungen als ein öffentliches Vereinsfest mit mehreren hundert Besuchern.

Der Grundsatz bleibt jedoch derselbe:

Je größer und komplexer eine Veranstaltung wird, desto wichtiger wird eine strukturierte und frühzeitige Planung.


Verantwortung des Veranstalters

Bei einer Veranstaltung kommen häufig viele Beteiligte zusammen:

  • Veranstalter
  • Betreiber der Location
  • DJ oder Band
  • Veranstaltungstechniker
  • Catering
  • Fotografen
  • Dekorationsunternehmen
  • Sicherheitsdienst
  • Vereine und Helfer
  • weitere Dienstleister

Dabei sollte niemals automatisch davon ausgegangen werden, dass sich „schon jemand darum kümmern wird“.

Vor der Veranstaltung muss geklärt werden, wer für welchen Bereich verantwortlich ist.

Besonders bei sicherheitsrelevanten Themen wie Rettungswegen, Brandschutz, Stromversorgung oder Veranstaltungsaufbauten müssen die Zuständigkeiten eindeutig sein.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Veranstalter, Location und Dienstleistern verhindert Missverständnisse und erleichtert den gesamten Veranstaltungsablauf.


Die wichtigsten Bereiche der Veranstaltungsplanung

Location und Personenzahl

Die Location muss zur Art und Größe der Veranstaltung passen.

Neben der eigentlichen Raumgröße spielen beispielsweise Bestuhlung, Tanzfläche, Bühne, Toiletten, Zugänge und die zulässige Besucherzahl eine Rolle.

Mehr dazu:
→ Location und zulässige Personenzahl


Flucht- und Rettungswege

Notausgänge und Rettungswege gehören zu den wichtigsten Sicherheitsbereichen einer Veranstaltung.

Sie dürfen nicht durch Tische, Dekorationen, Lautsprecher, Technik oder andere Gegenstände blockiert werden.

Mehr dazu:
→ Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen


Brandschutz

Kerzen, Dekoration, elektrische Geräte, Nebelmaschinen und Veranstaltungstechnik können Auswirkungen auf den Brandschutz haben.

Deshalb sollten die Vorgaben der jeweiligen Location bereits vor der Veranstaltung bekannt sein.

Mehr dazu:
→ Brandschutz bei Veranstaltungen


Stromversorgung

Veranstaltungstechnik benötigt eine zuverlässige und ausreichend dimensionierte Stromversorgung.

Dabei reicht es nicht aus zu wissen, dass irgendwo eine Steckdose vorhanden ist.

Wichtig sind unter anderem vorhandene Stromkreise, Absicherung und die benötigte elektrische Leistung.

Mehr dazu:
→ Stromversorgung und Absicherung bei Veranstaltungen


DJ-Arbeitsplatz und Bühne

DJ, Band und Veranstaltungstechnik benötigen ausreichend Platz.

Der technische Bereich sollte deshalb bereits bei der Raumplanung berücksichtigt und nicht erst am Veranstaltungstag zwischen Tischen und Gästen untergebracht werden.

Mehr dazu:
→ Bühne und DJ-Arbeitsplatz richtig planen


Veranstaltungstechnik

Welche Ton- und Lichttechnik benötigt wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Anzahl der Gäste
  • Größe der Location
  • Raumakustik
  • Tanzfläche
  • Bühnenprogramm
  • Innen- oder Außenveranstaltung

Eine größere Anlage ist dabei nicht automatisch besser. Entscheidend ist eine zur Veranstaltung passende Dimensionierung.

Mehr dazu:
→ Anforderungen an die Veranstaltungstechnik


Aufbau und Logistik

Auch der Aufbau einer Veranstaltung muss geplant werden.

Dienstleister benötigen ausreichend Zeit und geeignete Möglichkeiten zum Be- und Entladen.

Besonders bei mehreren beteiligten Dienstleistern sollte der Aufbau sinnvoll koordiniert werden.

Mehr dazu:
→ Aufbau, Abbau und Veranstaltungslogistik


Open-Air-Veranstaltungen

Veranstaltungen im Freien stellen zusätzliche Anforderungen.

Neben der Stromversorgung und Beschallung müssen besonders Wind, Regen, Gewitter und Wetterschutz berücksichtigt werden.

Mehr dazu:
→ Open-Air-Veranstaltungen richtig planen


Wetter und Veranstaltungssicherheit

Bei Veranstaltungen im Freien sollte bereits vorher feststehen, was bei starken Regenfällen, Sturm oder Gewitter geschieht.

Ein Plan für schlechtes Wetter gehört deshalb genauso zur Veranstaltungsplanung wie Musik und Catering.

Mehr dazu:
→ Regen, Wind und Gewitter bei Veranstaltungen


Lautstärke und Lärmschutz

Nicht an jeder Location darf unbegrenzt laut oder unbegrenzt lange gefeiert werden.

Besonders bei Veranstaltungen in Wohngebieten und bei Open-Air-Veranstaltungen sollten mögliche Einschränkungen vorher geklärt werden.

Mehr dazu:
→ Lärmschutz und Lautstärke bei Veranstaltungen


Sicherheit und Erste Hilfe

Je nach Größe und Art einer Veranstaltung können zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sein.

Dazu gehören beispielsweise Erste Hilfe, Sanitätsdienst, Einlasskontrollen oder ein Sicherheits- und Ordnungsdienst.

Mehr dazu:
→ Sicherheit und Notfallplanung bei Veranstaltungen


Genehmigungen und Auflagen

Nicht jede Veranstaltung kann ohne weitere Abstimmung durchgeführt werden.

Je nach Veranstaltungsart, Veranstaltungsort und Größe können Genehmigungen, Anzeigen oder besondere Auflagen erforderlich sein.

Mehr dazu:
→ Genehmigungen und Behörden bei Veranstaltungen


GEMA und Musik

Bei öffentlichen Veranstaltungen sollte rechtzeitig geklärt werden, ob und durch wen die Musiknutzung angemeldet werden muss.

Private und öffentliche Veranstaltungen müssen dabei unterschiedlich betrachtet werden.

Mehr dazu:
→ GEMA bei Veranstaltungen


Versicherung und Haftung

Auch bei sorgfältiger Planung können Schäden oder Unfälle auftreten.

Veranstalter sollten deshalb prüfen, welche Versicherungen vorhanden sind und welche zusätzliche Absicherung für die geplante Veranstaltung sinnvoll ist.

Mehr dazu:
→ Versicherung und Haftung für Veranstalter


Kommunikation ist ein wichtiger Teil der Veranstaltungsplanung

Viele Schwierigkeiten lassen sich vermeiden, wenn die beteiligten Personen frühzeitig miteinander sprechen.

Der DJ sollte beispielsweise wissen:

  • wann er aufbauen kann,
  • wo sein Arbeitsplatz vorgesehen ist,
  • welche Stromversorgung vorhanden ist,
  • wie viele Gäste erwartet werden
  • und welche Programmpunkte geplant sind.

Das Gleiche gilt für Catering, Technik, Fotografen und weitere Dienstleister.

Je besser die Informationen vor der Veranstaltung abgestimmt werden, desto weniger improvisiert werden muss.


Nicht jede Veranstaltung benötigt den gleichen Aufwand

Eine kleine Familienfeier muss nicht wie ein großes Stadtfest geplant werden.

Trotzdem sollten auch bei kleineren Veranstaltungen einige grundlegende Dinge geklärt sein.

Mit zunehmender Gästezahl und Komplexität steigen jedoch auch die Anforderungen an:

  • Organisation
  • Sicherheit
  • Veranstaltungstechnik
  • Personal
  • Stromversorgung
  • Logistik
  • Genehmigungen
  • Notfallplanung

Deshalb sollte jede Veranstaltung individuell betrachtet werden.


Zusammenfassung

Eine professionelle Veranstaltungsplanung berücksichtigt nicht nur Musik, Essen und Dekoration.

Auch Location, Sicherheit, Stromversorgung, Veranstaltungstechnik, Logistik, Wetterschutz und klare Zuständigkeiten gehören dazu.

Wer sich frühzeitig mit diesen Themen beschäftigt und die beteiligten Dienstleister in die Planung einbezieht, schafft eine wichtige Grundlage für einen sicheren und reibungslosen Veranstaltungsablauf.

Gute Veranstaltungsplanung bedeutet deshalb vor allem: mögliche Probleme erkennen, bevor sie am Veranstaltungstag entstehen.


Checkliste für Veranstalter

⬇ Checkliste für Veranstalter

Zum Abschluss dieser Ratgeberreihe stellen wir zusätzlich eine ausführliche Checkliste für Veranstalter bereit.

Damit können die wichtigsten Punkte vor einer Veranstaltung Schritt für Schritt überprüft werden:

✓ Location
✓ Gästezahl
✓ Rettungswege
✓ Brandschutz
✓ Stromversorgung
✓ Veranstaltungstechnik
✓ DJ- und Bühnenbereich
✓ Auf- und Abbau
✓ Wetterschutz
✓ Lautstärke
✓ Sicherheit
✓ Genehmigungen
✓ Ansprechpartner
✓ Veranstaltungsablauf

Die Wahl der richtigen Location gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der Veranstaltungsplanung.

Dabei geht es nicht nur darum, ob ein Saal optisch gefällt oder genügend Tische hineinpassen. Eine Location muss zur Art der Veranstaltung, zur erwarteten Gästezahl und zum geplanten Aufbau passen.

Ein Raum kann auf den ersten Blick groß wirken und trotzdem für die gewünschte Veranstaltung ungeeignet sein.

Denn neben den Gästen benötigen auch Tanzfläche, Bühne, DJ, Veranstaltungstechnik, Catering, Laufwege sowie Flucht- und Rettungswege ausreichend Platz.

Wie viele Personen dürfen tatsächlich in eine Location?

Eine häufige Frage lautet:

„Wie viele Personen passen in den Raum?“

Die bessere Frage lautet jedoch:

„Für wie viele Personen ist dieser Raum bei der geplanten Nutzung zugelassen?“

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Die maximal zulässige Personenzahl darf nicht einfach dadurch bestimmt werden, wie viele Stühle oder Tische sich irgendwie im Raum unterbringen lassen.

Bei entsprechenden Versammlungsstätten können unter anderem folgende Faktoren ausschlaggebend sein:

  • genehmigte Nutzung der Location
  • Größe der Veranstaltungsfläche
  • Art der Bestuhlung
  • Anzahl und Breite der Ausgänge
  • Flucht- und Rettungswege
  • vorhandene Besucherplätze
  • Bühne oder Szenenfläche
  • Brandschutzkonzept
  • Bestuhlungs- und Rettungswegeplan

Für Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, darf die im genehmigten Bestuhlungs- und Rettungswegeplan festgelegte Zahl der Besucherplätze nicht überschritten werden. Auch die genehmigte Anordnung der Besucherplätze darf nicht einfach verändert werden.

„Der Saal ist für 200 Personen“ – aber für welche Veranstaltung?

Angaben wie:

„Bei uns passen 200 Personen rein.“

sollten Veranstalter genauer hinterfragen.

Denn entscheidend ist auch, wie der Raum genutzt wird.

200 Personen bei einer Veranstaltung mit Reihenbestuhlung benötigen eine andere Raumaufteilung als:

  • eine Hochzeit mit runden Tischen
  • ein Vereinsball mit Tanzfläche
  • ein Konzert mit Stehplätzen
  • eine Firmenveranstaltung mit Bühne
  • eine Veranstaltung mit Buffet
  • eine Diskothek oder Tanzveranstaltung

Deshalb sollte bei der Location immer gefragt werden:

Für welche Bestuhlungs- oder Nutzungsvariante gilt die angegebene Personenzahl?

Bestuhlung beeinflusst die mögliche Gästezahl

Tische und Stühle benötigen erheblich mehr Platz als reine Stehplätze.

Hinzu kommen Wege zwischen den Tischen, Bedienwege für das Catering und ausreichend Platz, damit Gäste ihre Plätze erreichen können.

Die Sächsische Versammlungsstättenverordnung verwendet – soweit sich aus den Bauvorlagen nichts anderes ergibt – unterschiedliche Berechnungsansätze. Für Sitzplätze an Tischen wird beispielsweise mit einem Besucher je Quadratmeter Grundfläche gerechnet, für Sitzplätze in Reihen mit zwei Besuchern je Quadratmeter. Für gewöhnliche Stehplatzbereiche sind mindestens zwei Besucher je Quadratmeter anzusetzen. Diese Werte dienen jedoch nicht dazu, als Veranstalter selbstständig eine höhere zulässige Besucherzahl festzulegen. Maßgeblich bleiben insbesondere die genehmigte Nutzung und vorhandene Planungen der Versammlungsstätte.

Beispiel: 100 m² bedeuten nicht automatisch 100 Gäste

Angenommen, ein Veranstaltungsraum besitzt eine Fläche von 100 m².

Davon werden beispielsweise benötigt für:

  • DJ und Technik
  • Tanzfläche
  • Buffet
  • Geschenketisch
  • Fotobox
  • Laufwege
  • Zugang zu Türen
  • weitere Veranstaltungsaufbauten

Damit stehen nicht automatisch die gesamten 100 m² für Tische und Gäste zur Verfügung.

Gerade bei Hochzeiten und Tanzveranstaltungen sollte deshalb nicht bis zum letzten Quadratmeter bestuhlt werden.

Eine Location kann theoretisch eine bestimmte Besucherzahl aufnehmen und sich bei dieser Belegung trotzdem sehr beengt anfühlen.

Tanzfläche von Anfang an berücksichtigen

Ein typischer Planungsfehler besteht darin, zuerst möglichst viele Tische aufzustellen und anschließend festzustellen:

Für die Tanzfläche ist kaum noch Platz.

Besonders bei Hochzeiten, Geburtstagen, Vereinsfeiern und Tanzveranstaltungen sollte die Tanzfläche deshalb bereits in der ersten Raumplanung berücksichtigt werden.

Sie sollte möglichst:

  • gut erreichbar sein,
  • vom DJ oder der Band einsehbar sein,
  • nicht in einem notwendigen Fluchtweg liegen,
  • ausreichend Bewegungsfreiheit bieten
  • und nicht vollständig von Tischen eingeengt werden.

Eine gut platzierte Tanzfläche beeinflusst später auch die Atmosphäre einer Veranstaltung erheblich.

Platz für DJ, Band und Veranstaltungstechnik

Auch Veranstaltungstechnik benötigt Fläche.

Dazu können gehören:

  • DJ-Pult
  • Lautsprecher
  • Subwoofer
  • Lichtstative
  • Traversen
  • Moving Heads
  • Effektgeräte
  • Kabelwege
  • Technikcases
  • Bühne oder Podeste

Dieser Platz sollte bereits vor der endgültigen Tischplanung eingeplant werden.

Die Aussage:

„Der DJ findet dort vorne bestimmt noch irgendwo Platz.“

führt in der Praxis häufig zu schlechten Lösungen.

DJ oder Band sollten weder einen Notausgang versperren noch mitten in einem notwendigen Laufweg aufgebaut werden.

Bühne oder Szenenfläche berücksichtigen

Ist eine Bühne vorgesehen, reduziert diese ebenfalls die für Besucher nutzbare Fläche.

Zusätzlich können vor und neben der Bühne Flächen erforderlich sein für:

  • Lautsprecher
  • Lichttechnik
  • Treppen oder Bühnenzugänge
  • Moderation
  • Künstler
  • Instrumente
  • Sicherheitsabstände

Deshalb sollte die Größe einer Bühne bereits bei der Auswahl der Location berücksichtigt werden und nicht erst kurz vor der Veranstaltung.

Flucht- und Rettungswege bestimmen die Kapazität mit

Eine große Grundfläche allein reicht nicht aus.

Menschen müssen die Location im Gefahrenfall auch sicher verlassen können.

Deshalb spielen Anzahl, Lage und Breite der Rettungswege eine entscheidende Rolle.

Für bestimmte Versammlungsstätten in Sachsen wird die erforderliche Rettungswegbreite nach der größtmöglichen Personenzahl bemessen. Rettungswege innerhalb einer Versammlungsstätte müssen während des Betriebes ständig freigehalten werden.

Das bedeutet auch:

Ein zusätzlicher Tisch darf niemals wichtiger sein als ein notwendiger Rettungsweg.

Das Thema behandeln wir ausführlicher im Kapitel:

→ Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen

Ab wann gilt die Versammlungsstättenverordnung?

In Sachsen gilt die Sächsische Versammlungsstättenverordnung unter anderem für Versammlungsstätten mit einzelnen Versammlungsräumen, die mehr als 200 Besucher fassen.

Sie kann ebenfalls greifen, wenn mehrere Versammlungsräume zusammen mehr als 200 Besucher fassen und gemeinsame Rettungswege besitzen.

Für bestimmte Versammlungsstätten im Freien gelten wiederum andere Schwellenwerte.

Wichtig:

Das bedeutet nicht, dass bei Veranstaltungen mit weniger als 200 Personen keine Sicherheits- oder baurechtlichen Anforderungen bestehen.

Auch kleinere Veranstaltungsräume unterliegen anderen Vorschriften und der für sie genehmigten Nutzung.

Außerhalb Sachsens gelten die jeweiligen Vorschriften des betreffenden Bundeslandes.

Veranstalter sollten die zulässige Personenzahl erfragen

Vor der Buchung einer Location empfiehlt es sich, konkret nachzufragen:

  • Wie hoch ist die maximal zulässige Besucherzahl?
  • Für welche Nutzungsart gilt diese Zahl?
  • Gibt es einen Bestuhlungsplan?
  • Gibt es unterschiedliche Pläne für verschiedene Veranstaltungen?
  • Welche Flächen sind für Bühne und Technik vorgesehen?
  • Wo befindet sich die Tanzfläche?
  • Welche Bereiche müssen freigehalten werden?
  • Wo befinden sich die Notausgänge?
  • Gibt es Einschränkungen bei der Raumgestaltung?

Bei größeren Veranstaltungen sollte man sich nicht ausschließlich auf eine mündliche Aussage verlassen.

Bestuhlungsplan nicht eigenmächtig verändern

Wenn für eine Versammlungsstätte ein genehmigter Bestuhlungs- und Rettungswegeplan vorgeschrieben ist, darf dessen genehmigte Besucherzahl nicht überschritten und die festgelegte Anordnung nicht beliebig verändert werden. Sind verschiedene Nutzungsvarianten vorgesehen, können dafür unterschiedliche Pläne erforderlich sein.

Das kann beispielsweise verschiedene Varianten betreffen:

  • Reihenbestuhlung
  • Tischbestuhlung
  • Bankett
  • Stehplatzveranstaltung
  • Veranstaltung mit Bühne

Deshalb sollte bei größeren Locations immer geklärt werden, welcher Plan für die konkrete Veranstaltung gilt.

Nicht nur an die maximale Gästezahl denken

Die maximale Kapazität einer Location sollte nicht automatisch das Ziel der Planung sein.

Ein Saal, der offiziell für eine bestimmte Besucherzahl geeignet ist, kann bei maximaler Belegung trotzdem für die gewünschte Veranstaltung unkomfortabel werden.

Eine Hochzeit benötigt beispielsweise zusätzlich Platz für:

  • Tanzfläche
  • DJ
  • Hochzeitstisch
  • Geschenketisch
  • Hochzeitstorte
  • Buffet
  • Fotobox
  • Kinderbereich
  • Dekoration

Bei Vereins- oder Firmenveranstaltungen können wiederum Bühnen, Präsentationstechnik oder zusätzliche Technikflächen erforderlich sein.

Deshalb gilt:

Nicht fragen, wie viele Menschen maximal hineinpassen – sondern wie viele Menschen dort sinnvoll feiern können.

Zufahrt und Aufbau gehören ebenfalls zur Location

Eine Location sollte außerdem aus Sicht der beteiligten Dienstleister betrachtet werden.

Wichtige Fragen sind:

  • Können Transportfahrzeuge bis zur Location fahren?
  • Gibt es einen geeigneten Ladebereich?
  • Wie weit ist der Transportweg?
  • Gibt es Treppen?
  • Ist ein Aufzug vorhanden?
  • Sind Türen breit genug für größere Technik?
  • Wann ist der Raum für den Aufbau zugänglich?
  • Gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten?

Ein wunderschöner Veranstaltungssaal im dritten Stock kann für umfangreiche Veranstaltungstechnik beispielsweise einen erheblich höheren Aufbauaufwand verursachen als eine ebenerdig erreichbare Location.

Toiletten und Barrierefreiheit

Auch diese Punkte gehören zur Auswahl einer geeigneten Veranstaltungsstätte.

Veranstalter sollten unter anderem berücksichtigen:

  • ausreichende sanitäre Einrichtungen
  • barrierefreie Zugänge
  • Stellplätze für Rollstuhlnutzer
  • geeignete Wege innerhalb der Location
  • erreichbare Toiletten
  • Parkmöglichkeiten

Besonders bei Veranstaltungen mit älteren Gästen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität sollte dieser Bereich frühzeitig berücksichtigt werden.

Typische Fehler bei der Auswahl einer Location

In der Praxis lassen sich viele Probleme auf wenige typische Planungsfehler zurückführen:

Zu viele Gäste für den Raum
Der Saal wird bis an seine Kapazitätsgrenze geplant.

Keine Tanzfläche eingeplant
Nach dem Aufstellen der Tische bleibt kaum Platz zum Tanzen.

DJ und Technik vergessen
Die Technik soll anschließend irgendwo zwischen den Tischen Platz finden.

Notausgänge zugestellt
Dekoration, Tische oder Technik befinden sich vor notwendigen Ausgängen.

Nur die Quadratmeter betrachtet
Rettungswege, Bestuhlung und genehmigte Nutzung werden nicht berücksichtigt.

Aufbauwege nicht geprüft
Erst beim Aufbau wird festgestellt, dass Technik über enge Treppen oder lange Wege transportiert werden muss.

Keine Schlechtwetteralternative
Bei teilweise draußen geplanten Veranstaltungen existiert kein ausreichend großer Innenbereich.

Checkliste: Ist die Location geeignet?

⬇ Checkliste Location

Vor der Buchung sollten Veranstalter folgende Punkte prüfen:

✓ Zulässige Personenzahl bekannt
✓ Gästezahl passt zur Location
✓ Nutzungsart berücksichtigt
✓ Bestuhlungsplan vorhanden bzw. geklärt
✓ Ausreichend Platz zwischen den Tischen
✓ Tanzfläche eingeplant
✓ Platz für DJ oder Band vorhanden
✓ Bühne berücksichtigt
✓ Veranstaltungstechnik eingeplant
✓ Flucht- und Rettungswege frei
✓ Notausgänge bekannt
✓ Toiletten ausreichend vorhanden
✓ Barrierefreiheit berücksichtigt
✓ Zufahrt für Dienstleister möglich
✓ Be- und Entladen geklärt
✓ Parkmöglichkeiten vorhanden
✓ Aufbauzeiten bekannt
✓ Außenbereiche und Wetterschutz geklärt

Fazit

Die richtige Location wird nicht ausschließlich nach Aussehen, Preis oder maximaler Besucherzahl ausgewählt.

Entscheidend ist, ob sie für die konkrete Veranstaltung geeignet und zugelassen ist.

Tische, Gäste, Tanzfläche, DJ, Veranstaltungstechnik, Catering und notwendige Verkehrs- und Rettungswege müssen gemeinsam betrachtet werden.

Dabei sollte eine Location nicht möglichst voll geplant werden.

Eine gute Veranstaltung benötigt nicht nur genügend Plätze für Gäste, sondern auch genügend Platz zum Feiern, Arbeiten und sicheren Verlassen der Location.

Flucht- und Rettungswege gehören zu den wichtigsten Sicherheitsbereichen einer Veranstaltung.

Im normalen Veranstaltungsbetrieb werden sie häufig kaum wahrgenommen. Im Notfall können sie jedoch entscheidend dafür sein, dass Gäste, Mitarbeiter und Dienstleister eine Location schnell und sicher verlassen können.

Deshalb gilt ein einfacher Grundsatz:

Flucht- und Rettungswege müssen von der Planung über den Aufbau bis zum Ende der Veranstaltung berücksichtigt und freigehalten werden.

Was sind Flucht- und Rettungswege?

Vereinfacht gesagt ermöglichen Fluchtwege Personen, einen Gefahrenbereich selbstständig zu verlassen.

Rettungswege dienen darüber hinaus der sicheren Rettung und können Bestandteil der baurechtlich festgelegten Wege aus einem Gebäude sein.

Zu den Rettungswegen einer Versammlungsstätte gehören beispielsweise:

  • Gänge zwischen Besucherbereichen
  • Ausgänge aus Veranstaltungsräumen
  • notwendige Flure
  • Treppen und Treppenräume
  • Notausgänge
  • Ausgänge ins Freie
  • Außentreppen
  • bestimmte Balkone oder Dachterrassen
  • Rettungswege außerhalb des Gebäudes auf dem Grundstück

Bei Versammlungsstätten in Sachsen müssen die Rettungswege letztlich ins Freie zu öffentlichen Verkehrsflächen führen.

Rettungswege müssen jederzeit frei bleiben

Einer der wichtigsten Punkte für Veranstalter lautet:

Ein Rettungsweg ist keine zusätzliche Stellfläche.

In der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung ist ausdrücklich festgelegt, dass Rettungswege innerhalb der Versammlungsstätte ständig freigehalten werden müssen. Auch Rettungswege auf dem Grundstück sowie Zufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst müssen frei bleiben.

Das gilt nicht erst, wenn die Veranstaltung begonnen hat.

Bereits während des Aufbaus sollte darauf geachtet werden.

Was hat in einem Rettungsweg nichts zu suchen?

Typische Beispiele sind:

  • Tische und Stühle
  • Getränkekisten
  • leere Verpackungen
  • Transportwagen
  • Flightcases
  • Lautsprecher
  • Subwoofer
  • Lichtstative
  • Traversen
  • DJ-Technik
  • Dekoration
  • Garderobenständer
  • Catering-Ausrüstung
  • Fotoboxen
  • mobile Bars

Auch Dinge, die vermeintlich „nur kurz“ dort stehen, können im entscheidenden Moment zum Hindernis werden.

Der Klassiker: „Da kommt doch noch jeder vorbei“

Diese Aussage ist bei Veranstaltungen problematisch.

Im normalen Betrieb kann ein schmaler Durchgang ausreichend erscheinen, weil einzelne Gäste nacheinander daran vorbeigehen.

Eine Gefahrensituation ist jedoch etwas anderes.

Wenn viele Menschen gleichzeitig einen Bereich verlassen möchten, können selbst kleinere Hindernisse den Personenstrom erheblich beeinträchtigen.

Deshalb sollte nicht gefragt werden:

„Kommt man da noch irgendwie durch?“

Sondern:

„Ist der vorgesehene Rettungsweg vollständig und in der erforderlichen Breite nutzbar?“

Notausgänge dürfen nicht zugestellt werden

Besonders kritisch sind Gegenstände unmittelbar vor Notausgängen.

Ein zusätzlicher Tisch, ein Lautsprecherstativ oder ein Technikcase darf niemals einen notwendigen Ausgang blockieren.

Die DGUV weist für Veranstaltungen ausdrücklich darauf hin, dass Flucht- und Rettungswege jederzeit in voller Breite begehbar und Notausgänge nicht zugestellt sein müssen.

Das betrifft sowohl die Innenseite als auch den Bereich außerhalb des Ausgangs.

Denn es hilft wenig, wenn eine Notausgangstür geöffnet werden kann, dahinter aber beispielsweise:

  • ein Fahrzeug,
  • ein Anhänger,
  • Material,
  • Absperrgitter
  • oder andere Hindernisse

den weiteren Weg versperren.

Türen müssen im Notfall funktionieren

Notausgangstüren müssen sich im Gefahrenfall schnell benutzen lassen.

Für entsprechende Versammlungsstätten in Sachsen gilt unter anderem:

  • Türen in Rettungswegen müssen in Fluchtrichtung aufschlagen.
  • Sie dürfen keine Schwellen haben.
  • Während sich Personen in der Versammlungsstätte befinden, müssen sie von innen leicht geöffnet werden können.
  • Die erforderliche Öffnungsbreite muss zur Verfügung stehen.
  • Während des Betriebes müssen Türen von Rettungswegen unverschlossen sein.

Eine abgeschlossene Notausgangstür ist deshalb keine Kleinigkeit.

„Der Schlüssel hängt an der Bar“ reicht nicht

Im Notfall muss ein Ausgang unmittelbar nutzbar sein.

Es darf nicht erst:

  • ein Schlüssel gesucht,
  • ein Verantwortlicher gerufen,
  • ein Möbelstück verschoben
  • oder eine Absperrung entfernt

werden müssen.

Gerade vor Veranstaltungsbeginn sollte deshalb kontrolliert werden, ob die vorgesehenen Ausgänge tatsächlich nutzbar sind.

Rettungswege müssen erkennbar sein

Gäste kennen eine Location häufig nicht.

Im Gefahrenfall orientieren sie sich deshalb an vorhandenen Kennzeichnungen und der Sicherheitsbeleuchtung.

Bei Versammlungsstätten in Sachsen müssen Ausgänge und Rettungswege dauerhaft und gut sichtbar durch Sicherheitszeichen gekennzeichnet sein.

Diese Kennzeichnungen dürfen nicht durch:

  • Dekoration
  • Banner
  • Vorhänge
  • Lautsprecher
  • Leinwände
  • Messestände
  • Beleuchtungstechnik

verdeckt werden.

Sicherheitsbeleuchtung nicht unterschätzen

Was passiert, wenn während einer Veranstaltung der normale Strom ausfällt?

In einem dunklen Veranstaltungssaal mit vielen Menschen kann fehlende Orientierung schnell problematisch werden.

Bei entsprechenden Versammlungsstätten ist deshalb eine Sicherheitsbeleuchtung vorgeschrieben. Sie soll unter anderem gewährleisten, dass sich Besucher, Mitwirkende und Beschäftigte auch bei Ausfall der normalen Beleuchtung bis zu öffentlichen Verkehrsflächen orientieren können.

Veranstalter sollten vorhandene Not- und Sicherheitsbeleuchtung deshalb niemals:

  • abdecken,
  • ausschalten,
  • durch Dekoration verdecken
  • oder durch eigene Aufbauten beeinträchtigen.

Wie viele Rettungswege werden benötigt?

Das lässt sich nicht pauschal nur anhand der Gästezahl beantworten.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Größe der Location
  • genehmigte Nutzung
  • Geschoss
  • Besucherzahl
  • Raumaufteilung
  • Länge der Rettungswege
  • vorhandene Ausgänge
  • Breite der Ausgänge
  • Bestuhlung
  • bauliche Gegebenheiten

Für Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, sind beispielsweise grundsätzlich mindestens zwei voneinander unabhängige bauliche Rettungswege für Geschosse mit Aufenthaltsräumen vorgesehen.

Versammlungsräume und sonstige Aufenthaltsräume mit mehr als 100 m² Grundfläche benötigen dort mindestens zwei möglichst weit auseinander und entgegengesetzt liegende Ausgänge ins Freie oder zu Rettungswegen.

Diese Angaben dürfen jedoch nicht dazu verwendet werden, als Veranstalter selbst eine baurechtliche Planung vorzunehmen.

Maßgeblich sind die genehmigte Nutzung, die konkrete Veranstaltungsstätte und die dafür geltenden Vorschriften.

Wie lang darf ein Rettungsweg sein?

Auch die Länge eines Rettungsweges ist geregelt.

Für entsprechende Versammlungsstätten in Sachsen darf beispielsweise die Entfernung von einem Besucherplatz zum nächsten Ausgang aus einem Versammlungsraum grundsätzlich nicht länger als 30 Meter sein.

Unter bestimmten baulichen Voraussetzungen sind Abweichungen beziehungsweise größere Entfernungen möglich. Die Berechnung erfolgt nach den konkreten Vorgaben der Verordnung.

Für Veranstalter ist allerdings weniger wichtig, selbst Entfernungen zu berechnen.

Viel wichtiger ist:

Die vorhandene und genehmigte Rettungswegführung darf durch den Veranstaltungsaufbau nicht verschlechtert werden.

Bestuhlung und Rettungswege gehören zusammen

Eine Raumplanung kann nicht unabhängig von den Rettungswegen erfolgen.

Wer zusätzliche Tische oder Sitzreihen aufstellt, verändert möglicherweise:

  • Gangbreiten
  • Laufwege
  • Zugänge
  • Erreichbarkeit von Ausgängen
  • Personenkapazität

Bei größeren beziehungsweise entsprechend geregelten Versammlungsstätten darf deshalb nicht einfach von einem genehmigten Bestuhlungs- und Rettungswegeplan abgewichen werden.

Das behandeln wir auch im Kapitel:

→ Location und zulässige Personenzahl

DJ und Veranstaltungstechnik richtig positionieren

Gerade beim Aufbau von Veranstaltungstechnik entstehen schnell Konflikte mit notwendigen Verkehrs- oder Rettungswegen.

Typische Beispiele:

Lautsprecher vor dem Ausgang

Der Standort ist akustisch günstig, befindet sich aber teilweise vor einer Tür.

Lichtstativ im Gang

Für die Lichtshow wäre der Standort ideal, reduziert jedoch die nutzbare Gangbreite.

Kabel quer über einen notwendigen Weg

Gäste müssen über Leitungen steigen oder können darüber stolpern.

DJ-Pult vor einer selten benutzten Tür

Die Tür wird während einer normalen Veranstaltung kaum benötigt und deshalb fälschlicherweise als freie Stellfläche betrachtet.

Deshalb sollte bereits vor dem Aufbau bekannt sein:

Welche Türen, Gänge und Flächen müssen zwingend frei bleiben?

Kabel in Fluchtwegen

Kabelwege verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Ton-, Licht- und Stromleitungen sollten möglichst so geführt werden, dass sie Rettungswege überhaupt nicht kreuzen.

Wenn Leitungen unvermeidbar in Verkehrsbereichen geführt werden müssen, sind geeignete Maßnahmen erforderlich, damit keine gefährlichen Stolperstellen entstehen und die sichere Begehbarkeit gewährleistet bleibt.

Für Versammlungsstätten verschiedener Veranstaltungsarten sieht die sächsische Regelung zudem bauliche Vorkehrungen für vorübergehend verlegte Kabel und Leitungen vor, die insbesondere die sichere Begehbarkeit der Rettungswege gewährleisten sollen.

Auch der Weg außerhalb der Location zählt

Die Planung darf nicht an der Notausgangstür enden.

Personen müssen nach dem Verlassen eines Gebäudes weiter in einen sicheren Bereich gelangen können.

Deshalb sollten auch Außenbereiche kontrolliert werden.

Problematisch können beispielsweise sein:

  • parkende Fahrzeuge
  • Transporter von Dienstleistern
  • Anhänger
  • Müllcontainer
  • Zäune
  • Absperrungen
  • Getränkekisten
  • mobile Toiletten
  • Schnee oder Eis
  • aufgeweichte Wege
  • technische Aufbauten

Besonders Feuerwehrzufahrten und Bewegungsflächen für Einsatzkräfte müssen frei bleiben.

Open-Air-Veranstaltungen

Auch bei Veranstaltungen im Freien müssen geeignete Wege vorhanden sein.

Dabei können zusätzliche Probleme auftreten:

  • Bauzäune
  • Absperrgitter
  • Verkaufsstände
  • Festzelte
  • Kabelbrücken
  • Fahrzeuge
  • Menschenansammlungen
  • unbefestigte Wege

Ein Gelände sollte deshalb nicht nur danach geplant werden, wo Bühne, Getränkewagen und Gäste stehen sollen.

Es muss ebenfalls geklärt werden:

Wie verlassen Menschen das Gelände im Notfall und wie erreichen Einsatzkräfte die Veranstaltungsfläche?

Menschen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigen

Nicht jeder Gast kann Treppen oder längere Wege gleich schnell bewältigen.

Bei der Planung müssen deshalb auch Menschen mit Behinderungen berücksichtigt werden.

Die DGUV empfiehlt ausdrücklich Vorkehrungen für die Information und Evakuierung von Menschen mit Behinderungen, beispielsweise durch geeignete Kommunikation, Hilfsmittel und entsprechend unterwiesene Personen.

Bei größeren Veranstaltungen gehört dieser Punkt deshalb in die Notfallplanung.

Wer kontrolliert die Rettungswege?

Vor Veranstaltungsbeginn sollte eindeutig geklärt sein, wer die relevanten Bereiche überprüft.

Je nach Veranstaltung und Location können daran beispielsweise beteiligt sein:

  • Betreiber der Veranstaltungsstätte
  • Veranstalter
  • Veranstaltungsleitung
  • Verantwortliche für Veranstaltungstechnik
  • Sicherheitsdienst
  • Brandsicherheitswache
  • weitere beauftragte Personen

Bei Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, trägt der Betreiber grundsätzlich Verantwortung für die Sicherheit der Veranstaltung und die Einhaltung der Vorschriften. Bestimmte Verpflichtungen können unter den dort genannten Voraussetzungen schriftlich auf den Veranstalter übertragen werden; die Verantwortung des Betreibers bleibt dabei unberührt.

Kontrolle unmittelbar vor dem Einlass

Eine einfache Begehung vor Veranstaltungsbeginn kann viele Probleme verhindern.

Dabei sollte kontrolliert werden:

✓ Sind alle notwendigen Flucht- und Rettungswege frei?

✓ Sind die erforderlichen Ausgänge frei zugänglich?

✓ Lassen sich die Türen öffnen?

✓ Sind vorgeschriebene Rettungswegtüren unverschlossen?

✓ Sind Fluchtwegkennzeichnungen sichtbar?

✓ Ist die Sicherheitsbeleuchtung funktionsfähig beziehungsweise nicht verdeckt?

✓ Stehen keine Tische oder Stühle in notwendigen Wegen?

✓ Blockiert keine Veranstaltungstechnik einen Ausgang?

✓ Sind Kabel sicher geführt?

✓ Sind die Wege außerhalb der Notausgänge frei?

✓ Sind Feuerwehrzufahrten und erforderliche Aufstellflächen frei?

Während der Veranstaltung weiter kontrollieren

Ein Rettungsweg, der beim Einlass frei war, kann zwei Stunden später trotzdem blockiert sein.

Beispielsweise durch:

  • abgestellte Stühle
  • leere Getränkekisten
  • Kinderwagen
  • Taschen
  • zusätzliche Stehtische
  • Lieferungen
  • Transportwagen
  • Technikcases

Deshalb reicht eine einmalige Kontrolle nicht immer aus.

Bei größeren Veranstaltungen sollte die freie Nutzbarkeit wichtiger Rettungswege auch während des Betriebs im Blick behalten werden.

Typische Fehler

„Der Notausgang wird sowieso nicht gebraucht“

Gerade dafür ist er da: für Situationen, in denen der normale Ausgang möglicherweise nicht ausreicht.

Technik vor dem Ausgang

Auch ein Lautsprecher oder Lichtstativ kann die nutzbare Breite eines Ausgangs reduzieren.

Getränkekisten im Flur

Flure werden häufig als praktische Lagerfläche benutzt. Befindet sich dort jedoch ein notwendiger Rettungsweg, darf dessen Funktion nicht beeinträchtigt werden.

Türen abgeschlossen

Eine Rettungswegtür muss im Notfall entsprechend den geltenden Anforderungen sofort nutzbar sein.

Notausgangsschild verdeckt

Dekoration oder Technik wird direkt vor einer Kennzeichnung aufgebaut.

Fluchtweg draußen blockiert

Die Tür ist frei, aber unmittelbar davor steht der Transporter eines Dienstleisters.

Zu viele zusätzliche Tische

Die ursprünglich geplanten Verkehrs- und Rettungswege werden immer schmaler.

Checkliste: Flucht- und Rettungswege

⬇ Download Flucht- und Rettungswege

Vor Veranstaltungsbeginn sollte geprüft werden:

✓ Rettungswege der Location bekannt
✓ Notausgänge bekannt
✓ Rettungswege vollständig freigehalten
✓ Vorgeschriebene Breiten nicht eingeschränkt
✓ Notausgangstüren frei zugänglich
✓ Türen entsprechend den Vorgaben nutzbar und unverschlossen
✓ Rettungswegkennzeichnungen sichtbar
✓ Sicherheitsbeleuchtung nicht verdeckt
✓ Keine Technik in notwendigen Rettungswegen
✓ Keine Möbel oder Dekoration vor Ausgängen
✓ Kabel sicher verlegt
✓ Außenbereiche hinter Notausgängen frei
✓ Feuerwehrzufahrt frei
✓ Sammelplatz beziehungsweise Notfallorganisation bekannt
✓ Verantwortliche Personen informiert
✓ Kontrolle vor Gästeeinlass durchgeführt

Fazit

Flucht- und Rettungswege sind keine Flächen, die nur für den theoretischen Notfall vorgesehen sind.

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltungssicherheit und müssen während der gesamten Veranstaltung nutzbar bleiben.

Dabei geht es nicht darum, Gäste mit Sicherheitsvorschriften zu beschäftigen.

Im Idealfall nehmen Besucher die meisten dieser Maßnahmen überhaupt nicht bewusst wahr.

Gute Veranstaltungssicherheit funktioniert im Hintergrund – ist aber genau dann vorhanden, wenn sie gebraucht wird.

Und deshalb gilt:

Kein Tisch, kein Lautsprecher, keine Dekoration und kein zusätzlicher Gast ist wichtiger als ein funktionierender Flucht- und Rettungsweg.

Brandschutz gehört zu den wichtigsten Bereichen der Veranstaltungsplanung.

Viele mögliche Brandgefahren entstehen dabei nicht erst während der Veranstaltung, sondern bereits durch den Aufbau, Dekorationen, elektrische Geräte oder besondere Effekte.

Deshalb sollte bereits vor Veranstaltungsbeginn geklärt werden:

Welche Brandschutzvorgaben gelten in der Location und welche zusätzlichen Gefahren entstehen durch die geplante Veranstaltung?

Brandschutz beginnt vor dem ersten Gast

Zu einer Veranstaltung gehören häufig:

  • Veranstaltungstechnik
  • Beleuchtung
  • Dekoration
  • Kerzen
  • Catering
  • elektrische Geräte
  • Nebelmaschinen oder Hazer
  • Bühnenaufbauten
  • möglicherweise pyrotechnische oder andere Showeffekte

Jeder dieser Bereiche kann Auswirkungen auf den Brandschutz haben.

Deshalb sollte der Brandschutz nicht erst kurz vor Veranstaltungsbeginn kontrolliert werden, sondern bereits Teil der Planung sein.

Wo befinden sich die Feuerlöscher?

Veranstalter sollten vor Beginn der Veranstaltung wissen:

  • Wo befinden sich Feuerlöscher?
  • Welche Löschmittel sind vorhanden?
  • Sind die Feuerlöscher frei zugänglich?
  • Sind sie gut sichtbar?
  • Sind sie durch Dekoration oder Veranstaltungstechnik verdeckt?
  • Wissen verantwortliche Personen, wo sie sich befinden?

In Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, müssen Versammlungsräume, Bühnen, Foyers, Werkstätten, Magazine, Lagerräume und notwendige Flure mit geeigneten Feuerlöschern in ausreichender Zahl ausgestattet sein. Die Feuerlöscher müssen gut sichtbar und leicht zugänglich angebracht sein.

Deshalb gilt:

Ein Feuerlöscher hinter einem DJ-Pult, Vorhang oder Dekorationselement ist im Notfall möglicherweise nicht schnell genug erreichbar.

Feuerlöscher niemals zustellen

Typische Gegenstände vor Feuerlöschern sind:

  • Flightcases
  • Getränkekisten
  • Stehtische
  • Garderoben
  • Dekoration
  • Lautsprecher
  • Cateringwagen
  • Verpackungsmaterial

Gerade während des Aufbaus passiert das schnell.

Vor dem Einlass sollte deshalb kontrolliert werden, ob alle vorgesehenen Feuerlöscheinrichtungen frei zugänglich sind.

Welcher Feuerlöscher für welchen Brand?

Nicht jedes Löschmittel eignet sich für jeden Brand.

Grundsätzlich existieren unterschiedliche Brandklassen, beispielsweise für:

  • feste Stoffe
  • flüssige oder flüssig werdende Stoffe
  • Gase
  • Metalle
  • Speiseöle und Speisefette

Veranstalter sollten jedoch nicht versuchen, anhand einer einfachen Internetliste selbst die komplette Feuerlöscherplanung einer Location festzulegen.

Welche Feuerlöscher erforderlich sind, hängt von den vorhandenen Gefährdungen und der jeweiligen Veranstaltungsstätte ab.

Wichtig ist vielmehr:

Vorhandene Feuerlöscher müssen geeignet, erreichbar und einsatzbereit sein.

Dekoration kann zur Brandgefahr werden

Dekoration gehört bei Hochzeiten, Firmenfeiern, Vereinsfesten und anderen Veranstaltungen selbstverständlich dazu.

Trotzdem darf nicht jedes Material überall verwendet werden.

In entsprechenden Versammlungsstätten in Sachsen müssen Ausschmückungen grundsätzlich mindestens schwerentflammbar sein. In notwendigen Fluren und notwendigen Treppenräumen müssen Ausschmückungen aus nicht brennbarem Material bestehen. Natürlicher Pflanzenschmuck muss frisch sein.

Problematisch können beispielsweise sein:

  • trockene Zweige
  • trockenes Heu oder Stroh
  • Papierdekoration
  • Kunststofffolien
  • leicht entzündliche Stoffbahnen
  • trockene Weihnachtsdekoration
  • künstliche Pflanzen
  • leicht brennbare Girlanden

Deshalb sollte vor umfangreichen Dekorationen immer mit der Location abgestimmt werden, welche Materialien zulässig sind.

Dekoration nicht über Wärmequellen hängen

Auch eigentlich geeignete Materialien können gefährlich werden, wenn sie zu nahe an einer Wärme- oder Zündquelle angebracht werden.

Die Sächsische Versammlungsstättenverordnung verlangt bei den von ihr erfassten Versammlungsstätten, dass Materialien von Zündquellen wie Scheinwerfern und Heizstrahlern so weit entfernt bleiben, dass sie nicht unzulässig erwärmt oder entzündet werden können.

Das betrifft beispielsweise:

  • Scheinwerfer
  • Heizstrahler
  • Heizpilze
  • offene Flammen
  • heiße Oberflächen
  • bestimmte Bühneneffekte

Auch moderne LED-Technik kann Wärme erzeugen.

Deshalb sollten Dekorationen nicht direkt über oder unmittelbar an technischen Geräten befestigt werden, wenn der Hersteller oder die jeweilige Situation dies nicht zulässt.

Freihängende Dekoration

Auch die Positionierung von Dekoration kann geregelt sein.

Für die von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfassten Veranstaltungsstätten dürfen frei im Raum hängende Ausschmückungen grundsätzlich nur verwendet werden, wenn sie mindestens 2,50 Meter Abstand zum Fußboden haben.

Damit soll unter anderem verhindert werden, dass Dekorationen Rettungswege oder Personen gefährden.

Kerzen bei Veranstaltungen

Kerzen gehören besonders bei Hochzeiten und festlichen Veranstaltungen häufig zur Tischdekoration.

Für entsprechende Versammlungsstätten in Sachsen erlaubt die Versammlungsstättenverordnung Kerzen und ähnliche Lichtquellen als Tischdekoration, wenn eine geeignete Unterlage und Befestigung vorhanden sind.

Trotzdem sollte zusätzlich immer geklärt werden, ob die jeweilige Location Kerzen überhaupt erlaubt.

Viele Locations haben eigene strengere Hausregeln.

Eine sichere Kerze sollte:

  • standsicher stehen,
  • nicht leicht umgestoßen werden können,
  • Abstand zu brennbarer Dekoration haben,
  • auf einer geeigneten Unterlage stehen
  • und nicht unbeaufsichtigt an gefährlichen Stellen eingesetzt werden.

Offenes Feuer ist nicht automatisch erlaubt

Offenes Feuer stellt eine deutlich höhere Gefährdung dar.

In Versammlungsräumen, auf Bühnen und Szenenflächen sowie in Sportstadien, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, ist die Verwendung von offenem Feuer, brennbaren Flüssigkeiten und Gasen sowie pyrotechnischen Gegenständen grundsätzlich verboten. Ausnahmen können möglich sein, wenn dies für die Veranstaltung erforderlich ist und die notwendigen Brandschutzmaßnahmen im Einzelfall mit der örtlichen Brandschutzbehörde abgestimmt wurden.

Deshalb sollte niemals einfach davon ausgegangen werden:

„Das haben wir letztes Jahr auch gemacht.“

Entscheidend ist die aktuelle Veranstaltung und die konkrete Genehmigungs- und Gefährdungssituation.

Pyrotechnik und besondere Showeffekte

Pyrotechnik gehört nicht in die Kategorie:

„Das probieren wir einfach mal aus.“

Für pyrotechnische Effekte gelten zusätzliche sprengstoffrechtliche und brandschutztechnische Anforderungen.

Bei entsprechenden Veranstaltungen kann eine Abstimmung mit:

  • Betreiber
  • Veranstalter
  • Brandschutzbehörde
  • Feuerwehr
  • verantwortlichen Veranstaltungstechnikern
  • entsprechend qualifizierten Personen

erforderlich sein.

Bei den von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfassten Veranstaltungen muss die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände durch eine nach Sprengstoffrecht geeignete Person überwacht werden.

Nebelmaschine und Hazer

Nebelmaschinen und Hazer erzeugen keinen Brand, können aber erhebliche Auswirkungen auf vorhandene Brandmeldeanlagen haben.

Je nach verwendeter Brandmeldetechnik kann künstlicher Nebel einen Alarm auslösen.

Deshalb muss vor dem Einsatz geklärt werden:

  • Gibt es eine automatische Brandmeldeanlage?
  • Welche Melder sind verbaut?
  • Darf Nebel oder Haze verwendet werden?
  • Welche Bereiche dürfen vernebelt werden?
  • Müssen besondere organisatorische Maßnahmen getroffen werden?

Die DGUV weist ausdrücklich darauf hin, dass der Einsatz von Bühnennebel in Bereichen mit automatischen Brandmeldern abgestimmt werden muss. Werden Melder wegen des Nebeleinsatzes außer Betrieb genommen, sind gleichwertige Ersatzmaßnahmen erforderlich und die Anlage muss anschließend wieder ordnungsgemäß aktiviert werden.

Deshalb besonders wichtig:

Ein DJ oder Veranstalter sollte niemals eigenmächtig eine Brandmeldeanlage deaktivieren.

„Wir kleben den Rauchmelder einfach ab“

Das ist keine akzeptable Lösung.

Das Abdecken, Entfernen oder eigenmächtige Abschalten sicherheitsrelevanter Einrichtungen kann Menschen gefährden und erhebliche rechtliche Konsequenzen haben.

Wenn Nebel oder Haze eingesetzt werden soll, muss dies vorher mit dem Verantwortlichen der Location abgestimmt werden.

Nebel darf Rettungswege nicht unsichtbar machen

Auch unabhängig von Brandmeldern kann zu viel Nebel problematisch werden.

Die DGUV verlangt bei der Gefährdungsbeurteilung von Nebeleffekten besondere Aufmerksamkeit für Treppen, Absturzstellen, Fluchtwege und Notausgänge.

Eine Lichtshow darf deshalb nicht dazu führen, dass Gäste:

  • Notausgänge nicht mehr erkennen,
  • Treppenstufen übersehen,
  • Hindernisse nicht sehen
  • oder die Orientierung verlieren.

Weniger Nebel kann deshalb sicherer und gleichzeitig optisch wirkungsvoller sein als ein vollständig vernebelter Raum.

Brandmeldeanlagen nicht eigenmächtig verändern

Eine vorhandene Brandmeldeanlage ist Bestandteil des Sicherheitskonzeptes einer Location.

Soll eine automatische Brandmeldeanlage wegen der Art einer Veranstaltung verändert oder zeitweise abgeschaltet werden, gelten hierfür klare Anforderungen.

Die Sächsische Versammlungsstättenverordnung sieht bei entsprechenden Versammlungsstätten eine Abschaltung nur vor, wenn dies aufgrund der Art der Veranstaltung begründet ist und die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen im Einzelfall mit der örtlichen Brandschutzbehörde abgestimmt wurden.

Daraus folgt für Veranstalter und DJs:

Niemals selbst an Brandmeldern oder der Brandmeldeanlage manipulieren.

Lagerung von brennbarem Material

Auch Verpackungsmaterial kann während einer Veranstaltung zur Brandlast werden.

Nach dem Aufbau bleiben häufig übrig:

  • Kartons
  • Folien
  • Verpackungen
  • Dekorationsmaterial
  • leere Kisten
  • Verbrauchsmaterial

Diese Dinge sollten nicht einfach hinter Bühnen, in Fluren oder neben Technik gestapelt werden.

Bei entsprechenden Versammlungsstätten dürfen brennbare Materialien und insbesondere Packmaterial nur in dafür vorgesehenen Bereichen beziehungsweise Magazinen aufbewahrt werden.

Veranstaltungstechnik und Brandschutz

Auch Ton- und Lichttechnik muss so aufgebaut werden, dass keine unnötige Brandgefahr entsteht.

Zu beachten sind unter anderem:

  • Geräte nicht abdecken
  • Lüftungsöffnungen freihalten
  • ausreichende Abstände einhalten
  • beschädigte Kabel nicht verwenden
  • keine überlasteten Mehrfachsteckdosen
  • geeignete Stromverteilung verwenden
  • Netzteile nicht unter leicht brennbarer Dekoration verstecken
  • heiße Geräte nicht unmittelbar neben brennbaren Materialien aufstellen

Der elektrische Brandschutz hängt deshalb eng mit dem nächsten Themenbereich zusammen:

→ Stromversorgung und elektrische Sicherheit bei Veranstaltungen

Mehrfachsteckdosen nicht beliebig hintereinander stecken

Eine typische Fehlerquelle bei Veranstaltungen ist die improvisierte Stromverteilung.

Mehrfachsteckdosen werden hintereinandergeschaltet und immer weitere Geräte angeschlossen.

Dadurch können Leitungen oder Steckverbindungen überlastet werden.

Besonders leistungsstarke Verbraucher wie:

  • Heizgeräte
  • Kaffeemaschinen
  • Wasserkocher
  • Warmhaltegeräte
  • größere Lichttechnik
  • leistungsstarke Tonanlagen

sollten bei der Stromplanung berücksichtigt werden.

Die Stromversorgung behandeln wir deshalb ausführlich in einem eigenen Kapitel.

Brandschutztüren müssen funktionieren

Brandschutz- und Rauchschutztüren erfüllen eine wichtige Aufgabe.

Sie sollen im Brandfall verhindern beziehungsweise verzögern, dass sich Feuer und Rauch schnell in andere Gebäudebereiche ausbreiten.

Deshalb dürfen entsprechende Türen nicht einfach mit:

  • Keilen
  • Stühlen
  • Kabeln
  • Getränkekisten

dauerhaft offen gehalten werden, wenn dies ihre vorgesehene Funktion außer Kraft setzt.

Auch hier gilt:

Komfort darf eine Sicherheitseinrichtung nicht wirkungslos machen.

Rettungswege und Brandschutz gehören zusammen

Ein Brand wird besonders gefährlich, wenn Menschen das Gebäude nicht schnell verlassen können.

Deshalb gehören Brandschutz und Rettungswege unmittelbar zusammen.

Bei jedem Aufbau sollte darauf geachtet werden:

  • Feuerlöscher frei
  • Notausgänge frei
  • Rettungswege frei
  • Sicherheitsbeleuchtung sichtbar
  • keine brennbaren Materialien in notwendigen Wegen
  • keine technischen Aufbauten vor Ausgängen

Mehr dazu:

→ Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen

Wann wird eine Brandsicherheitswache benötigt?

Nicht jede Veranstaltung benötigt automatisch eine Brandsicherheitswache.

Sie kann jedoch bei erhöhten Brandgefahren erforderlich sein.

Für Veranstaltungen in den von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfassten Einrichtungen muss der Betreiber bei erhöhten Brandgefahren eine Brandsicherheitswache einrichten. Bei Veranstaltungen auf Großbühnen sowie Szenenflächen mit mehr als 200 m² ist grundsätzlich eine Brandsicherheitswache vorgesehen; unter bestimmten Voraussetzungen können entsprechend ausgebildete eigene Kräfte eingesetzt werden.

Auch das Sächsische Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz sieht eine Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen vor, wenn ein erhöhtes Brandrisiko besteht oder bei einem Brand eine größere Zahl von Personen gefährdet wäre. Solche Veranstaltungen sind rechtzeitig der Gemeinde anzuzeigen.

Ob eine Brandsicherheitswache erforderlich ist, sollte deshalb bei entsprechenden Veranstaltungen frühzeitig mit den zuständigen Stellen geklärt werden.

Brandschutzordnung und Räumungsplanung

Bei größeren beziehungsweise entsprechend geregelten Versammlungsstätten können eine Brandschutzordnung und ein Räumungskonzept erforderlich sein.

Die Sächsische Versammlungsstättenverordnung verlangt für die von ihr erfassten Einrichtungen eine mit der örtlichen Brandschutzbehörde abgestimmte Brandschutzordnung. Bei Versammlungsstätten für mehr als 1.000 Besucher müssen die Maßnahmen für eine schnelle und geordnete Räumung grundsätzlich gesondert in einem Räumungskonzept dargestellt werden, sofern sie nicht bereits Bestandteil eines Sicherheitskonzeptes sind.

Für Veranstalter bedeutet das:

Bei größeren Veranstaltungen sollte der Brandschutz nicht nur aus einem Feuerlöscher bestehen, sondern Bestandteil der gesamten Sicherheitsorganisation sein.

Typische Fehler beim Brandschutz

Feuerlöscher zugestellt

Flightcases oder Dekoration stehen vor Feuerlöscheinrichtungen.

Trockene Dekoration verwendet

Stroh, Papier, trockenes Pflanzenmaterial oder andere leicht brennbare Materialien werden ungeprüft eingesetzt.

Kerzen zu nah an Dekoration

Stoffe, Servietten oder Blumenschmuck befinden sich unmittelbar an offenen Flammen.

Hazer ohne Rücksprache eingeschaltet

Die Brandmeldeanlage reagiert auf den künstlichen Nebel.

Rauchmelder abgeklebt

Eine sicherheitsrelevante Einrichtung wird eigenmächtig außer Betrieb gesetzt.

Brandschutztür mit Keil offengehalten

Die vorgesehene Schutzfunktion der Tür wird beeinträchtigt.

Kartons hinter der Bühne gelagert

Verpackungsmaterial erhöht unnötig die Brandlast.

Stromversorgung improvisiert

Zu viele Verbraucher werden ungeplant an denselben Stromkreis angeschlossen.

Pyrotechnik ohne vorherige Abstimmung

Besondere Effekte werden geplant, ohne Betreiber und zuständige Stellen einzubeziehen.

Checkliste: Brandschutz bei Veranstaltungen

⬇ Download Brandschutz bei Veranstaltungen

Vor Veranstaltungsbeginn sollte mindestens geprüft werden:

✓ Brandschutzvorgaben der Location bekannt
✓ Ansprechpartner der Location bekannt
✓ Feuerlöscher vorhanden
✓ Feuerlöscher frei zugänglich
✓ Feuerlöscher nicht durch Dekoration verdeckt
✓ Flucht- und Rettungswege frei
✓ Notausgänge frei
✓ Brandschutz- und Rauchschutztüren nicht blockiert
✓ Dekoration mit Location abgestimmt
✓ Brennbare Materialien von Wärmequellen entfernt
✓ Kerzen und offenes Feuer geklärt
✓ Nebelmaschine oder Hazer genehmigt beziehungsweise abgestimmt
✓ Auswirkungen auf die Brandmeldeanlage geklärt
✓ Brandmelder nicht manipuliert
✓ Verpackungsmaterial sicher gelagert oder entfernt
✓ Elektrische Geräte sicher aufgestellt
✓ Lüftungsöffnungen technischer Geräte frei
✓ Stromversorgung geprüft
✓ Pyrotechnik oder besondere Effekte vorher abgestimmt
✓ Erfordernis einer Brandsicherheitswache geprüft
✓ Verantwortliche Personen über Brandschutzmaßnahmen informiert

Fazit

Brandschutz bei Veranstaltungen bedeutet nicht, dass auf Atmosphäre, Dekoration oder moderne Veranstaltungstechnik verzichtet werden muss.

Entscheidend ist, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und die geplanten Maßnahmen mit Betreiber, Location und gegebenenfalls den zuständigen Stellen abzustimmen.

Viele Probleme lassen sich bereits mit einfachen Maßnahmen vermeiden:

Feuerlöscher freihalten, Rettungswege nicht blockieren, Dekoration sorgfältig auswählen, technische Geräte sicher betreiben und besondere Effekte vorher abstimmen.

Denn guter Brandschutz fällt den Gästen normalerweise kaum auf.

Im Ernstfall kann eine vorher richtig getroffene Entscheidung jedoch entscheidend sein.

Ohne Strom funktioniert bei den meisten Veranstaltungen kaum etwas.

DJ-Technik, Lautsprecher, Lichtanlage, Catering, Kühlgeräte, Kaffeemaschinen, Fotoboxen, Heizgeräte und weitere Verbraucher benötigen elektrische Energie.

Genau deshalb gehört die Stromversorgung bereits in die Veranstaltungsplanung und nicht erst in den Aufbau am Veranstaltungstag.

Denn eine der häufigsten Aussagen lautet:

„Steckdosen sind genügend vorhanden.“

Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl der Steckdosen, sondern:

Wie viele Stromkreise stehen tatsächlich zur Verfügung, wie sind sie abgesichert und welche Leistung kann sicher genutzt werden?


Warum die Anzahl der Steckdosen wenig aussagt

In einem Veranstaltungsraum können beispielsweise zehn Steckdosen vorhanden sein.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass zehn unabhängig belastbare Stromkreise vorhanden sind.

Mehrere Steckdosen können am selben Stromkreis hängen.

Werden daran gleichzeitig leistungsstarke Verbraucher angeschlossen, kann die Absicherung auslösen oder es können Steckverbindungen und Leitungen unnötig stark belastet werden.

Deshalb sollte vor größeren Veranstaltungen geklärt werden:

  • Welche Stromkreise sind vorhanden?
  • Wie sind diese abgesichert?
  • Welche Steckdosen gehören zum gleichen Stromkreis?
  • Gibt es separate Stromkreise für Veranstaltungstechnik?
  • Gibt es CEE-Anschlüsse?
  • Wo befindet sich die Unterverteilung?
  • Wer ist Ansprechpartner bei technischen Problemen?

Was bedeutet 230 Volt und 16 Ampere?

Viele normale Steckdosen werden mit 230 Volt betrieben.

Ist ein Stromkreis beispielsweise mit 16 Ampere abgesichert, ergibt sich rechnerisch:

230 V × 16 A = 3.680 W

Das sind theoretisch rund 3,68 kW.

Dieser Wert sollte jedoch nicht einfach als garantiert verfügbare Dauerleistung einer beliebigen Steckdose betrachtet werden.

Denn entscheidend sind unter anderem:

  • tatsächliche Absicherung
  • Leitungsquerschnitt
  • Leitungslänge
  • Installation der Location
  • Zustand der Steckverbindungen
  • angeschlossene weitere Verbraucher
  • Einschaltströme
  • Umgebungstemperatur
  • verwendete Verlängerungsleitungen und Verteiler

Deshalb gilt:

Nicht einfach Verbraucherleistungen addieren und den Stromkreis bis zur rechnerischen Grenze ausreizen.


Eine Steckdose ist nicht automatisch ein eigener Stromkreis

Das ist besonders wichtig.

Beispielsweise können sich:

  • Steckdose hinter dem DJ
  • Steckdose an der Bar
  • Steckdose neben der Bühne
  • Steckdose im Nebenraum

trotz räumlicher Entfernung auf demselben Stromkreis befinden.

Genau deshalb sollte bei technisch umfangreicheren Veranstaltungen die Stromversorgung vorher mit der Location beziehungsweise einer fachkundigen Person geklärt werden.


Veranstaltungstechnik und Catering möglichst trennen

Ein klassisches Problem bei Veranstaltungen ist die gemeinsame Nutzung eines Stromkreises.

Beispielsweise laufen daran:

  • DJ-Technik
  • Lichttechnik
  • Kühlschrank
  • Kaffeemaschine
  • Wasserkocher
  • Warmhaltegerät

Dann wird während der Veranstaltung Kaffee gekocht – und plötzlich ist der Strom weg.

Deshalb sollten leistungsstarke Verbraucher und Veranstaltungstechnik möglichst sinnvoll auf geeignete Stromkreise verteilt werden.

Besonders Cateringgeräte können hohe Leistungen benötigen.

Typische leistungsstarke Verbraucher sind beispielsweise:

  • Kaffeemaschinen
  • Wasserkocher
  • Heizgeräte
  • Warmhaltegeräte
  • Elektrogrills
  • Küchengeräte
  • Heizstrahler

Ihre Versorgung sollte deshalb bereits vor Veranstaltungsbeginn berücksichtigt werden.


Ton und Licht sinnvoll verteilen

Auch innerhalb der Veranstaltungstechnik kann eine Aufteilung sinnvoll sein.

Je nach Größe der Anlage können beispielsweise getrennte Stromkreise vorgesehen werden für:

  • Tontechnik
  • Lichttechnik
  • Effekte
  • Bühne
  • DJ-Technik
  • Videotechnik

Wie eine konkrete Anlage aufgeteilt werden muss, gehört allerdings in die Hände einer entsprechend fachkundigen Person.

Veranstalter müssen keine elektrotechnische Berechnung durchführen.

Sie sollten aber frühzeitig mitteilen können:

Welche Technik soll angeschlossen werden und welche Stromversorgung steht zur Verfügung?


CEE-Anschlüsse bei größeren Veranstaltungen

Bei größeren Veranstaltungen reicht eine gewöhnliche Schuko-Stromversorgung unter Umständen nicht aus.

Dann kommen häufig CEE-Anschlüsse zum Einsatz.

Typische Größen sind:

  • CEE 16 A
  • CEE 32 A
  • CEE 63 A
  • bei großen Produktionen auch höhere Leistungen

Bei einem dreiphasigen 400-Volt-Anschluss ergeben sich rechnerisch ungefähr folgende Gesamtleistungen bei idealisierten Bedingungen:

CEE 16 A → ca. 11 kW

CEE 32 A → ca. 22 kW

CEE 63 A → ca. 44 kW

Diese Werte sind lediglich rechnerische Größen.

Welche Leistung tatsächlich genutzt werden kann, hängt unter anderem von der vorhandenen Installation, Vorsicherung, Verteilung, Belastung der einzelnen Phasen und den angeschlossenen Verbrauchern ab.

CEE bedeutet deshalb nicht: anschließen und einfach alles einschalten.


Stromverteiler gehören in fachkundige Hände

Bei größeren Anschlüssen wird die elektrische Energie über geeignete Stromverteiler auf einzelne Stromkreise verteilt.

Dabei spielen unter anderem eine Rolle:

  • Leitungsschutz
  • Fehlerstromschutz
  • Phasenverteilung
  • Schutzleiter
  • Leitungsdimensionierung
  • Steckverbindungen
  • Selektivität
  • angeschlossene Lasten
  • Umgebungsbedingungen

Die DGUV stellt ausdrücklich klar, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instandgehalten werden dürfen. Für Veranstaltungstechnik verweist die aktuelle DGUV Information 215-310 zudem auf die erforderliche elektrotechnische Fachkompetenz.

Für Veranstalter bedeutet das:

Verteiler nicht öffnen, Sicherungen nicht verändern und elektrische Anlagen nicht improvisiert umbauen.


FI/RCD – Schutz bei Fehlerströmen

Ein wichtiger Bestandteil moderner elektrischer Schutzmaßnahmen sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen.

Sie werden häufig als:

FI-Schalter

bezeichnet. Die technische Bezeichnung lautet:

RCD – Residual Current Device.

Ein RCD erkennt bestimmte Fehlerströme und kann den betroffenen Stromkreis abschalten.

Welche RCD-Ausführung und welcher Bemessungsdifferenzstrom erforderlich sind, hängt allerdings von Anlage, Einsatzbereich und angeschlossenen Geräten ab.

Das sollte nicht nach dem Prinzip entschieden werden:

„Da ist irgendein FI drin, also passt das.“

Gerade bei größeren mobilen Stromverteilungen und speziellen elektrischen Verbrauchern muss die Schutzmaßnahme zur Anlage passen.


Sicherungsautomat und FI sind nicht dasselbe

Dieser Unterschied ist wichtig.

Ein Leitungsschutzschalter schützt insbesondere Leitungen vor unzulässiger Überlastung und Kurzschluss.

Ein RCD/FI dient dem zusätzlichen Schutz gegen bestimmte Fehlerströme.

Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Deshalb ersetzt ein FI-Schalter nicht automatisch eine passende Überstromabsicherung – und eine Sicherung ersetzt keinen erforderlichen Fehlerstromschutz.


Sicherungen niemals einfach größer machen

Wenn während einer Veranstaltung ständig eine Sicherung auslöst, lautet die Lösung nicht:

„Dann brauchen wir einfach eine größere Sicherung.“

Das Auslösen kann auf:

  • Überlastung
  • Kurzschluss
  • Fehlerstrom
  • defekte Geräte
  • ungeeignete Verteilung
  • andere technische Probleme

hinweisen.

Die Ursache muss festgestellt werden.

Sicherungen, Leitungsschutzschalter oder Schutzeinrichtungen dürfen nicht eigenmächtig verändert oder überbrückt werden.


Elektrische Geräte müssen sicher sein

Nicht nur die feste Elektroinstallation einer Location muss sicher sein.

Auch die angeschlossenen Geräte und Leitungen müssen sich in einem sicheren Zustand befinden.

Die DGUV Information 215-310 verlangt unabhängig von festgelegten Prüffristen vor jeder Veranstaltung beziehungsweise Produktion eine Sichtkontrolle mobil verwendeter elektrischer Betriebsmittel. Dabei sind insbesondere der mechanische Zustand sowie Anschluss- und Verlängerungsleitungen zu kontrollieren. Erkennbare sicherheitsrelevante Schäden schließen die weitere Verwendung aus.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Lautsprecher
  • Scheinwerfer
  • Lichtsteuerungen
  • DJ-Technik
  • Videotechnik
  • Verlängerungsleitungen
  • Steckvorrichtungen
  • Stromverteiler
  • Effektgeräte

Beschädigte Kabel gehören nicht auf eine Veranstaltung

Vor dem Aufbau sollte deshalb auf offensichtliche Schäden geachtet werden.

Beispiele:

  • beschädigte Isolierung
  • gequetschte Leitungen
  • freiliegende Adern
  • beschädigte Stecker
  • gebrochene Gehäuse
  • verschmorte Steckverbindungen
  • lose Kontakte

Ein Kabel wird nicht dadurch wieder sicher, dass beschädigte Stellen schnell mit irgendeinem Klebeband umwickelt werden.

Bei sicherheitsrelevanten Schäden gilt:

Aus dem Betrieb nehmen und fachgerecht prüfen beziehungsweise instand setzen lassen.


Wiederkehrende Prüfungen

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen außerdem entsprechend den geltenden Anforderungen geprüft werden.

Die DGUV Vorschrift 3 verlangt, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel in ordnungsgemäßem Zustand betrieben und entsprechende Prüfungen durchgeführt werden. Die konkreten Prüffristen ergeben sich unter anderem aus Einsatzbedingungen und Gefährdungsbeurteilung.

Deshalb sollte professionelle Veranstaltungstechnik regelmäßig entsprechend der für sie geltenden Vorgaben geprüft werden.

Eine Prüfplakette ersetzt dabei nicht den gesunden Menschenverstand:

Ist ein Kabel offensichtlich beschädigt, wird es nicht weiterverwendet, nur weil noch eine Prüfplakette darauf klebt.


Mehrfachsteckdosen nicht beliebig hintereinander schalten

Ein typischer Veranstaltungsaufbau sieht manchmal so aus:

Steckdose → Mehrfachsteckdose → weitere Mehrfachsteckdose → Verlängerung → nächste Mehrfachsteckdose.

Das kann schnell unübersichtlich werden und zu Überlastung oder problematischen Steckverbindungen führen.

Besonders kritisch wird es, wenn leistungsstarke Verbraucher angeschlossen werden.

Die Stromverteilung sollte deshalb geplant und mit geeigneten Verteilern durchgeführt werden.

Eine freie Steckdose an einer Mehrfachleiste bedeutet nicht automatisch, dass dort noch ausreichend elektrische Leistung verfügbar ist.


Kabeltrommeln richtig verwenden

Auch Kabeltrommeln müssen zur angeschlossenen Leistung und zum Einsatzbereich passen.

Bei höherer Belastung kann eine noch aufgewickelte Leitung Wärme entwickeln.

Deshalb müssen Herstellerangaben zur zulässigen Belastung im aufgerollten beziehungsweise abgerollten Zustand beachtet werden.

Bei größeren Verbrauchern sollte eine Kabeltrommel entsprechend den Vorgaben vollständig abgewickelt werden.


Lange Leitungen sind nicht bedeutungslos

Je länger eine elektrische Leitung wird, desto stärker müssen unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Spannungsfall
  • Leitungsquerschnitt
  • Belastbarkeit
  • Schutzmaßnahmen
  • mechanische Belastung
  • Steckverbindungen

Deshalb ist es keine professionelle Lösung, beliebig viele Verlängerungsleitungen hintereinander zu stecken, bis die Bühne erreicht wird.

Bei langen Versorgungswegen sollte die notwendige Dimensionierung durch eine fachkundige Person geplant werden.


Kabelwege sicher planen

Stromkabel sollten nicht nur elektrisch, sondern auch mechanisch sicher verlegt werden.

Problematisch sind beispielsweise Leitungen:

  • quer durch Fluchtwege
  • über Tanzflächen
  • durch Türöffnungen
  • unter scharfkantigen Gegenständen
  • durch Wasser
  • über Fahrwege
  • ohne Schutz über stark genutzte Laufwege

Bei Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, müssen für vorübergehend verlegte bewegliche Kabel und Leitungen bauliche Vorkehrungen vorhanden sein, die insbesondere die sichere Begehbarkeit von Rettungswegen gewährleisten.

Dazu passen je nach Situation beispielsweise geeignete Kabelbrücken oder andere professionelle Leitungssysteme.


Stromkabel und Rettungswege

Ein Kabel, das quer durch einen Notausgang gelegt wird, kann zum Stolperhindernis werden.

Deshalb gilt:

Flucht- und Rettungswege sollten möglichst vollständig frei von Veranstaltungskabeln bleiben.

Wo Leitungen unvermeidbar Wege kreuzen, müssen sie so geführt und geschützt werden, dass die sichere Nutzung des Weges erhalten bleibt.

Mehr dazu:

→ Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen


Strom im Außenbereich

Open-Air-Veranstaltungen stellen zusätzliche Anforderungen an elektrische Anlagen.

Hier können auftreten:

  • Regen
  • Feuchtigkeit
  • Kondenswasser
  • nasse Böden
  • Wind
  • starke Sonneneinstrahlung
  • mechanische Belastung
  • Fahrzeuge

Elektrische Geräte, Steckverbindungen und Verteiler müssen für die jeweiligen Umgebungsbedingungen geeignet sein.

Eine gewöhnliche Indoor-Mehrfachsteckdose gehört nicht ungeschützt in eine nasse Wiese.


Steckverbindungen vor Wasser schützen

Besonders kritisch können am Boden liegende Steckverbindungen sein.

Bei Regen können sich dort Pfützen bilden.

Deshalb sollten elektrische Verbindungen entsprechend der vorgesehenen Schutzart und Einsatzbedingungen verwendet sowie sinnvoll positioniert und geschützt werden.

Improvisierte Konstruktionen mit:

  • Plastiktüten
  • Müllbeuteln
  • Klebeband
  • umgedrehten Getränkekisten

sind kein Ersatz für geeignetes wetterfestes Material.


Stromerzeuger bei Open-Air-Veranstaltungen

Ist kein ausreichender Netzanschluss vorhanden, können Stromerzeuger zum Einsatz kommen.

Dabei reicht es nicht aus, ausschließlich deren Kilowattzahl zu betrachten.

Zu berücksichtigen sind beispielsweise:

  • benötigte Leistung
  • elektrische Schutzmaßnahmen
  • Erdung beziehungsweise Netzsystem
  • Spannungsqualität
  • Lastverteilung
  • Kraftstoffversorgung
  • Abgase
  • Lärm
  • Aufstellort
  • Brandschutz
  • Ausfallsicherheit

Die Auswahl, elektrische Einbindung und Prüfung eines Stromerzeugers sollte deshalb durch entsprechend qualifizierte Personen erfolgen.


Stromerzeuger niemals in geschlossenen Räumen betreiben

Verbrennungsmotoren erzeugen gefährliche Abgase – insbesondere Kohlenmonoxid.

Ein Stromerzeuger gehört deshalb nicht einfach:

  • in einen Veranstaltungsraum
  • in einen Keller
  • in ein geschlossenes Zelt
  • in einen Transporter
  • in eine Garage

nur weil dadurch das Betriebsgeräusch geringer wird.

Der Aufstellort muss sicher geplant werden.


Sicherheitsstromversorgung ist etwas anderes als DJ-Backup

Bei größeren beziehungsweise entsprechend geregelten Versammlungsstätten existiert neben der normalen Stromversorgung eine Sicherheitsstromversorgung.

In Sachsen schreibt die Versammlungsstättenverordnung für die von ihr erfassten Versammlungsstätten eine Sicherheitsstromversorgung unter anderem für Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeanlagen, Alarmierungsanlagen, Rauchabzugsanlagen und bestimmte Feuerlöscheinrichtungen vor.

Diese Stromversorgung darf nicht mit einem normalen Backup für DJ- oder Veranstaltungstechnik verwechselt werden.

Sicherheitstechnische Einrichtungen haben Vorrang.


Sicherheitsbeleuchtung darf nicht an der Partytechnik hängen

Bei einem Stromausfall muss die notwendige Sicherheitsbeleuchtung weiterhin funktionieren.

Für die von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfassten Veranstaltungsstätten muss die Sicherheitsbeleuchtung bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung unter anderem die Orientierung von Besuchern, Mitwirkenden und Beschäftigten gewährleisten.

Deshalb dürfen sicherheitstechnische Einrichtungen nicht beliebig umgesteckt, abgeschaltet oder für andere Zwecke verwendet werden.


Elektrische Verteilungen vor Gästen schützen

Stromverteiler und elektrische Schaltanlagen sollten nicht frei zugänglich im Publikumsbereich stehen.

Für die von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfassten Einrichtungen gilt ausdrücklich, dass elektrische Schaltanlagen für Besucher nicht zugänglich sein dürfen.

Das ist auch praktisch sinnvoll.

Gäste sollten keine Möglichkeit haben:

  • Sicherungen zu bedienen
  • Stecker zu ziehen
  • Verteiler zu öffnen
  • Kabel umzustecken

oder unbeabsichtigt technische Anlagen zu beeinflussen.


Was Veranstalter selbst prüfen können

Ein Veranstalter muss kein Elektriker sein.

Viele wichtige Punkte können trotzdem bereits bei der Planung geklärt werden:

✓ Welche Stromanschlüsse sind vorhanden?

✓ Wie viele getrennte Stromkreise stehen zur Verfügung?

✓ Gibt es CEE-Anschlüsse?

✓ Welche Absicherung besitzen diese Anschlüsse?

✓ Welche Technik soll angeschlossen werden?

✓ Welche leistungsstarken Cateringgeräte werden verwendet?

✓ Benötigen DJ oder Band separate Stromkreise?

✓ Sind ausreichend geeignete Kabelwege vorhanden?

✓ Findet die Veranstaltung innen oder außen statt?

✓ Gibt es einen Ansprechpartner für die Elektroinstallation?

✓ Sind elektrische Verteiler für Gäste unzugänglich?

✓ Ist die Sicherheitsstromversorgung der Location gewährleistet?


Was Veranstalter nicht selbst machen sollten

Bestimmte Arbeiten gehören in die Hände einer Elektrofachkraft beziehungsweise entsprechend qualifizierter Personen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Änderungen an festen Elektroinstallationen
  • Öffnen von Unterverteilungen
  • Veränderung von Schutzorganen
  • Arbeiten an offenen elektrischen Teilen
  • Austausch oder Veränderung von Sicherungen außerhalb vorgesehener Bedienhandlungen
  • Errichtung umfangreicher mobiler Stromverteilungen
  • elektrotechnische Messungen und Prüfungen, soweit die notwendige Qualifikation erforderlich ist
  • Eingriffe in den Netzanschluss

Die DGUV formuliert hierzu klar, dass elektrische Anlagen nur durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instandgehalten werden dürfen.


Typische Fehler bei Veranstaltungen

„Da sind doch genug Steckdosen“

Niemand hat geprüft, ob mehrere Steckdosen am gleichen Stromkreis hängen.

Alles an einen Stromkreis anschließen

DJ, Licht, Kaffeemaschine und Catering teilen sich dieselbe Absicherung.

Mehrfachsteckdosen hintereinander

Immer weitere Verteiler werden angeschlossen, ohne die Gesamtbelastung zu berücksichtigen.

Kabeltrommel bleibt aufgewickelt

Trotz hoher Belastung wird die Leitung nicht entsprechend der Herstellerangaben abgewickelt.

Beschädigte Verlängerungsleitung

Das Kabel wird trotzdem verwendet, weil es „noch funktioniert“.

Sicherung fliegt ständig

Statt die Ursache zu suchen, wird versucht, die Absicherung zu verändern.

Kabel durch Notausgang

Eine Stromleitung wird zum Stolperhindernis im Rettungsweg.

Indoor-Technik im Regen

Steckdosenverteiler und Verbindungen sind nicht für den Außenbereich geeignet.

Stromverteiler mitten im Publikum

Gäste können Stecker oder Sicherungen erreichen.

Keine Abstimmung zwischen Dienstleistern

DJ, Catering, Fotobox und Dekoration planen jeweils mit denselben Steckdosen.


Checkliste: Stromversorgung und elektrische Sicherheit

⬇ Download: Checkliste_Stromversorgung_elektrische_Sicherheit

Vor der Veranstaltung sollte geprüft beziehungsweise geklärt werden:

✓ Strombedarf der Veranstaltung bekannt
✓ Stromanschlüsse der Location bekannt
✓ Absicherung der vorhandenen Anschlüsse bekannt
✓ Getrennte Stromkreise identifiziert
✓ CEE-Anschlüsse bei Bedarf vorhanden
✓ Veranstaltungstechnik und Catering sinnvoll getrennt
✓ Leistungsstarke Verbraucher berücksichtigt
✓ Geeignete Stromverteiler vorhanden
✓ Fehlerstromschutz/RCD entsprechend der Anlage vorhanden
✓ Elektrische Betriebsmittel in ordnungsgemäßem Zustand
✓ Sichtkontrolle vor dem Aufbau durchgeführt
✓ Beschädigte Geräte und Kabel aussortiert
✓ Wiederkehrende Prüfungen berücksichtigt
✓ Verlängerungsleitungen geeignet
✓ Kabeltrommeln entsprechend Herstellerangaben verwendet
✓ Keine improvisierten Mehrfachsteckdosenketten
✓ Kabelwege sicher geplant
✓ Flucht- und Rettungswege nicht beeinträchtigt
✓ Stromverteiler gegen Besucherzugriff geschützt
✓ Außenmaterial für Witterung geeignet
✓ Steckverbindungen vor Feuchtigkeit geschützt
✓ Stromerzeuger bei Bedarf fachgerecht geplant
✓ Sicherheitsstromversorgung nicht beeinträchtigt
✓ Ansprechpartner bei elektrischen Problemen bekannt

Fazit

Eine sichere Stromversorgung besteht nicht darin, möglichst viele Mehrfachsteckdosen bereitzulegen.

Entscheidend sind:

ausreichende Leistung, geeignete Stromkreise, passende Absicherung, sichere Leitungen und eine geplante Verteilung.

Gerade bei größeren Veranstaltungen sollte deshalb bereits vor dem Aufbau geklärt werden, welche elektrische Versorgung tatsächlich vorhanden ist.

Veranstalter müssen dabei nicht selbst zum Elektriker werden.

Sie müssen jedoch dafür sorgen, dass der Strombedarf rechtzeitig berücksichtigt wird und elektrische Arbeiten von entsprechend qualifizierten Personen durchgeführt werden.

Denn wenn die Stromversorgung professionell geplant ist, bleibt nicht nur die Musik an – vor allem bleibt die Veranstaltung sicher.

DJ, Band und Veranstaltungstechnik benötigen bei einer Veranstaltung einen geeigneten und ausreichend großen Arbeitsbereich.

Dieser Platz sollte bereits bei der Raum- und Veranstaltungsplanung berücksichtigt werden – und nicht erst dann, wenn alle Tische, Stühle, das Buffet und die Dekoration bereits aufgebaut sind.

Eine häufige Situation lautet:

„Der DJ findet da vorne bestimmt noch irgendwo Platz.“

Genau daraus entstehen später Probleme.

Lautsprecher stehen vor Türen, Lichtstative ragen in Laufwege, Kabel müssen quer durch den Raum verlegt werden oder der DJ landet weit entfernt von der Tanzfläche.

Deshalb gilt:

Der technische Bereich einer Veranstaltung muss genauso geplant werden wie Tische, Bühne, Catering und Tanzfläche.


Warum der Standort des DJs wichtig ist

Der DJ ist nicht einfach jemand, der irgendwo im Raum Musik abspielt.

Während einer Veranstaltung beobachtet er:

  • die Tanzfläche
  • die Reaktion der Gäste
  • wichtige Programmpunkte
  • Brautpaar oder Gastgeber
  • Moderationen
  • Reden
  • Dienstleister
  • den zeitlichen Ablauf

Deshalb sollte der DJ möglichst einen guten Überblick über den Veranstaltungsraum und insbesondere die Tanzfläche haben.

Ein DJ-Arbeitsplatz hinter einer Wand, in einem Nebenraum oder weit entfernt von der Tanzfläche ist meistens keine gute Lösung.

DJ und Tanzfläche gehören zusammen

Besonders bei Hochzeiten, Geburtstagen und Tanzveranstaltungen sollte der DJ möglichst in unmittelbarer Nähe zur Tanzfläche stehen.

Das hat mehrere Vorteile:

  • direkter Kontakt zu den Gästen
  • bessere Einschätzung der Stimmung
  • kürzere Wege für Musikwünsche
  • bessere Kommunikation mit Gastgebern
  • sinnvollere Positionierung der Lautsprecher
  • bessere Wirkung der Lichttechnik

Eine große Entfernung zwischen DJ und Tanzfläche kann dagegen dazu führen, dass Musik und Licht räumlich von der eigentlichen Party getrennt wirken.

Der DJ sollte Teil der Veranstaltung sein – nicht irgendwo am Rand versteckt werden.


Wie viel Platz benötigt ein DJ?

Das hängt von der eingesetzten Technik ab.

Ein kleiner DJ-Aufbau benötigt deutlich weniger Platz als eine Produktion mit:

  • großem DJ-Pult
  • mehreren Lautsprechern
  • Subwoofern
  • Lichtstativen
  • Moving Heads
  • Traversen
  • Effektgeräten
  • Nebelmaschine oder Hazer
  • Technikcases

Als praktische Planungsgröße – ausdrücklich nicht als gesetzlich vorgeschriebene Mindestfläche – kann bei einem normalen mobilen DJ-Setup ungefähr folgender Bereich eingeplant werden:

kleines DJ-Setup: etwa 2 × 2 Meter

komfortabler DJ-Bereich: etwa 3 × 2 Meter oder größer

Bei umfangreicher Licht- und Tontechnik kann erheblich mehr Fläche erforderlich sein.

Lautsprecher, Lichtstative und andere technische Aufbauten müssen dabei zusätzlich berücksichtigt werden.

Deshalb empfiehlt sich:

Vor der Veranstaltung beim DJ nachfragen, wie viel Fläche tatsächlich benötigt wird.


Nicht einfach irgendeinen Tisch für den DJ einplanen

Auch wenn ein DJ seine eigene Technik mitbringt, sollte vorher geklärt werden, was vor Ort vorhanden ist.

Ein einfacher Biertisch oder kleiner Stehtisch ist nicht automatisch ein geeigneter DJ-Arbeitsplatz.

Ein Arbeitsplatz sollte:

  • standsicher sein
  • ausreichend Fläche bieten
  • die technische Last aufnehmen können
  • eine sinnvolle Arbeitshöhe besitzen
  • nicht wackeln
  • vor Zugriff durch Gäste geschützt sein
  • ausreichenden Platz für Kabel bieten

Professionelle mobile DJs bringen häufig ein eigenes DJ-Pult mit.

Dann muss dafür lediglich die erforderliche Fläche freigehalten werden.


Tanzfläche nicht mit Technik zustellen

DJ und Veranstaltungstechnik sollten zwar in der Nähe der Tanzfläche aufgebaut werden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass technische Geräte auf der Tanzfläche stehen sollten.

Besonders problematisch sind:

  • Lautsprecherstative
  • Lichtstative
  • Traversensysteme
  • Kabel
  • Subwoofer
  • Cases

in Bereichen, in denen Gäste tanzen oder laufen.

Bei einer vollen Tanzfläche werden solche Gegenstände schnell zur Stolper- oder Anstoßgefahr.

Deshalb sollte es eine klare Trennung geben:

Tanzfläche für die Gäste – Technikfläche für die Veranstaltungstechnik.


Flucht- und Rettungswege haben Vorrang

Der beste Platz für einen Lautsprecher ist ungeeignet, wenn sich dort ein notwendiger Rettungsweg befindet.

Das Gleiche gilt für:

  • DJ-Pult
  • Lichtstative
  • Traversen
  • Cases
  • Kabel
  • Dekoration
  • Bühnenaufbauten

In Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, müssen Rettungswege während des Betriebs ständig freigehalten werden.

Deshalb gilt:

Kein technischer Aufbau darf die erforderliche Nutzung eines Flucht- oder Rettungsweges beeinträchtigen.

Mehr dazu:

→ Flucht- und Rettungswege bei Veranstaltungen


Türen und Notausgänge vorher prüfen

Bei der Raumplanung sollte nicht nur geschaut werden, wo genügend freie Wandfläche vorhanden ist.

Es muss auch geprüft werden:

  • Befindet sich dort ein Notausgang?
  • Wird eine Tür benötigt?
  • Ist dies ein Rettungsweg?
  • Muss eine Tür vollständig geöffnet werden können?
  • befindet sich dahinter ein Verkehrsweg?

Ein DJ-Pult direkt vor einer scheinbar unbenutzten Tür kann problematisch sein, wenn diese Bestandteil eines Rettungsweges ist.

Deshalb sollte die Rettungswegplanung vor dem Technikaufbau bekannt sein.


Die Bühne richtig dimensionieren

Eine Bühne sollte zur geplanten Nutzung passen.

Dabei muss berücksichtigt werden, was tatsächlich darauf stattfinden soll.

Beispielsweise:

  • DJ
  • Band
  • Sänger
  • Redner
  • Moderation
  • Tanzgruppen
  • Showprogramm
  • Preisverleihungen
  • Präsentationen

Eine Bühne, die für einen einzelnen Redner ausreicht, kann für eine komplette Band viel zu klein sein.

Vorher sollte deshalb geklärt werden:

Wer steht gleichzeitig auf der Bühne und welche Technik wird dort benötigt?


Nicht nur die Personen benötigen Platz

Auf einer Bühne können zusätzlich stehen:

  • Monitore
  • Mikrofonstative
  • Instrumente
  • Verstärker
  • Lautsprecher
  • Lichttechnik
  • Kabel
  • Bühnenpodeste
  • Dekoration
  • technische Geräte

Diese Flächen werden bei der Planung häufig unterschätzt.

Eine Bühne sollte deshalb nicht exakt nach der benötigten Standfläche der auftretenden Personen geplant werden.

Es muss ausreichend Arbeits- und Bewegungsraum vorhanden sein.


Bühne und Szenenfläche sind rechtlich nicht immer dasselbe

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird schnell jede erhöhte Fläche als „Bühne“ bezeichnet.

Baurechtlich können jedoch unterschiedliche Begriffe und Anforderungen gelten.

Die Sächsische Versammlungsstättenverordnung definiert beispielsweise Szenenflächen als Flächen für Darbietungen. Flächen für Darbietungen unter 20 m² gelten nach dieser Verordnung nicht als Szenenflächen.

Für größere Szenenflächen können zusätzliche Anforderungen entstehen.

Deshalb sollte besonders bei größeren Bühnen- und Veranstaltungsaufbauten frühzeitig geklärt werden, welche Vorschriften für die konkrete Veranstaltung gelten.


Ab bestimmten Bühnengrößen steigen die Anforderungen

Für von der Sächsischen Versammlungsstättenverordnung erfasste Veranstaltungen bestehen unter anderem besondere personelle Anforderungen an die Veranstaltungstechnik.

Bei Szenenflächen von mehr als 50 m² bis einschließlich 200 m² müssen bestimmte Aufgaben grundsätzlich zumindest von einer entsprechend qualifizierten Fachkraft für Veranstaltungstechnik wahrgenommen werden.

Bei Szenenflächen von mehr als 200 m², Großbühnen oder bestimmten großen Mehrzweckhallen gelten weitergehende Anforderungen an Verantwortliche für Veranstaltungstechnik.

Für Veranstalter bedeutet das:

Eine große Bühne ist nicht einfach nur eine größere Version einer kleinen Bühne.

Mit zunehmender Größe und technischer Komplexität steigen auch die Anforderungen an Planung und verantwortliches Personal.


Bühne muss standsicher sein

Eine Bühne trägt Menschen, Technik und möglicherweise schwere Aufbauten.

Sie muss deshalb für die vorgesehenen Belastungen geeignet und standsicher aufgebaut sein.

Problematisch sind beispielsweise:

  • improvisierte Podeste
  • nicht miteinander verbundene Bühnenelemente
  • ungeeignete Untergründe
  • falsch montierte Füße
  • fehlende Sicherungen
  • übermäßige Belastung
  • selbstgebaute Konstruktionen ohne geeigneten Nachweis

Bei professionellen Bühnensystemen sind die Herstellerangaben sowie die zulässigen Belastungen zu beachten.

Eine Bühne sollte niemals nach dem Prinzip aufgebaut werden: „Das hält schon.“


Absturzkanten beachten

Erhöhte Bühnenflächen können eine Absturzgefahr darstellen.

Je nach Aufbau, Höhe, Nutzung und geltenden Vorschriften können deshalb Absturzsicherungen erforderlich sein.

Besonders berücksichtigt werden sollten:

  • Rückseiten der Bühne
  • Seitenbereiche
  • Treppen
  • Bühnenzugänge
  • Bereiche hinter Vorhängen
  • schlecht beleuchtete Kanten

Eine schwarze Bühnenkante in einem dunklen Raum kann schnell übersehen werden.

Auch die DGUV-Regelungen für Veranstaltungs- und Produktionsstätten behandeln sichere Arbeitsplätze, Verkehrswege und Schutz gegen Absturz ausdrücklich als zentrale Anforderungen der Veranstaltungssicherheit. Die aktuelle DGUV Information 215-310 wurde im Mai 2025 veröffentlicht.


Sichere Bühnenzugänge

Wenn Gäste, Künstler oder Moderatoren eine Bühne betreten sollen, muss auch der Zugang geeignet sein.

Eine Getränkekiste oder ein lose hingestellter Stuhl ist keine Bühnentreppe.

Ein geeigneter Zugang sollte:

  • standsicher sein
  • ausreichend breit sein
  • gut erkennbar sein
  • nicht wackeln
  • möglichst gut beleuchtet sein
  • den geltenden Anforderungen entsprechen

Besonders bei:

  • älteren Personen
  • langen Kleidern
  • hohen Schuhen
  • Kindern

sollte ein sicherer Zugang berücksichtigt werden.


Treppen nicht mit Kabeln blockieren

Bühnentreppen sind beliebte Bereiche für Kabel.

Genau dort sollten Kabel jedoch möglichst nicht liegen.

Kabel können:

  • Stolperstellen verursachen
  • Stufen schlecht erkennbar machen
  • beim Betreten der Bühne beschädigt werden

Deshalb sollten technische Leitungen möglichst seitlich oder auf dafür vorgesehenen Kabelwegen geführt werden.


Traversen und Lichttechnik frühzeitig berücksichtigen

Eine professionelle Lichtanlage benötigt ebenfalls Platz.

Je nach Aufbau können eingesetzt werden:

  • Lichtstative
  • T-Bars
  • Traversen
  • Moving Heads
  • LED-Scheinwerfer
  • Effekte
  • Stroboskope
  • Laser
  • Hazer

Diese Technik kann nicht einfach dort aufgebaut werden, wo am Veranstaltungstag zufällig noch eine freie Ecke vorhanden ist.

Bereits vorher sollte geklärt werden:

  • Wie viel Fläche wird benötigt?
  • Wie hoch ist der Raum?
  • Wo befinden sich Decken oder Balken?
  • Gibt es mögliche Hindernisse?
  • Welche Sicherheitsabstände werden benötigt?
  • Welche Rettungswege müssen frei bleiben?

Lasten über Personen besonders ernst nehmen

Scheinwerfer, Lautsprecher, Traversen oder andere technische Komponenten können sich oberhalb von Personen befinden.

Hier gelten besondere Anforderungen.

Die DGUV führt mit der DGUV Information 215-313 ein eigenes Regelwerk zum Thema „Lasten über Personen“.

Solche Konstruktionen dürfen deshalb nicht improvisiert werden.

Das betrifft insbesondere:

  • geflogene Lautsprecher
  • Traversen
  • Scheinwerfer
  • Projektoren
  • Dekoration an technischen Konstruktionen
  • bewegliche technische Komponenten

Planung, Montage und Sicherung gehören in die Hände entsprechend fachkundiger Personen.


Lautsprecher sicher positionieren

Auch Lautsprecher benötigen einen geeigneten Standort.

Dabei geht es nicht nur um guten Klang.

Ein Lautsprecher muss:

  • standsicher stehen
  • gegen unbeabsichtigtes Umstoßen geschützt sein
  • außerhalb notwendiger Rettungswege stehen
  • Kabel sicher zugeführt bekommen
  • ausreichend Abstand zu Gästen haben, wenn dies erforderlich ist

Besonders Lautsprecher auf Stativen sollten nicht mitten in stark frequentierten Laufwegen positioniert werden.


Subwoofer nicht als Ablage benutzen

Bei größeren Tonanlagen stehen häufig Subwoofer auf dem Boden.

Diese werden von Gästen schnell als praktische Ablagefläche verwendet.

Getränke auf oder unmittelbar neben Veranstaltungstechnik sind jedoch keine gute Kombination.

Deshalb sollte der technische Bereich so positioniert oder abgesichert werden, dass Gäste nicht ständig durch die Technik laufen oder darauf Getränke abstellen.


DJ-Arbeitsplatz vor Getränken schützen

Auch das DJ-Pult selbst sollte nicht unmittelbar:

  • neben einer Bar,
  • direkt an einem Getränkestand
  • oder mitten im Laufweg des Service

stehen.

Ein verschüttetes Getränk kann innerhalb weniger Sekunden:

  • Mischpult
  • DJ-Controller
  • Laptop
  • Stromversorgung
  • weitere Elektronik

beschädigen.

Darüber hinaus können Flüssigkeiten in Verbindung mit elektrischer Technik zusätzliche Gefahren verursachen.

Deshalb ist ein gewisser Abstand zwischen Getränkeservice und Technik sinnvoll.


Stromversorgung des DJ-Arbeitsplatzes

Der benötigte Strom sollte bereits vor dem Aufbau geklärt sein.

Dabei sollte bekannt sein:

  • Welche Stromkreise stehen zur Verfügung?
  • Wie sind sie abgesichert?
  • Wo befinden sich die Anschlüsse?
  • Wird Ton- und Lichttechnik getrennt versorgt?
  • Teilen sich Catering und Veranstaltungstechnik einen Stromkreis?

Ein DJ-Pult einfach dort aufzustellen, wo gerade eine Steckdose vorhanden ist, reicht deshalb nicht aus.

Mehr dazu:

→ Stromversorgung und elektrische Sicherheit bei Veranstaltungen


Kabelwege vorher planen

Vom DJ-Arbeitsplatz führen häufig zahlreiche Leitungen:

  • Strom
  • Audio
  • DMX
  • Netzwerk
  • Lautsprecherleitungen
  • Mikrofontechnik

Diese Leitungen müssen sicher verlegt werden.

Ideal ist ein Technikstandort, bei dem möglichst wenige stark frequentierte Wege gekreuzt werden müssen.

Besonders problematisch sind Kabel:

  • quer über die Tanzfläche
  • quer durch den Hauptzugang
  • vor Notausgängen
  • über Bühnentreppen
  • durch Servicewege
  • ohne Schutz durch Publikumsbereiche

Ein guter Technikstandort reduziert automatisch viele Kabelprobleme.


Servicewege berücksichtigen

Nicht nur Gäste bewegen sich durch eine Veranstaltung.

Auch das Catering benötigt Wege zwischen:

  • Küche
  • Buffet
  • Bar
  • Gästetischen

Ein DJ-Pult oder Lautsprecher sollte deshalb nicht mitten in einem wichtigen Serviceweg stehen.

Umgekehrt sollten Kellner nicht ständig mit Tabletts durch den technischen Arbeitsbereich laufen müssen.

Bereits bei der Raumplanung sollten deshalb drei Bereiche berücksichtigt werden:

Gästewege – Servicewege – Technikbereiche.


Der DJ braucht Sichtkontakt

Ein DJ sollte die Tanzfläche und möglichst große Teile des Veranstaltungsraumes sehen können.

Das ist besonders wichtig bei:

  • Hochzeitstanz
  • Reden
  • Überraschungen
  • Spielen
  • Eröffnung der Tanzfläche
  • Moderationen
  • Musikwünschen
  • spontanen Programmpunkten

Ein DJ hinter einem Vorhang oder in einer Ecke ohne Sichtkontakt kann auf Entwicklungen im Raum deutlich schlechter reagieren.


Nicht direkt neben Gäste setzen

Auch die andere Richtung kann problematisch sein.

Ein DJ-Arbeitsplatz unmittelbar zwischen Gästetischen kann dazu führen, dass einzelne Gäste sehr nah an Lautsprechern oder Technik sitzen.

Während des Essens kann das störend sein und später bei höherer Lautstärke erheblich unangenehmer werden.

Deshalb sollte ein gewisser Abstand zwischen:

  • DJ
  • Lautsprechern
  • Tanzfläche
  • Sitzbereich

sinnvoll geplant werden.


Lautsprecher nicht automatisch hinter den DJ stellen

Bei kleinen Veranstaltungen sieht man häufig:

DJ in der Mitte – links und rechts unmittelbar daneben zwei Lautsprecher.

Das kann funktionieren, ist aber nicht für jeden Raum die beste Lösung.

Die Positionierung der Lautsprecher hängt unter anderem ab von:

  • Raumgröße
  • Raumform
  • Tanzfläche
  • Gästeverteilung
  • gewünschter Beschallung
  • Akustik

Bei größeren Veranstaltungen sollte die Beschallung deshalb separat geplant werden.

Mehr dazu:

→ Welche Veranstaltungstechnik wird benötigt?


Bühne und DJ müssen nicht zwingend zusammenstehen

Bei manchen Veranstaltungen existiert eine Bühne, obwohl der DJ besser an einer anderen Stelle positioniert wäre.

Beispielsweise kann eine Bühne:

  • sehr weit von der Tanzfläche entfernt sein,
  • ungünstig in einer Ecke liegen,
  • zu hoch sein,
  • kaum Platz für zusätzliche Technik bieten.

Nur weil eine Bühne vorhanden ist, bedeutet das deshalb nicht automatisch:

„Der DJ muss auf die Bühne.“

Entscheidend ist das Gesamtkonzept der Veranstaltung.


Wann eine Bühne für den DJ sinnvoll ist

Eine erhöhte Position kann sinnvoll sein bei:

  • größeren Tanzveranstaltungen
  • Vereinsfesten
  • Kirmesveranstaltungen
  • Stadtfesten
  • Festivals
  • großen Firmenveranstaltungen

Dort kann eine erhöhte DJ-Position:

  • bessere Sicht ermöglichen
  • Technik vom Publikum trennen
  • Bestandteil des Bühnendesigns sein
  • große Licht- und Tonanlagen integrieren

Bei einer kleinen Hochzeit mit 50 Gästen kann dagegen ein DJ auf einer hohen Bühne schnell unnötig weit von den Gästen entfernt wirken.

Die Position sollte deshalb zur Veranstaltungsart passen.


Außenveranstaltungen benötigen Wetterschutz

Bei Open-Air-Veranstaltungen muss der Arbeitsplatz von DJ, Band und Veranstaltungstechnik ausreichend vor Witterung geschützt sein.

Dazu gehören insbesondere:

  • Regen
  • Wind
  • direkte Sonneneinstrahlung
  • Feuchtigkeit
  • Gewitter

Elektronische Geräte dürfen nicht einfach unter freiem Himmel betrieben werden, wenn sie dafür nicht geeignet sind.

Ein kleiner Sonnenschirm ist dabei kein geeigneter Wetterschutz für eine komplette DJ-Anlage.

Besonders wichtig:

Der Wetterschutz muss bereits beim Aufbau vorhanden sein – nicht erst, wenn es anfängt zu regnen.


Ein Pavillon ist nicht automatisch eine sichere Bühne

Bei Open-Air-Veranstaltungen werden häufig einfache Faltpavillons verwendet.

Dabei müssen unter anderem:

  • Windlast
  • Befestigung
  • Ballastierung
  • Herstellerangaben
  • Untergrund
  • mögliche Böen

berücksichtigt werden.

Ein schlecht gesicherter Pavillon kann bei starkem Wind selbst zur Gefahr werden.

Bei größeren Überdachungen, Bühnen oder sogenannten Fliegenden Bauten können zusätzliche baurechtliche Anforderungen bestehen.


Aufbauzeit berücksichtigen

Professionelle Veranstaltungstechnik benötigt Zeit.

Eine komplette DJ-, Ton- und Lichtanlage lässt sich nicht erst fünf Minuten vor Gästeeinlass aufbauen.

Je nach Umfang können erforderlich sein:

  • Entladen
  • Transport zur Veranstaltungsfläche
  • Aufbau
  • Verkabelung
  • Stromversorgung
  • Toncheck
  • Lichtprogrammierung
  • Funktionstest
  • Sicherheitskontrolle

Deshalb sollte bereits im Vertrag beziehungsweise mit der Location geklärt werden:

Ab wann kann der technische Aufbau beginnen?


Dienstleister nicht gleichzeitig einplanen

Wenn möglich, sollten größere Aufbauten koordiniert werden.

Problematisch wird es, wenn gleichzeitig:

  • Catering Tische aufstellt,
  • Dekoration den Raum schmückt,
  • DJ Technik aufbaut,
  • Fotobox geliefert wird
  • und die Location noch den Boden reinigt.

Eine zeitliche Abstimmung erleichtert den Aufbau erheblich.


Technikcases benötigen ebenfalls Platz

Ein häufig vergessener Punkt sind Transportcases und Verpackungen.

Nach dem Aufbau müssen sie irgendwo gelagert werden.

Sie gehören nicht:

  • in Rettungswege
  • vor Notausgänge
  • hinter Brandschutztüren
  • in öffentliche Laufwege
  • auf die Tanzfläche

Deshalb sollte bereits vorher geklärt sein:

Wo kann Transportmaterial während der Veranstaltung sicher gelagert werden?


Typische Fehler bei Bühne und DJ-Arbeitsplatz

DJ wird zuletzt eingeplant

Tische und Dekoration stehen bereits – für die Veranstaltungstechnik bleibt nur eine kleine Ecke.

DJ zu weit von der Tanzfläche entfernt

Die Musik kommt aus einem anderen Bereich des Raumes und der direkte Kontakt zu den Gästen fehlt.

Technik vor einem Notausgang

Lautsprecher, Stativ oder DJ-Pult behindern einen Rettungsweg.

Keine Fläche für Lichttechnik

Für Stative oder Traversen wurde kein Platz vorgesehen.

Kabel quer durch die Tanzfläche

Ein ungünstiger Technikstandort erzeugt unnötige Kabelwege.

DJ direkt neben der Bar

Gäste mit Getränken bewegen sich ständig unmittelbar an empfindlicher Elektronik vorbei.

Bühne zu klein

Personen passen darauf, aber Technik, Mikrofonstative und Bewegungsflächen wurden vergessen.

Unsicherer Bühnenzugang

Improvisierte Treppen oder Podeste werden verwendet.

Cases im Rettungsweg

Transportmaterial wird nach dem Aufbau einfach hinter der nächsten Tür abgestellt.

Wetterschutz fehlt

Bei einer Open-Air-Veranstaltung wird erst bei Regen darüber nachgedacht, wie die Technik geschützt werden soll.


Checkliste: Bühne und DJ-Arbeitsplatz

⬇ Download Checkliste „Bühne und DJ-Arbeitsplatz

Vor der Veranstaltung sollte geklärt werden:

✓ Position des DJ-Arbeitsplatzes festgelegt
✓ Ausreichend Fläche für DJ-Pult vorhanden
✓ Tanzfläche gut einsehbar
✓ DJ möglichst sinnvoll an die Tanzfläche angebunden
✓ Platz für Lautsprecher berücksichtigt
✓ Platz für Lichttechnik berücksichtigt
✓ Stative und Traversen sicher positionierbar
✓ Keine Technik in Flucht- oder Rettungswegen
✓ Notausgänge vollständig frei
✓ Kabelwege geplant
✓ Keine Kabel quer über die Tanzfläche
✓ Geeignete Stromversorgung vorhanden
✓ Catering- und Servicewege berücksichtigt
✓ Abstand zu Bar und Getränkebereich berücksichtigt
✓ Lagerplatz für Technikcases vorhanden
✓ Bühnenfläche für geplante Nutzung ausreichend
✓ Bühne standsicher und für vorgesehene Belastung geeignet
✓ Bühnenzugang sicher
✓ Absturzkanten berücksichtigt
✓ Veranstaltungstechnische Aufbauten fachgerecht geplant
✓ Anforderungen an Fachpersonal bei größeren Szenenflächen geprüft
✓ Open-Air-Wetterschutz vorhanden
✓ Aufbauzeit mit der Location abgestimmt
✓ Be- und Entladewege geklärt
✓ Technik vor Gästeeinlass vollständig getestet

Fazit

Der Arbeitsplatz von DJ, Band und Veranstaltungstechnik sollte nicht aus der Fläche entstehen, die nach der restlichen Raumplanung zufällig übrig bleibt.

Eine gute Planung berücksichtigt von Anfang an:

Tanzfläche, DJ, Bühne, Tonanlage, Lichttechnik, Kabelwege, Stromversorgung, Rettungswege und Servicebereiche.

Dadurch wird nicht nur der Aufbau einfacher.

Auch Sicherheit, Klang, Lichtwirkung und Atmosphäre der Veranstaltung profitieren davon.

Besonders wichtig ist:

Der technisch beste Platz ist nur dann ein guter Platz, wenn er gleichzeitig sicher ist und zum Ablauf der Veranstaltung passt.

Oder ganz praktisch formuliert:

Erst Tanzfläche, Bühne und Technik sinnvoll planen – danach die letzten Tische stellen.

Veranstaltungstechnik sollte immer zur Art, Größe und Umgebung einer Veranstaltung passen.

Eine Hochzeit mit 50 Gästen benötigt eine andere technische Ausstattung als ein Vereinsfest mit 300 Besuchern, ein Open-Air oder eine große Firmenveranstaltung.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Technik aufzubauen.

Entscheidend ist:

Die Technik muss für die geplante Veranstaltung ausreichend dimensioniert, sicher aufgebaut und zuverlässig betrieben werden können.


Welche Veranstaltungstechnik wird überhaupt benötigt?

Zur Veranstaltungstechnik können unter anderem gehören:

  • Lautsprecher
  • Subwoofer
  • Mischpulte
  • DJ-Technik
  • Mikrofone
  • Funkmikrofone
  • Lichttechnik
  • Moving Heads
  • LED-Scheinwerfer
  • Stroboskope
  • Effektbeleuchtung
  • Laser
  • Nebelmaschinen und Hazer
  • Traversen
  • Lichtstative
  • Bühnen
  • Stromverteiler
  • Kabel
  • Videotechnik
  • Leinwände
  • Projektoren
  • LED-Wände

Nicht jede Veranstaltung benötigt all diese Komponenten.

Die Auswahl sollte sich immer an der konkreten Aufgabe orientieren.


Gästezahl allein reicht nicht zur Planung

Die Anzahl der Gäste ist ein wichtiger Faktor.

Sie ist aber nicht der einzige.

Bei der Dimensionierung einer technischen Anlage spielen beispielsweise folgende Punkte eine Rolle:

  • Anzahl der Gäste
  • Größe der Location
  • Raumform
  • Raumhöhe
  • Raumakustik
  • Tanzfläche
  • Sitzordnung
  • Innen- oder Außenveranstaltung
  • Bühnenprogramm
  • gewünschte Lautstärke
  • Musikstil
  • Reden und Moderationen
  • Größe der Veranstaltungsfläche

Eine Veranstaltung mit 100 Gästen in einem kleinen geschlossenen Saal stellt andere Anforderungen als eine Veranstaltung mit denselben 100 Gästen auf einer großen Wiese.


Innenveranstaltung und Open Air sind nicht vergleichbar

Im geschlossenen Raum helfen Wände und Decken dabei, Schallenergie im Raum zu halten.

Im Freien fehlen diese Begrenzungsflächen.

Der Schall verteilt sich wesentlich stärker.

Deshalb benötigt eine Open-Air-Veranstaltung häufig:

  • leistungsfähigere Beschallung
  • zusätzliche Lautsprecher
  • eventuell Delay-Lautsprecher
  • größere Leistungsreserven
  • andere Lautsprecherpositionen
  • wetterfeste beziehungsweise ausreichend geschützte Technik

Die Aussage:

„Die Anlage reicht drinnen für 200 Personen, also reicht sie draußen auch für 200 Personen.“

ist deshalb nicht automatisch richtig.


Die Tonanlage muss zur Veranstaltung passen

Eine gute Tonanlage soll nicht einfach nur laut sein.

Sie sollte möglichst:

  • den gesamten relevanten Gäste- und Tanzbereich gleichmäßig beschallen
  • ausreichende Leistungsreserven besitzen
  • Sprache verständlich übertragen
  • Musik sauber wiedergeben
  • zum Raum beziehungsweise Gelände passen

Eine Anlage, die ständig an ihrer Leistungsgrenze betrieben werden muss, ist nicht optimal dimensioniert.

Etwas Leistungsreserve ermöglicht einen kontrollierteren Betrieb.


Säulenanlage oder große PA?

Bei kleineren und mittleren Veranstaltungen können moderne Säulenlautsprechersysteme eine sehr gute Lösung sein.

Vorteile können sein:

  • kompakter Aufbau
  • geringer Platzbedarf
  • gleichmäßige Beschallung
  • dezente Optik
  • schneller Aufbau

Bei größeren Veranstaltungen oder höheren Anforderungen können klassische PA-Systeme mit:

  • Topteilen
  • Subwoofern
  • zusätzlichen Lautsprechern
  • Delay-Systemen

sinnvoller sein.

Entscheidend ist nicht die Bauform, sondern ob die Anlage die vorgesehene Aufgabe zuverlässig erfüllt.


Bass benötigt ebenfalls Planung

Subwoofer werden besonders für:

  • Tanzveranstaltungen
  • elektronische Musik
  • größere Hochzeiten
  • Vereinsfeste
  • Kirmes
  • Open-Air-Veranstaltungen

eingesetzt.

Dabei sollte nicht einfach möglichst viel Bass aufgebaut werden.

Wichtig sind:

  • geeignete Dimensionierung
  • sinnvolle Positionierung
  • Raumakustik
  • mögliche Schallübertragung in angrenzende Räume
  • Lärmschutz

Gerade tiefe Frequenzen können sich über große Entfernungen ausbreiten und auch außerhalb einer Location deutlich wahrgenommen werden.


Lautsprecher richtig positionieren

Selbst eine leistungsfähige Tonanlage kann schlecht klingen, wenn die Lautsprecher ungünstig stehen.

Problematisch sind beispielsweise:

  • Lautsprecher hinter den Gästen
  • Lautsprecher unmittelbar in Raumecken
  • unterschiedliche Abstände zur Tanzfläche
  • Hindernisse direkt vor den Lautsprechern
  • zu niedrige Aufstellung
  • Lautsprecher direkt neben einzelnen Gästetischen

Bei kleineren Veranstaltungen ist häufig eine symmetrische Position links und rechts der Tanzfläche sinnvoll.

Bei größeren Veranstaltungen muss die Beschallung individuell geplant werden.


Niemand sollte direkt vor einem Lautsprecher sitzen müssen

Bei Hochzeiten und Firmenveranstaltungen findet häufig zunächst Essen oder ein offizieller Teil statt.

Wenn ein Gästetisch unmittelbar vor einem Lautsprecher steht, kann schon eine moderate Lautstärke unangenehm sein.

Deshalb sollte die Lautsprecherposition bereits bei der Tischplanung berücksichtigt werden.

Ideal ist eine Aufstellung, bei der die Beschallung funktioniert, ohne einzelne Gäste unnötig stark zu belasten.


Delay-Lautsprecher bei langen Räumen

In sehr langen Räumen oder auf größeren Veranstaltungsflächen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Lautsprecher einzusetzen.

Diese können zeitlich verzögert angesteuert werden.

Dadurch muss die Hauptanlage nicht extrem laut betrieben werden, um auch weiter entfernte Bereiche zu erreichen.

Solche sogenannten Delay-Lautsprecher können beispielsweise eingesetzt werden bei:

  • langen Festzelten
  • großen Sälen
  • Open-Air-Veranstaltungen
  • Straßenfesten
  • größeren Firmenevents

Eine solche Anlage muss allerdings fachgerecht eingerichtet werden.


Sprache muss verständlich sein

Bei vielen Veranstaltungen dient die Tonanlage nicht nur der Musik.

Sie wird auch benötigt für:

  • Begrüßungen
  • Reden
  • Hochzeitsspiele
  • Moderationen
  • Ehrungen
  • Präsentationen
  • Sicherheitsdurchsagen

Deshalb gehört ein geeignetes Mikrofonkonzept zur Planung.


Kabelmikrofon oder Funkmikrofon?

Ein kabelgebundenes Mikrofon ist technisch einfach und zuverlässig.

Ein Funkmikrofon bietet dagegen mehr Bewegungsfreiheit.

Bei Veranstaltungen wird häufig Funktechnik eingesetzt, beispielsweise für:

  • Moderatoren
  • Brautpaar
  • Redner
  • Vereinsvorsitzende
  • Künstler

Bei wichtigen Veranstaltungen kann ein zusätzliches Mikrofon als Reserve sinnvoll sein.


Funktechnik muss zuverlässig funktionieren

Funkmikrofone arbeiten mit Funkfrequenzen.

Gerade wenn mehrere Funksysteme gleichzeitig betrieben werden, müssen deren Frequenzen sinnvoll geplant werden.

Dazu können gehören:

  • Funkmikrofone
  • In-Ear-Systeme
  • Funkstrecken
  • Kommunikationssysteme

Bei größeren Produktionen sollte deshalb eine Frequenzkoordination erfolgen.

Auch gesetzlich zulässige Frequenzbereiche und Nutzungsbedingungen müssen berücksichtigt werden.


Lichttechnik passend zur Veranstaltung auswählen

Auch bei Licht gilt:

Mehr ist nicht automatisch besser.

Bei einer Hochzeit kann eine dezente, elegante Lichtgestaltung sinnvoll sein.

Bei einer Kirmes oder Tanzveranstaltung darf die Lichtshow deutlich dynamischer ausfallen.

Mögliche Bestandteile sind:

  • LED-Scheinwerfer
  • Moving Heads
  • LED-Bars
  • Stroboskope
  • Derby- und Beam-Effekte
  • Ambientebeleuchtung
  • Laser
  • Hazer

Die Technik sollte zur Veranstaltung und zur vorhandenen Fläche passen.


Tanzfläche gezielt beleuchten

Die Lichttechnik sollte dort wirken, wo getanzt wird.

Ein häufiger Fehler besteht darin, Scheinwerfer irgendwo im Raum zu verteilen, ohne die eigentliche Tanzfläche zu berücksichtigen.

Eine gute Planung fragt deshalb:

  • Wo befindet sich die Tanzfläche?
  • Wo steht der DJ?
  • Wo können Lichtstative sicher stehen?
  • Welche Bereiche sollen beleuchtet werden?
  • Müssen Gästetische bewusst ruhiger bleiben?

Eine gezielte Lichtgestaltung wirkt meistens professioneller als wahllos eingesetzte Effekte.


Gäste nicht dauerhaft blenden

Moving Heads und andere leistungsstarke Scheinwerfer können sehr hell sein.

Sie sollten deshalb nicht dauerhaft direkt auf sitzende Gäste oder Bedienpersonal gerichtet werden.

Besonders während:

  • Essen
  • Reden
  • Empfang
  • offiziellen Programmpunkten

sollte die Beleuchtung entsprechend angepasst werden.


Stroboskope bewusst einsetzen

Stroboskop-Effekte können eine starke Wirkung erzeugen.

Sie sollten jedoch gezielt und nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Schnelle Lichtwechsel können für bestimmte Personen gesundheitlich problematisch sein.

Deshalb sollte der Einsatz kontrolliert erfolgen und zum jeweiligen Veranstaltungsteil passen.


Laser sind keine gewöhnlichen Lichteffekte

Laseranlagen benötigen besondere Aufmerksamkeit.

Für Versammlungsstätten, die unter die Sächsische Versammlungsstättenverordnung fallen, müssen Laseranlagen so angeordnet und betrieben werden, dass Personen nicht gefährdet werden.

Je nach Laserklasse und Anwendung können zusätzliche Anforderungen an Betrieb, Schutzmaßnahmen und verantwortliche Personen bestehen.

Laser sollten deshalb niemals einfach ohne geeignete Planung auf Gäste gerichtet werden.


Nebel und Haze verbessern Licht – müssen aber abgestimmt werden

Viele Lichtstrahlen werden erst durch Nebel oder Haze sichtbar.

Deshalb werden entsprechende Geräte häufig eingesetzt.

Vor dem Einsatz muss jedoch geklärt werden:

  • Gibt es Rauch- oder Brandmelder?
  • Darf Nebel eingesetzt werden?
  • Wie empfindlich ist die Brandmeldeanlage?
  • Sind Rettungswege weiterhin gut sichtbar?
  • Ist die Nebeldichte angemessen?

Ein Hazer sollte niemals ohne Rücksprache mit der Location eingeschaltet werden, wenn Auswirkungen auf die Brandmeldeanlage möglich sind.


Stative müssen standsicher stehen

Lautsprecher- und Lichtstative befinden sich häufig in unmittelbarer Nähe von Gästen.

Deshalb müssen sie:

  • standsicher aufgebaut sein
  • für die Last geeignet sein
  • vollständig verriegelt sein
  • auf geeignetem Untergrund stehen
  • möglichst außerhalb von Laufwegen positioniert werden

Ein halb ausgeklapptes Stativ oder improvisierter Aufbau ist keine akzeptable Lösung.


Traversen benötigen fachgerechte Planung

Traversen werden beispielsweise verwendet für:

  • Scheinwerfer
  • Moving Heads
  • Lautsprecher
  • Dekoration
  • Effektgeräte

Dabei handelt es sich um tragende Konstruktionen.

Die DGUV weist darauf hin, dass für in der Veranstaltungstechnik eingesetzte Traversenelemente statische Nachweise beziehungsweise entsprechende Baumusterprüfungen vorhanden sein müssen. Für nicht standardisierte Aufbauvarianten können eigene statische Berechnungen erforderlich werden.

Deshalb gilt:

Traversen sind keine Baukastentechnik, die beliebig zusammengesteckt werden darf.


Lasten über Personen besonders absichern

Sobald technische Geräte oberhalb von Personen montiert werden, steigen die Anforderungen erheblich.

Dazu können gehören:

  • Scheinwerfer
  • Lautsprecher
  • Moving Heads
  • Projektoren
  • Spiegelkugeln
  • Traversen
  • Dekoration

Die DGUV behandelt solche Konstruktionen ausdrücklich in der Information 215-313 „Lasten über Personen“.

Entsprechende Geräte müssen fachgerecht montiert und gegebenenfalls zusätzlich gesichert werden.


Sicherheitsseile richtig verwenden

Bei geeigneten Geräten werden zusätzliche Sicherungen eingesetzt, damit ein Bauteil beim Versagen seiner primären Befestigung nicht auf Personen fallen kann.

Wichtig ist:

Ein beliebiges Drahtseil ist nicht automatisch ein geeignetes Sicherungsseil.

Verwendet werden müssen geeignete und entsprechend dimensionierte Sicherungssysteme.


Moving Heads und bewegte Technik

Moving Heads bewegen während des Betriebs ihren Kopf teilweise sehr schnell.

Deshalb benötigen sie ausreichenden Freiraum.

Sie dürfen beispielsweise nicht so aufgebaut werden, dass:

  • sie gegen Traversen schlagen
  • Kabel eingeklemmt werden
  • Personen den Bewegungsbereich erreichen können
  • Dekoration in den Bewegungsbereich hineinragt

Der vollständige Bewegungsbereich sollte deshalb bereits beim Aufbau geprüft werden.


Kabel müssen geschützt werden

Zur Veranstaltungstechnik gehören zahlreiche Kabel:

  • Strom
  • Audio
  • Lautsprecher
  • DMX
  • Netzwerk
  • Video

Diese Leitungen sollten möglichst nicht durch stark frequentierte Bereiche führen.

Wo dies unvermeidbar ist, müssen geeignete Maßnahmen gegen Stolperstellen und mechanische Beschädigungen getroffen werden.

Besonders wichtig:

Flucht- und Rettungswege dürfen nicht durch unsichere Kabelverlegung beeinträchtigt werden.


Veranstaltungstechnik braucht eine passende Stromversorgung

Eine große technische Anlage benötigt auch eine entsprechend geplante Stromversorgung.

Vorher sollte bekannt sein:

  • benötigte Leistung
  • vorhandene Stromkreise
  • Absicherung
  • CEE-Anschlüsse
  • Stromverteilung
  • Leitungslängen
  • Außen- oder Innenbetrieb

Mehr dazu:

→ Stromversorgung und elektrische Sicherheit


Outdoor-Technik benötigt Wetterschutz

Bei Open-Air-Veranstaltungen muss Veranstaltungstechnik vor Witterung geschützt werden.

Dazu gehören:

  • DJ-Technik
  • Mischpulte
  • Verstärker
  • Stromverteiler
  • Lautsprecher
  • Lichttechnik
  • Kabelverbindungen

Ein kleiner Regenschauer kann elektronische Geräte innerhalb kürzester Zeit beschädigen und elektrische Gefahren verursachen.

Deshalb gilt:

Wetterschutz muss vor Veranstaltungsbeginn geplant sein.


Wind beeinflusst nicht nur Zelte

Wind ist insbesondere für hohe technische Aufbauten relevant.

Beispielsweise:

  • Lichtstative
  • Traversen
  • LED-Wände
  • Projektionsflächen
  • Lautsprechersysteme
  • Banner

können große Windangriffsflächen besitzen.

Bei Open-Air-Veranstaltungen müssen deshalb zulässige Windlasten und Herstellerangaben berücksichtigt werden.

Bei entsprechenden Bedingungen können Aufbauten gesichert, abgesenkt oder außer Betrieb genommen werden müssen.


Backup-Technik erhöht die Ausfallsicherheit

Technische Defekte lassen sich nie vollständig ausschließen.

Professionelle Veranstaltungstechnik sollte deshalb ein angemessenes Backup-Konzept berücksichtigen.

Je nach Veranstaltung kann das beispielsweise beinhalten:

  • Ersatzlaptop
  • Ersatz- beziehungsweise Zweitmikrofon
  • alternative Musikquelle
  • Ersatzkabel
  • Ersatznetzteil
  • Reserve-DMX-Kabel
  • Ersatzadapter
  • zusätzliche Sicherungen beziehungsweise geeignete Ersatzteile
  • alternative Möglichkeit zur Musikwiedergabe

Nicht für jedes Gerät muss ein vollständiges zweites System vorhanden sein.

Entscheidend ist:

Welche technischen Ausfälle würden die Veranstaltung vollständig stoppen?

Gerade dafür sollte eine Ersatzlösung vorhanden sein.


Funktionstest vor Veranstaltungsbeginn

Veranstaltungstechnik sollte nicht erst während des ersten Programmpunktes getestet werden.

Vor Einlass sollten mindestens geprüft werden:

  • Tonanlage
  • Mikrofone
  • Funkstrecken
  • DJ-Technik
  • Lichtanlage
  • DMX-Steuerung
  • Stromversorgung
  • Effekte
  • Backup-Systeme

Die DGUV führt die aktuelle Information 215-310 „Sicherheit bei Veranstaltungen und Produktionen“ in der Ausgabe Mai 2025 und behandelt darin die sichere Bereitstellung und Nutzung von Veranstaltungstechnik.


Sichtkontrolle beim Aufbau

Auch Geräte, die regelmäßig geprüft werden, sollten beim Aufbau nochmals betrachtet werden.

Zu kontrollieren sind beispielsweise:

  • beschädigte Kabel
  • beschädigte Stecker
  • lockere Schrauben
  • defekte Gehäuse
  • fehlende Sicherungen
  • ungewöhnliche Geräusche
  • sichtbare Beschädigungen
  • Stativverriegelungen

Ein technischer Gegenstand kann seit seiner letzten Prüfung beim Transport beschädigt worden sein.


Die Veranstaltungstechnik darf Gäste nicht gefährden

Gäste sollten möglichst keinen direkten Zugriff auf:

  • Stromverteiler
  • Kabelverbindungen
  • Verstärker
  • technische Steuerungen
  • Traversenkonstruktionen
  • Stative
  • Bühnenrückseiten

haben.

Ein klar abgegrenzter Technikbereich erhöht die Sicherheit und reduziert gleichzeitig die Gefahr, dass Gäste versehentlich technische Geräte abschalten oder beschädigen.


Technik muss zur zulässigen Personenzahl passen

Bei zunehmender Besucherzahl ändern sich häufig auch die Anforderungen an die technische Infrastruktur.

Eine kleine Anlage, die für 50 Gäste problemlos funktioniert, kann bei mehreren hundert Besuchern deutlich unterdimensioniert sein.

Mit größeren Anlagen steigen gleichzeitig:

  • Strombedarf
  • Platzbedarf
  • Aufbauzeit
  • Gewicht
  • Personalbedarf
  • Anforderungen an Sicherung und Aufbau

Deshalb darf die technische Planung nicht unabhängig von der Veranstaltungsgröße erfolgen.


Wann Fachpersonal notwendig wird

Nicht jede kleine Familienfeier benötigt einen Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik.

Mit zunehmender Größe und Komplexität können jedoch gesetzliche Anforderungen entstehen.

In Sachsen sieht die Versammlungsstättenverordnung beispielsweise besondere Anforderungen vor:

Bei Szenenflächen von mehr als 50 m² bis einschließlich 200 m² müssen bestimmte Aufgaben grundsätzlich zumindest durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft für Veranstaltungstechnik wahrgenommen werden.

Bei Szenenflächen von mehr als 200 m², Großbühnen sowie bestimmten großen Mehrzweckhallen gelten weitergehende Anforderungen an Verantwortliche für Veranstaltungstechnik.

Für Großbühnen, Szenenflächen über 200 m² und bestimmte Gastspielveranstaltungen mit eigenem Szenenaufbau kann außerdem vor der ersten Veranstaltung eine technische Probe erforderlich sein.


Veranstalter sollten technische Anforderungen frühzeitig abfragen

Bei der Buchung von DJ, Band oder Veranstaltungstechnik sollten folgende Informationen ausgetauscht werden:

  • Art der Veranstaltung
  • erwartete Gästezahl
  • Innen oder Open Air
  • Größe der Veranstaltungsfläche
  • Raumhöhe
  • vorhandene Bühne
  • Tanzflächengröße
  • vorhandene Stromanschlüsse
  • Aufbauzeit
  • Zufahrt
  • vorhandene Hausanlage
  • mögliche Lautstärkebeschränkungen
  • gewünschte Lichttechnik
  • Mikrofonbedarf
  • besondere Programmpunkte

Je mehr Informationen vorliegen, desto genauer kann die technische Anlage geplant werden.


Eine vorhandene Hausanlage ist nicht automatisch ausreichend

Viele Locations verfügen bereits über:

  • Lautsprecher
  • Mischpulte
  • Mikrofone
  • Beleuchtung

Vor einer Veranstaltung sollte trotzdem geklärt werden:

  • Welche Geräte sind vorhanden?
  • Funktionieren sie?
  • Für welche Veranstaltung sind sie ausgelegt?
  • Können externe Geräte angeschlossen werden?
  • Wer darf die Anlage bedienen?
  • Gibt es technische Einschränkungen?

Die Aussage:

„Eine Anlage ist vorhanden.“

ist deshalb noch keine vollständige technische Information.


Aufbauzeiten realistisch planen

Je größer die Veranstaltungstechnik, desto mehr Zeit wird benötigt.

Dazu gehören:

  • Entladen
  • Transport
  • Aufbau
  • Verkabelung
  • Stromverteilung
  • Rigging
  • Toncheck
  • Lichtprogrammierung
  • Funktionstest
  • Sicherheitskontrolle

Bei einer größeren Produktion kann der Aufbau deshalb mehrere Stunden oder deutlich länger dauern.

Die Location muss entsprechend früh zugänglich sein.


Technik sollte vor Gästeeinlass fertig sein

Wenn möglich, sollten vor dem Einlass:

✓ alle technischen Geräte aufgebaut sein
✓ Kabel vollständig verlegt sein
✓ Traversen und Stative fertig gesichert sein
✓ Tonanlage getestet sein
✓ Mikrofone geprüft sein
✓ Lichttechnik getestet sein
✓ Sicherheitsbereiche kontrolliert sein

Ein Aufbau zwischen bereits anwesenden Gästen erhöht Stress und kann zusätzliche Gefahren erzeugen.


Typische Fehler bei der Veranstaltungstechnik

Anlage zu klein dimensioniert

Die Technik wird dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze betrieben.

Nur nach Gästezahl geplant

Raumgröße, Open Air und Akustik wurden nicht berücksichtigt.

Lautsprecher ungünstig positioniert

Einzelne Gäste sitzen unmittelbar davor, andere hören kaum etwas.

Keine Reserve eingeplant

Ein einziges defektes Kabel beendet einen wichtigen Programmpunkt.

Lichttechnik in Laufwegen

Stative stehen dort, wo sich Gäste bewegen.

Traversenkonstruktion improvisiert

Lasten und Aufbauvarianten wurden nicht fachgerecht bewertet.

Kabel ohne Schutz

Leitungen verlaufen quer durch Publikumsbereiche.

Keine Wetterschutzplanung

Die Veranstaltung ist Open Air, technische Geräte stehen aber ungeschützt.

Hausanlage ungeprüft übernommen

Erst kurz vor Veranstaltungsbeginn wird festgestellt, dass Anschlüsse fehlen oder Geräte nicht funktionieren.

Keine Aufbauzeit eingeplant

Technik und Gäste treffen gleichzeitig ein.


Checkliste: Anforderungen an die Veranstaltungstechnik

⬇ Download: Checkliste Anforderungen an die Veranstaltungstechnik

Vor der Veranstaltung sollte geprüft beziehungsweise geklärt werden:

✓ Veranstaltungsart bekannt
✓ Gästezahl bekannt
✓ Größe der Veranstaltungsfläche bekannt
✓ Innen- oder Außenveranstaltung geklärt
✓ Tonanlage ausreichend dimensioniert
✓ Lautsprecherpositionen geplant
✓ Tanzfläche berücksichtigt
✓ Mikrofonbedarf geklärt
✓ Funktechnik abgestimmt
✓ Lichttechnik zur Veranstaltung passend
✓ Lichtstative sicher positionierbar
✓ Laser nur bei geeigneten Voraussetzungen eingeplant
✓ Hazer/Nebel mit Location abgestimmt
✓ Traversen fachgerecht geplant
✓ Lasten über Personen fachgerecht gesichert
✓ Strombedarf bekannt
✓ Stromversorgung geklärt
✓ Kabelwege geplant
✓ Rettungswege vollständig frei
✓ Technikbereich gegen Gästezugriff geschützt
✓ Wetterschutz bei Open Air vorhanden
✓ Windbelastung berücksichtigt
✓ Backup-Technik vorhanden
✓ Ersatzkabel und wichtige Ersatzteile vorhanden
✓ Funktionstest vor Gästeeinlass vorgesehen
✓ Ausreichend Aufbauzeit eingeplant
✓ Notwendiges Fachpersonal berücksichtigt

Fazit

Professionelle Veranstaltungstechnik besteht nicht darin, möglichst viele Lautsprecher und Scheinwerfer aufzubauen.

Sie muss zur Veranstaltung passen.

Dabei müssen Ton, Licht, Stromversorgung, Aufbau, Sicherheit, Raumgröße und Gästezahl gemeinsam betrachtet werden.

Eine gut geplante technische Anlage ist:

ausreichend leistungsfähig, zuverlässig, sicher und für die jeweilige Veranstaltung angemessen.

Besonders bei größeren Veranstaltungen sollte deshalb frühzeitig professionelles Fachpersonal eingebunden werden.

Denn gute Veranstaltungstechnik fällt nicht dadurch auf, dass möglichst viel Technik herumsteht.

Sie fällt dadurch auf, dass alles funktioniert, gut klingt, gut aussieht und gleichzeitig sicher aufgebaut ist.

Wie viel Ton- und Lichttechnik benötigt eine Veranstaltung?

Diese Frage wird häufig nur mit der Anzahl der Gäste beantwortet:

50 Gäste = kleine Anlage, 200 Gäste = große Anlage.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Die Gästezahl ist ein wichtiger Orientierungspunkt – aber nur einer von mehreren Faktoren.

Für eine sinnvolle Dimensionierung müssen unter anderem berücksichtigt werden:

  • Art der Veranstaltung
  • Anzahl der Gäste
  • Größe der Veranstaltungsfläche
  • Raumform und Raumhöhe
  • Tanzfläche
  • Innen- oder Außenveranstaltung
  • gewünschte Lautstärke
  • Musikstil
  • Bühnen- und Showprogramm
  • vorhandene Stromversorgung
  • mögliche Lärmschutzvorgaben

Deshalb gilt:

Veranstaltungstechnik sollte nicht möglichst groß, sondern passend dimensioniert sein.


Was bedeutet „richtig dimensionieren“?

Eine richtig dimensionierte technische Anlage erfüllt ihre Aufgabe zuverlässig, ohne permanent an ihrer Leistungsgrenze betrieben werden zu müssen.

Bei der Tontechnik bedeutet das beispielsweise:

  • ausreichende Lautstärke
  • gute Sprachverständlichkeit
  • gleichmäßige Beschallung
  • sauberer Klang
  • ausreichende Reserven

Bei der Lichttechnik bedeutet es:

  • die Tanzfläche sinnvoll auszuleuchten
  • den Raum atmosphärisch zu gestalten
  • wichtige Bereiche sichtbar zu machen
  • Effekte gezielt einzusetzen
  • Gäste nicht unnötig zu blenden

Eine größere Anlage ist deshalb nicht automatisch die bessere Anlage.


Gästezahl ist nur der Anfang

Die Gästezahl hilft bei einer ersten Einschätzung.

Eine Veranstaltung mit 40 Gästen benötigt normalerweise weniger Technik als eine Veranstaltung mit 400 Gästen.

Trotzdem können zwei Veranstaltungen mit derselben Gästezahl völlig unterschiedliche Anforderungen haben.

Beispiel
Veranstaltung A

100 Gäste in einem kompakten Hochzeitssaal mit niedriger Decke und einer kleinen Tanzfläche.

Veranstaltung B

100 Gäste in einer großen Veranstaltungshalle mit hoher Decke und weit auseinanderliegenden Bereichen.

Obwohl beide Veranstaltungen dieselbe Gästezahl besitzen, kann Veranstaltung B erheblich höhere Anforderungen an die Beschallung und Beleuchtung stellen.


Die Größe der zu beschallenden Fläche ist entscheidend

Für die Tonanlage sollte deshalb nicht nur gefragt werden:

„Wie viele Gäste kommen?“

Sondern auch:

„Welche Fläche muss tatsächlich beschallt werden?“

Es macht einen großen Unterschied, ob sich 100 Personen:

  • auf 80 m²,
  • in einem langen Festzelt,
  • in einer 400-m²-Halle
  • oder auf einer großen Außenfläche

befinden.

Je größer und schwieriger die Fläche ist, desto wichtiger wird eine gezielte Lautsprecherplanung.


Nicht jeder Bereich benötigt dieselbe Lautstärke

Eine Veranstaltung besteht häufig aus verschiedenen Bereichen:

  • Tanzfläche
  • Sitzbereich
  • Bar
  • Buffet
  • Außenbereich
  • Empfang
  • Bühne

Diese Bereiche müssen nicht zwangsläufig mit derselben Lautstärke beschallt werden.

Eine gute technische Planung versucht deshalb nicht einfach, die gesamte Location möglichst laut zu machen.

Stattdessen sollte die Beschallung dort konzentriert werden, wo sie benötigt wird.


Kleine Veranstaltungen

Bei kleineren Feiern kann eine kompakte Tonanlage vollkommen ausreichend sein.

Typische Beispiele:

  • kleinere Hochzeit
  • Geburtstag
  • Familienfeier
  • kleinere Firmenfeier
  • Sektempfang

Je nach Raum und Anforderungen kann beispielsweise ein hochwertiges Säulenlautsprechersystem oder ein kompaktes Aktivlautsprechersystem ausreichen.

Wichtig ist trotzdem:

  • ausreichende Sprachverständlichkeit
  • genügend Leistungsreserve für die Tanzfläche
  • vernünftige Lautsprecherposition
  • geeignete Mikrofontechnik

Kleine Veranstaltung bedeutet nicht automatisch kleine Qualität.

Gerade bei kleineren Feiern ist eine sauber abgestimmte kompakte Anlage häufig besser als eine überdimensionierte PA.


Mittlere Veranstaltungen

Steigt die Gästezahl und Veranstaltungsfläche, steigen meist auch die Anforderungen.

Typische Veranstaltungen können sein:

  • größere Hochzeit
  • Firmenveranstaltung
  • Vereinsfeier
  • größere Geburtstagsparty
  • Tanzveranstaltung
  • kleinere Kirmes

Hier können beispielsweise notwendig werden:

  • zwei leistungsfähige Hauptlautsprecher
  • zusätzliche Subwoofer
  • mehrere Lautsprecherpositionen
  • leistungsfähigere Lichttechnik
  • Moving Heads
  • zusätzliche LED-Scheinwerfer
  • mehrere Funkmikrofone

Auch die Stromversorgung muss entsprechend angepasst werden.


Große Veranstaltungen

Bei größeren Veranstaltungen reicht es häufig nicht mehr aus, einfach größere Lautsprecher links und rechts neben die Bühne zu stellen.

Dann kann eine professionelle Beschallungsplanung erforderlich werden.

Mögliche Bestandteile sind:

  • leistungsstarke PA-Systeme
  • mehrere Subwoofer
  • zusätzliche Lautsprecher
  • Delay-Lautsprecher
  • Frontfills
  • Bühnenmonitore
  • digitale Mischpulte
  • professionelle Funktechnik
  • umfangreichere Lichtanlagen
  • Traversensysteme
  • mehrere Stromkreise beziehungsweise professionelle Stromverteilung

Mit zunehmender Größe steigen gleichzeitig die Anforderungen an:

  • Planung
  • Personal
  • Aufbauzeit
  • Stromversorgung
  • Sicherheit
  • Transport
  • technische Betreuung

Leistungsreserve ist wichtig

Eine Tonanlage sollte nicht während der gesamten Veranstaltung an ihrer maximalen Leistungsgrenze betrieben werden müssen.

Ausreichende Reserven ermöglichen:

  • saubere Wiedergabe
  • geringere Verzerrungen
  • dynamische Musik
  • zuverlässigen Betrieb
  • Reaktion auf unterschiedliche Musikstücke und Programmpunkte

Das bedeutet jedoch nicht:

„Je mehr Watt, desto besser.“

Eine Anlage muss als Gesamtsystem zur Veranstaltung passen.


Watt allein sagt wenig aus

Bei Lautsprechern wird häufig nur auf die Wattzahl geschaut.

Das ist für eine vernünftige Bewertung jedoch nicht ausreichend.

Wichtiger sind unter anderem:

  • maximal erreichbarer Schalldruck
  • Wirkungsgrad beziehungsweise Empfindlichkeit
  • Abstrahlverhalten
  • Frequenzgang
  • eingesetzte Lautsprecher
  • Anzahl der Systeme
  • Positionierung
  • Raumakustik

Ein professionelles Lautsprechersystem mit einer vermeintlich niedrigeren Wattangabe kann deshalb effektiver sein als ein günstiges System mit einer sehr hohen Werbeangabe.

Watt ist kein Maß für Klangqualität.


Die Position der Lautsprecher ist genauso wichtig wie ihre Leistung

Eine leistungsfähige Anlage kann trotzdem schlecht funktionieren, wenn sie falsch aufgestellt wird.

Ein häufiger Fehler ist:

Die Anlage wird immer lauter gestellt, obwohl das eigentliche Problem eine schlechte Lautsprecherposition ist.

Besser kann beispielsweise sein:

  • Lautsprecher höher positionieren
  • zusätzliche Lautsprecher einsetzen
  • Abstrahlrichtung verändern
  • lange Räume mit Delay-Lautsprechern versorgen
  • die Tanzfläche gezielter beschallen

Damit kann häufig eine gleichmäßigere Beschallung mit geringerer Gesamtlautstärke erreicht werden.


Lange Räume stellen besondere Anforderungen

Festzelte und lange Säle sind typische Beispiele.

Stehen die Hauptlautsprecher nur an einem Ende des Raumes, entsteht schnell folgendes Problem:

Vorne ist es sehr laut.

Hinten ist es trotzdem zu leise.

Die falsche Lösung wäre:

Vorne immer weiter aufdrehen.

Bei größeren Entfernungen können zusätzliche zeitverzögerte Lautsprecher – sogenannte Delay-Lautsprecher – eine sinnvollere Lösung sein.

Sie sorgen dafür, dass auch weiter entfernte Bereiche erreicht werden, ohne den vorderen Bereich unnötig laut beschallen zu müssen.


Raumakustik beeinflusst die benötigte Anlage

Nicht jeder Raum klingt gleich.

Problematisch können beispielsweise sein:

  • große Glasflächen
  • Betonwände
  • hohe Decken
  • leere Hallen
  • stark reflektierende Flächen

Dort entstehen schnell:

  • Reflexionen
  • Nachhall
  • schlechte Sprachverständlichkeit
  • unangenehm hohe Lautstärken

Eine größere Anlage löst solche Probleme nicht automatisch.

Häufig ist eine bessere Verteilung der Lautsprecher wichtiger als zusätzliche Leistung.


Open Air benötigt andere Reserven

Im Freien fehlen reflektierende Wände und Decken.

Der Schall kann sich ungehindert ausbreiten.

Deshalb benötigt eine Außenveranstaltung häufig mehr Beschallungsleistung und eine gezieltere Planung als eine vergleichbare Veranstaltung im Innenraum.

Zusätzlich müssen berücksichtigt werden:

  • Größe des Geländes
  • Entfernung der Gäste zur Bühne
  • Wind
  • Nachbarschaft
  • Lärmschutz
  • Stromversorgung
  • Wetterschutz

Eine Anlage, die in einem Saal problemlos funktioniert, kann draußen deutlich schneller an ihre Grenzen kommen.


Bass richtig dimensionieren

Tiefe Frequenzen benötigen besondere Aufmerksamkeit.

Für Veranstaltungen mit Tanz und moderner Musik können Subwoofer einen wesentlichen Bestandteil der Beschallung darstellen.

Der benötigte Bassanteil hängt unter anderem ab von:

  • Musikrichtung
  • Veranstaltungsgröße
  • Tanzfläche
  • Raumakustik
  • Innen oder Open Air
  • gewünschtem Veranstaltungscharakter

Eine Hintergrundbeschallung beim Sektempfang benötigt beispielsweise deutlich weniger Bass als eine große Tanzveranstaltung.


Zu viel Bass ist ebenfalls keine gute Planung

Mehr Subwoofer bedeuten nicht automatisch eine bessere Party.

Ein schlecht abgestimmtes Basssystem kann:

  • unangenehm dröhnen
  • bestimmte Bereiche überbetonen
  • andere Bereiche kaum erreichen
  • Nachbarn stärker belasten

Auch hier gilt:

Positionierung und Abstimmung sind genauso wichtig wie die Anzahl der Lautsprecher.


Sprachverständlichkeit mit einplanen

Die Tonanlage muss häufig nicht nur Musik übertragen.

Bei Veranstaltungen gibt es beispielsweise:

  • Begrüßungen
  • Reden
  • Hochzeitsansprachen
  • Moderationen
  • Ehrungen
  • Präsentationen
  • Sicherheitshinweise

Deshalb muss bereits bei der Dimensionierung berücksichtigt werden, ob Sprache im gesamten vorgesehenen Bereich verständlich übertragen werden muss.


Lichttechnik nach Fläche planen

Auch Lichttechnik sollte nicht einfach nach Gästezahl ausgewählt werden.

Wichtiger ist:

Welche Fläche soll beleuchtet werden?

Das können sein:

  • Tanzfläche
  • Bühne
  • DJ-Bereich
  • Saal
  • Wände
  • Architektur
  • Außenbereich

Ein einzelner Lichteffekt kann eine kleine Tanzfläche ausreichend ergänzen.

Auf einer großen Bühne wäre derselbe Effekt kaum wahrnehmbar.


Tanzfläche und Raumlicht unterscheiden

Für eine gute Lichtgestaltung sollte zwischen zwei Aufgaben unterschieden werden.

Tanzflächenlicht

Dynamisches Licht für die Party:

  • Moving Heads
  • Beams
  • Spots
  • LED-Effekte
  • Stroboskope
  • Laser bei geeigneten Voraussetzungen
Ambientebeleuchtung

Atmosphärische Beleuchtung für:

  • Wände
  • Säulen
  • Architektur
  • Hintergrundbereiche
  • Sitzbereiche

Beide Bereiche erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Eine gute Veranstaltung kann deshalb von einer Kombination profitieren.


Kleine Tanzfläche

Bei einer kleinen Tanzfläche kann bereits eine kompakte Lichtanlage ausreichend sein.

Zum Beispiel:

  • mehrere LED-Scheinwerfer
  • kompakte Lichtbar
  • wenige Moving Heads
  • dezente Effekte

Entscheidend ist, dass die Effekte tatsächlich auf der Tanzfläche wirken.


Mittlere Tanzfläche

Bei einer größeren Tanzfläche können zusätzlich eingesetzt werden:

  • mehrere Moving Heads
  • LED-Bars
  • Washlights
  • Beam-Effekte
  • Stroboskope
  • Hazer

Die verschiedenen Geräte sollten dabei ein abgestimmtes Gesamtbild erzeugen.

Zehn unterschiedliche Effekte gleichzeitig machen noch keine professionelle Lichtshow.


Große Bühne oder Veranstaltungsfläche

Bei größeren Produktionen wird Lichttechnik häufig in verschiedene Bereiche aufgeteilt:

  • Frontlicht
  • Gegenlicht
  • Bühnenlicht
  • Effektlicht
  • Publikumseffekte
  • Ambientebeleuchtung

Hinzu kommen möglicherweise:

  • Traversen
  • bewegte Scheinwerfer
  • Spezialeffekte
  • Video- oder LED-Technik

Eine solche Anlage muss entsprechend geplant und von qualifizierten Personen aufgebaut und betrieben werden.


Licht muss zur Raumhöhe passen

Die Höhe einer Location spielt ebenfalls eine Rolle.

In einem Raum mit niedriger Decke können große Traversenkonstruktionen oder leistungsstarke Beam-Effekte ungeeignet sein.

In einer hohen Halle kann dagegen eine kleine Lichtanlage optisch nahezu verschwinden.

Deshalb sollte bereits vor der Veranstaltung bekannt sein:

  • Raumhöhe
  • mögliche Aufstellhöhen
  • vorhandene Befestigungsmöglichkeiten
  • benötigte Sicherheitsabstände

Nicht einfach alles an die Decke hängen

Technische Geräte oberhalb von Personen erfordern besondere Sicherheitsmaßnahmen.

Das betrifft beispielsweise:

  • Scheinwerfer
  • Moving Heads
  • Lautsprecher
  • Spiegelkugeln
  • Traversen
  • Videotechnik

Entsprechende Lasten müssen fachgerecht befestigt und gegebenenfalls zusätzlich gesichert werden.

Improvisierte Befestigungen haben in der Veranstaltungstechnik nichts zu suchen.


Stative benötigen Platz

Auch bodengestützte Lichttechnik benötigt Fläche.

Ein Lichtstativ benötigt nicht nur den Platz seines Rohres.

Entscheidend ist die gesamte Standfläche.

Dazu gehören:

  • Stativbeine
  • erforderliche Sicherheitsabstände
  • Bewegungsbereiche
  • Kabelwege

Deshalb sollte ein Stativ nicht dort geplant werden, wo Gäste später direkt daran vorbeilaufen müssen.


Nebel und Haze nicht vergessen

Viele moderne Lichteffekte wirken erst richtig mit leichtem Haze.

Dadurch werden Lichtstrahlen im Raum sichtbar.

Vorher muss jedoch geklärt werden:

  • Ist Haze erlaubt?
  • Gibt es Rauchmelder?
  • Gibt es eine Brandmeldeanlage?
  • Welche Vorgaben macht die Location?

Die technische Planung muss deshalb mit dem Brandschutz abgestimmt werden.


Die Stromversorgung wächst mit der Anlage

Mehr Ton- und Lichttechnik bedeutet normalerweise auch mehr Strombedarf.

Eine kleine Anlage kann möglicherweise über wenige geeignete 230-V-Stromkreise betrieben werden.

Bei größeren Anlagen können notwendig werden:

  • mehrere getrennte Stromkreise
  • CEE-Anschlüsse
  • professionelle Stromverteiler
  • zusätzliche Absicherung
  • geplante Lastverteilung

Deshalb sollte die Stromplanung parallel zur technischen Dimensionierung erfolgen.

Mehr dazu:

→ Stromversorgung und elektrische Sicherheit


Platzbedarf nicht unterschätzen

Eine größere technische Anlage benötigt nicht nur mehr Strom.

Sie benötigt auch mehr Platz.

Zusätzlich zum DJ-Pult können erforderlich sein:

  • Lautsprecher
  • Subwoofer
  • Lichtstative
  • Traversen
  • Stromverteiler
  • Kabelwege
  • Cases
  • Techniklager
  • Bühnenflächen

Die Technik sollte deshalb bereits vor der Bestuhlung eingeplant werden.


Praktische Orientierung nach Veranstaltungsgröße

Die folgende Einteilung ist keine verbindliche technische Vorgabe, sondern lediglich eine erste praktische Orientierung.

Kleine Feier

Beispielsweise:

bis etwa 50–70 Gäste

Mögliche Ausstattung:

Ton

  • hochwertiges Säulen- oder kompaktes PA-System
  • gegebenenfalls Subwoofer

Licht

  • kompakte Tanzflächenbeleuchtung
  • LED-Scheinwerfer
  • wenige bewegte Effekte

Mikrofon

  • ein bis zwei Mikrofone

Strom

  • wenige geeignete getrennte 230-V-Stromkreise

Ideal beispielsweise für:

  • kleine Hochzeit
  • Geburtstag
  • Familienfeier
  • kleinere Firmenveranstaltung

Mittlere Veranstaltung

Beispielsweise:

etwa 70–200 Gäste

Mögliche Ausstattung:

Ton

  • leistungsfähigere PA
  • zusätzliche Subwoofer
  • gegebenenfalls zusätzliche Lautsprecher

Licht

  • mehrere Moving Heads
  • LED-Wash
  • LED-Bars
  • Effektbeleuchtung

Mikrofone

  • mehrere Funkmikrofone nach Bedarf

Strom

  • mehrere getrennte Stromkreise
  • je nach Anlage CEE-Versorgung

Ideal beispielsweise für:

  • größere Hochzeit
  • Vereinsfeier
  • Firmenveranstaltung
  • Tanzveranstaltung

Große Veranstaltung

Beispielsweise:

ab etwa 200 Gästen

Hier sollte nicht mehr pauschal nach einer einfachen Gästezahl dimensioniert werden.

Je nach Fläche können erforderlich werden:

Ton

  • professionelle PA
  • mehrere Subwoofer
  • Delay-Lautsprecher
  • zusätzliche Beschallungszonen

Licht

  • größere Traversensysteme
  • mehrere Moving Heads
  • Wash- und Beamtechnik
  • Bühnenbeleuchtung
  • professionelle Steuerung

Mikrofone

  • professionelle Funktechnik
  • gegebenenfalls Frequenzkoordination

Strom

  • professionelle Stromverteilung
  • geeignete CEE-Einspeisung
  • mehrere getrennte Versorgungsbereiche

Bei solchen Veranstaltungen sollte die technische Planung individuell erfolgen.


Die Grenzen sind fließend

Die genannten Gästezahlen stellen bewusst keine festen Grenzen dar.

Eine Veranstaltung mit 150 Personen auf einer großen Außenfläche kann technisch anspruchsvoller sein als eine Veranstaltung mit 250 Personen in einer gut ausgestatteten Halle.

Deshalb gilt:

Gästezahl liefert eine Orientierung – Fläche und Veranstaltungsart bestimmen die tatsächliche Technik.


Zu klein dimensionierte Technik erkennen

Mögliche Anzeichen sind:

  • Anlage muss ständig am Limit betrieben werden
  • Musik klingt verzerrt
  • hintere Bereiche hören zu wenig
  • vorne ist es unangenehm laut
  • Sprache ist schlecht verständlich
  • Licht erreicht große Teile der Tanzfläche nicht
  • einzelne Scheinwerfer wirken auf großer Fläche verloren
  • Stromversorgung wird ständig an ihre Grenze gebracht

Dann ist nicht zwangsläufig einfach „mehr Lautstärke“ die Lösung.

Die gesamte Planung sollte überprüft werden.


Überdimensionierte Technik ist ebenfalls problematisch

Auch das Gegenteil kann passieren.

Eine extrem große Anlage in einem kleinen Saal bringt möglicherweise:

  • unnötigen Platzbedarf
  • höhere Kosten
  • längere Aufbauzeiten
  • höheren Strombedarf
  • zusätzliche Sicherheitsanforderungen
  • schlechtere Sicht
  • unnötig hohe mögliche Schalldruckpegel

Deshalb gilt auch hier:

Technik sollte passen – nicht beeindrucken, bevor überhaupt die Veranstaltung begonnen hat.


Sicherheitsanforderungen wachsen mit der Technik

Mit zunehmender technischer Größe steigen regelmäßig auch die Anforderungen an:

  • Tragwerke
  • Stative
  • Rigging
  • elektrische Versorgung
  • Personal
  • Auf- und Abbau
  • Brandschutz
  • Rettungswege

Für bestimmte Versammlungsstätten in Sachsen gelten zudem konkrete personelle Anforderungen. Bei Szenenflächen von mehr als 50 m² bis einschließlich 200 m² müssen bestimmte veranstaltungstechnische Aufgaben grundsätzlich zumindest durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft wahrgenommen werden. Bei Szenenflächen über 200 m² und weiteren großen Anlagen greifen weitergehende Anforderungen an Verantwortliche für Veranstaltungstechnik.

Deshalb sollte bei größeren Produktionen frühzeitig geklärt werden, welches Fachpersonal erforderlich ist.


Fragen, die Veranstalter vor der Technikplanung beantworten sollten

Vor der Buchung oder Planung der Veranstaltungstechnik sollten folgende Punkte bekannt sein:

✓ Wie viele Gäste werden erwartet?
✓ Wie groß ist die Veranstaltungsfläche?
✓ Wie groß ist die Tanzfläche?
✓ Findet die Veranstaltung innen oder außen statt?
✓ Welche Raumhöhe ist vorhanden?
✓ Gibt es eine Bühne?
✓ Gibt es Reden oder Moderationen?
✓ Wird Live-Musik gespielt?
✓ Welche Musikrichtung ist geplant?
✓ Welche Lautstärkebeschränkungen bestehen?
✓ Welche Stromversorgung ist vorhanden?
✓ Wo können Lautsprecher aufgestellt werden?
✓ Wo kann Lichttechnik aufgebaut werden?
✓ Sind Traversen vorgesehen?
✓ Darf Nebel oder Haze eingesetzt werden?
✓ Wie viel Aufbauzeit steht zur Verfügung?


Typische Fehler bei der Dimensionierung

Nur die Gästezahl genannt

„Wir haben 150 Gäste“ reicht als technische Information nicht aus.

Wattzahlen verglichen

Die Anlage mit der höchsten Wattangabe wird automatisch für die beste gehalten.

Open Air wie einen Saal geplant

Die gleiche Technik wird eingesetzt, obwohl die akustischen Bedingungen vollkommen anders sind.

Lautsprecher zu klein gewählt

Die Anlage muss permanent an ihrer Leistungsgrenze betrieben werden.

Lautsprecher zu groß gewählt

Unnötiger Platzbedarf und Aufwand entstehen.

Keine Delay-Lautsprecher berücksichtigt

In langen Räumen wird vorne extrem laut gefahren, damit hinten überhaupt etwas ankommt.

Zu wenig Licht für die Fläche

Vier kleine Effekte sollen eine große Halle beleuchten.

Zu viel Licht im kleinen Raum

Gäste werden durch überdimensionierte Effekte ständig geblendet.

Strombedarf vergessen

Ton und Licht wurden geplant – die notwendige Stromversorgung jedoch nicht.

Platzbedarf vergessen

Erst beim Aufbau wird festgestellt, dass Lautsprecher, Stative und Traversen nicht in den vorgesehenen Bereich passen.


Checkliste: Ton- und Lichttechnik richtig dimensionieren

⬇ Checkliste Ton- und Lichttechnik

Vor der Veranstaltung sollte geprüft werden:

✓ Gästezahl bekannt
✓ Veranstaltungsfläche bekannt
✓ Raumform berücksichtigt
✓ Raumhöhe bekannt
✓ Innen oder Open Air berücksichtigt
✓ Tanzflächengröße bekannt
✓ Tonanlage zur Fläche passend
✓ ausreichende Leistungsreserve vorhanden
✓ Lautsprecherpositionen geplant
✓ gegebenenfalls zusätzliche Beschallungszonen vorgesehen
✓ Sprachverständlichkeit berücksichtigt
✓ Subwoofer passend dimensioniert
✓ Lichttechnik zur Tanzfläche passend
✓ Ambientebeleuchtung separat berücksichtigt
✓ Gäste nicht unnötig geblendet
✓ Stative und Traversen sicher aufstellbar
✓ Nebel/Haze mit der Location abgestimmt
✓ Strombedarf berechnet beziehungsweise geplant
✓ geeignete Stromversorgung vorhanden
✓ ausreichende Technikfläche vorhanden
✓ Rettungswege bleiben vollständig frei
✓ Open-Air-Wetterschutz vorhanden
✓ notwendiges Fachpersonal berücksichtigt
✓ Aufbau- und Testzeit ausreichend geplant

Fazit

Die richtige Dimensionierung von Ton- und Lichttechnik lässt sich nicht ausschließlich an einer Gästezahl festmachen.

Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:

Gästezahl + Veranstaltungsfläche + Raumakustik + Tanzfläche + Veranstaltungsart + gewünschter Wirkung.

Bei kleinen Veranstaltungen kann eine hochwertige kompakte Anlage völlig ausreichend sein.

Mit zunehmender Größe können zusätzliche Lautsprecher, Subwoofer, Delay-Systeme, größere Lichtanlagen und professionelle Stromverteilungen notwendig werden.

Das Ziel sollte jedoch immer dasselbe bleiben:

Nicht möglichst viel Technik – sondern genau die Technik, die für die jeweilige Veranstaltung sinnvoll benötigt wird.

🔧 Technikwissen & Praxistipps

XLR- oder DMX-Kabel – wo liegt der Unterschied?

XLR- und DMX-Kabel sehen auf den ersten Blick oft gleich aus. Besonders bei dreipoligen Steckern besteht Verwechslungsgefahr. Trotzdem sind beide Kabel für unterschiedliche Aufgaben vorgesehen.

Was ist ein XLR-Kabel?

Die Bezeichnung XLR beschreibt zunächst die Bauform des Steckers. Im Veranstaltungsbereich werden dreipolige XLR-Kabel hauptsächlich zur Übertragung von Audiosignalen verwendet.

Typische Einsatzbereiche:

  • Mikrofone
  • Mischpulte und DJ-Controller
  • Aktivlautsprecher
  • Funkmikrofon-Empfänger
  • weitere Audiogeräte

Diese Kabel werden häufig als Mikrofonkabel, Audiokabel oder XLR-Audiokabel bezeichnet.

 

Was ist ein DMX-Kabel?

Ein DMX-Kabel überträgt digitale Steuersignale zwischen einem Lichtcontroller und den angeschlossenen Geräten. Es ist speziell für die DMX512-Datenübertragung ausgelegt und besitzt in der Regel einen Wellenwiderstand von 110 bis 120 Ohm.

Typische Einsatzbereiche:

  • Moving Heads
  • LED-Scheinwerfer und LED-Bars
  • Stroboskope
  • Derby- und Strahleneffekte
  • Nebelmaschinen und Hazer
  • weitere DMX-steuerbare Effektgeräte

DMX-Kabel sind mit dreipoligen oder fünfpoligen XLR-Steckern erhältlich.

Die wichtigsten Unterschiede

XLR-Audiokabel DMX-Kabel
Überträgt hauptsächlich Audiosignale Überträgt digitale DMX-Steuersignale
Meist dreipoliger XLR-Stecker Drei- oder fünfpoliger XLR-Stecker
Für Mikrofone und Audiogeräte Für Licht- und Effekttechnik
Kein festgelegter DMX-Wellenwiderstand 110 bis 120 Ohm
Häufig mit „Microphone“ oder „Audio“ beschriftet Häufig mit „DMX“, „DMX512“ oder „110/120 Ohm“ beschriftet

Wie erkennt man den Unterschied?

Bei einem dreipoligen Stecker lässt sich der Kabeltyp nicht zuverlässig an der Form erkennen. Entscheidend ist die Beschriftung auf dem Kabelmantel oder der Verpackung.

Hinweise auf ein DMX-Kabel:

Hinweise auf ein Audiokabel:

Ein fünfpoliger XLR-Stecker wird im Veranstaltungsbereich meistens für DMX verwendet. Bei dreipoligen Steckern kann es sich dagegen sowohl um ein Audio- als auch um ein DMX-Kabel handeln.

Kann man ein Audiokabel für DMX verwenden?

Bei kurzen Kabelwegen und wenigen Geräten kann ein normales Mikrofonkabel gelegentlich funktionieren. Es entspricht jedoch nicht den elektrischen Anforderungen einer zuverlässigen DMX-Datenleitung.

Besonders bei längeren Leitungen oder vielen angeschlossenen Geräten können folgende Probleme auftreten:

  • unkontrolliertes Flackern
  • falsche Farben oder Bewegungen
  • verzögerte Reaktionen
  • Aussetzer einzelner Geräte
  • vollständiger Verlust des DMX-Signals

Für eine sichere und störungsfreie Lichtsteuerung sollte deshalb immer ein echtes DMX-Kabel mit 110 bis 120 Ohm verwendet werden.

 

Wann benötigt man einen DMX-Terminator?

Am Ausgang des letzten Gerätes einer längeren DMX-Kette sollte ein 120-Ohm-DMX-Terminator eingesetzt werden. Er verhindert Signalreflexionen und kann dadurch Störungen, Flackern und unkontrollierte Gerätebewegungen reduzieren.

 

 

Praxistipp von Dance-Power

Damit beim Aufbau keine Kabel verwechselt werden, können sie zusätzlich mit farbigem Klettband, Kabelmarkierungen oder Schrumpfschlauch gekennzeichnet werden:

  • Blau: DMX-Kabel
  • Rot: Audiokabel
  • Gelb: Stromkabel

So lässt sich bereits beim Ausladen und Verkabeln schnell erkennen, welches Kabel für welchen Zweck bestimmt ist.

Kurz zusammengefasst

Für Mikrofone, Mischpulte und Lautsprecher werden XLR-Audiokabel verwendet. Für Moving Heads, LED-Scheinwerfer, Stroboskope und andere steuerbare Effektgeräte gehören echte DMX-Kabel zum Einsatz.

Auch wenn die Stecker gleich aussehen: Der Kabelaufbau und der vorgesehene Einsatzbereich sind unterschiedlich. Die richtige Kabelwahl sorgt für eine zuverlässige Ton- und Lichttechnik und vermeidet unnötige Störungen während einer Veranstaltung.

DMX-Kette richtig verkabeln

Mit einer korrekt aufgebauten DMX-Kette lassen sich Moving Heads, LED-Scheinwerfer, Stroboskope und weitere Effektgeräte zuverlässig von einem DMX-Controller aus steuern. Die Geräte werden dabei nacheinander miteinander verbunden.

So wird die DMX-Kette aufgebaut

Die Verbindung beginnt am DMX-Controller:

DMX-Controller → Moving Head → LED-Bar → Stroboskop → DMX-Terminator

Das DMX-Signal wird immer nach demselben Prinzip weitergegeben:

  1. Vom DMX OUT des Controllers zum DMX IN des ersten Geräts
  2. Vom DMX OUT des ersten Geräts zum DMX IN des nächsten Geräts
  3. Weitere Geräte ebenfalls von DMX OUT zu DMX IN verbinden
  4. Am DMX OUT des letzten Geräts einen 120-Ohm-DMX-Terminator einsetzen

Diese Art der Verkabelung wird auch als Daisy Chain oder Reihenschaltung bezeichnet.

Die richtige Signalrichtung beachten

DMX-Daten werden nur in einer Richtung übertragen. Deshalb muss das Kabel immer vom Ausgang zum Eingang geführt werden:

DMX OUT → DMX IN

Werden Ein- und Ausgang vertauscht, erreicht das Steuersignal die angeschlossenen Geräte nicht.

Welche Kabel sollten verwendet werden?

Für eine zuverlässige DMX-Verbindung sollten ausschließlich geeignete DMX-Kabel mit einem Wellenwiderstand von 110 bis 120 Ohm verwendet werden.

Normale XLR-Mikrofonkabel können bei kurzen Strecken gelegentlich funktionieren, sind für die digitale DMX-Datenübertragung jedoch nicht vorgesehen. Besonders bei längeren Leitungen oder mehreren Geräten können dadurch Störungen und Aussetzer entstehen.

Warum wird ein DMX-Terminator benötigt?

Ein DMX-Terminator ist ein Abschlussstecker mit einem Widerstand von 120 Ohm. Er wird direkt in den freien DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts gesteckt.

Der Terminator kann Signalreflexionen verhindern und dadurch folgende Störungen reduzieren:

  • unkontrolliertes Flackern
  • falsche Farben
  • fehlerhafte Bewegungen
  • verzögerte Reaktionen
  • Aussetzer einzelner Geräte

Bei kurzen und einfachen DMX-Ketten funktioniert die Steuerung häufig auch ohne Terminator. Für einen zuverlässigen Veranstaltungsbetrieb ist sein Einsatz am letzten Gerät dennoch empfehlenswert.

Keine einfachen Y-Kabel verwenden

Eine DMX-Leitung sollte nicht mit einem passiven Y-Kabel aufgeteilt werden. Dadurch können Signalreflexionen und Übertragungsfehler entstehen.

Wenn das DMX-Signal auf mehrere Leitungen oder verschiedene Bereiche verteilt werden soll, ist ein aktiver DMX-Splitter die richtige Lösung. Er teilt das Signal fachgerecht auf und trennt die einzelnen DMX-Leitungen voneinander.

DMX-Adressen richtig einstellen

Jedes Gerät benötigt eine passende DMX-Startadresse. Sollen mehrere Geräte unabhängig voneinander gesteuert werden, dürfen sich ihre verwendeten Kanalbereiche nicht überschneiden.

Sollen baugleiche Geräte dagegen immer genau dasselbe machen, können sie bewusst auf dieselbe DMX-Adresse eingestellt werden.

Häufige Fehler bei der DMX-Verkabelung

  • DMX OUT und DMX IN vertauscht
  • ungeeignete Audiokabel verwendet
  • Stecker nicht vollständig eingerastet
  • beschädigte Kabel oder Anschlüsse
  • passive Y-Kabel zur Aufteilung eingesetzt
  • überlappende DMX-Adressen vergeben
  • Terminator am letzten Gerät vergessen
  • Kabel gemeinsam mit störungsreichen Stromleitungen verlegt

Praxistipp von Dance-Power

Die komplette DMX-Kette sollte nach dem Aufbau einmal Gerät für Gerät getestet werden. Treten Störungen auf, hilft es häufig, die Verbindung schrittweise zu prüfen.

Dazu werden zunächst nur Controller und erstes Gerät verbunden. Anschließend wird jeweils ein weiteres Gerät ergänzt. So lässt sich ein defektes Kabel oder fehlerhaft eingestelltes Gerät schnell finden.

Kurz zusammengefasst

Eine DMX-Kette beginnt am Controller und führt immer vom DMX OUT zum DMX IN des nächsten Geräts. Am DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts wird ein 120-Ohm-DMX-Terminator eingesetzt.

Geeignete DMX-Kabel, korrekt eingestellte Adressen und eine saubere Verkabelung sorgen für eine zuverlässige Lichtsteuerung ohne unnötiges Flackern oder Aussetzer.

Bei einfachen Lichtaufbauten werden alle DMX-Geräte nacheinander in einer DMX-Kette verbunden. Sobald jedoch mehrere getrennte Leitungswege benötigt werden, große Entfernungen überbrückt werden müssen oder besonders viele Geräte angeschlossen sind, ist ein aktiver DMX-Splitter die richtige Lösung.

dass man keine einfachen Y-Kabel verwenden sollte.

Der Inhalt:

  • Was ist ein DMX-Splitter?
  • Unterschied zwischen Splitter und Y-Kabel
  • Wann reicht eine normale DMX-Kette?
  • Wann sollte die Leitung aufgeteilt werden?
  • Galvanische Trennung und Schutz der DMX-Linien
  • Jede Leitung separat mit einem Terminator abschließen
  • Beispiel: Controller → Splitter → mehrere unabhängige DMX-Ketten

Was ist ein DMX-Splitter?

Ein DMX-Splitter nimmt das DMX-Signal eines Controllers auf und verteilt es auf mehrere voneinander getrennte Ausgänge.

Der grundsätzliche Aufbau lautet:

DMX-Controller → DMX-Splitter → mehrere unabhängige DMX-Ketten

An jedem Ausgang des Splitters kann eine eigene Gerätekette angeschlossen werden. Das Eingangssignal wird dabei nicht nur verteilt, sondern elektronisch aufbereitet und erneut ausgegeben.

Typische Einsatzmöglichkeiten:

  • Aufteilung der Beleuchtung auf verschiedene Traversen
  • getrennte DMX-Leitungen für Bühne und Tanzfläche
  • Verteilung auf die linke und rechte Bühnenseite
  • längere Kabelwege
  • größere Lichtanlagen mit vielen Geräten
  • Vermeidung unnötig langer Rückwege

Unterschied zwischen DMX-Splitter und Y-Kabel

Ein einfaches Y-Kabel teilt die DMX-Leitung lediglich passiv auf. Das digitale Signal wird dabei weder verstärkt noch neu aufbereitet. Durch eine solche Verzweigung können Signalreflexionen und Übertragungsfehler entstehen.

Mögliche Folgen sind:

  • flackernde Scheinwerfer
  • falsche Farben
  • unkontrollierte Bewegungen
  • verzögerte Reaktionen
  • Aussetzer einzelner Geräte
  • vollständiger Verlust des DMX-Signals

Ein aktiver DMX-Splitter empfängt das Signal dagegen elektronisch und gibt es über mehrere separate Ausgänge weiter. Dadurch entstehen eigenständige DMX-Leitungen, die jeweils sauber aufgebaut und abgeschlossen werden können.

Merksatz:

Y-Kabel = passiver und ungeeigneter Abzweig
DMX-Splitter = aktive und fachgerechte Signalverteilung

Wann reicht eine normale DMX-Kette?

Für kleine und übersichtliche Lichtaufbauten ist meistens kein Splitter erforderlich.

Eine normale DMX-Kette reicht in der Regel aus, wenn:

  • alle Geräte in einer sinnvollen Reihenfolge stehen
  • nur ein gemeinsamer Leitungsweg benötigt wird
  • die Kabelstrecken überschaubar bleiben
  • keine Verzweigung erforderlich ist
  • das DMX-Signal stabil funktioniert

Die Geräte werden dabei nacheinander verbunden:

Controller DMX OUT → Gerät 1 DMX IN → Gerät 1 DMX OUT → Gerät 2 DMX IN

Am DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts wird ein 120-Ohm-DMX-Terminator eingesetzt.

Wann sollte die DMX-Leitung aufgeteilt werden?

Ein DMX-Splitter ist sinnvoll, wenn mehrere räumlich getrennte Gerätegruppen versorgt werden sollen.

Typische Beispiele:

  • Lichttechnik auf zwei getrennten Traversen
  • Geräte auf beiden Seiten einer Bühne
  • zusätzliche Beleuchtung im Eingangs- oder Außenbereich
  • getrennte Lichttechnik auf Bühne und Tanzfläche
  • große Entfernungen zwischen den Gerätegruppen
  • viele Geräte innerhalb eines umfangreichen Aufbaus
  • Fehler in einer Leitung sollen nicht die gesamte Anlage beeinträchtigen

Der Splitter ermöglicht kürzere und übersichtlichere Kabelwege. Außerdem können einzelne Leitungen leichter geprüft und Fehler schneller gefunden werden.

Galvanische Trennung und Schutz der DMX-Linien

Hochwertige DMX-Splitter verfügen über galvanisch getrennte Ausgänge. Dabei sind die einzelnen DMX-Linien elektrisch voneinander isoliert.

Das bietet wichtige Vorteile:

  • Störungen einer Leitung werden nicht so leicht auf andere Leitungen übertragen
  • Potenzialunterschiede zwischen verschiedenen Stromkreisen können reduziert werden
  • angeschlossene Geräte und Controller werden besser geschützt
  • ein Fehler in einer DMX-Linie legt nicht automatisch alle anderen Linien lahm
  • die Betriebssicherheit größerer Lichtanlagen wird verbessert

Wichtig: Nicht jeder günstige DMX-Splitter besitzt eine vollständige galvanische Trennung. Vor dem Kauf sollte deshalb ausdrücklich auf Angaben wie „galvanisch getrennte Ausgänge“ oder „optisch isoliert“ geachtet werden.

Jede DMX-Linie separat abschließen

Jeder Ausgang eines DMX-Splitters bildet eine eigenständige DMX-Linie. Deshalb sollte jede dieser Leitungen am letzten angeschlossenen Gerät separat abgeschlossen werden.

Beispiel:

  • Ausgang 1 → Moving Heads → Terminator
  • Ausgang 2 → LED-Bars → Terminator
  • Ausgang 3 → Stroboskope → Terminator
  • Ausgang 4 → weitere Effektgeräte → Terminator

Der 120-Ohm-DMX-Terminator wird jeweils direkt in den freien DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts gesteckt.

Ein einzelner Terminator hinter dem Splitter reicht nicht für alle Leitungen aus. Jede verwendete Ausgangslinie benötigt ihren eigenen Abschluss.

Beispiel für eine richtige Signalverteilung

DMX-Controller → DMX-Splitter

Vom Splitter werden anschließend mehrere getrennte Leitungen aufgebaut:

DMX OUT 1 → Moving Head 1 → Moving Head 2 → Terminator

DMX OUT 2 → LED-Bar 1 → LED-Bar 2 → Terminator

DMX OUT 3 → Stroboskop 1 → Stroboskop 2 → Terminator

So erhält jede Gerätegruppe eine eigene, sauber aufgebaute DMX-Kette.

Praxistipp von Dance-Power

Die einzelnen Ausgänge des Splitters sollten eindeutig beschriftet werden, beispielsweise:

  • Traverse links
  • Traverse rechts
  • Tanzfläche
  • Bühne
  • Ambientebeleuchtung

Zusätzlich können die zugehörigen DMX-Kabel mit farbigen Klettbändern markiert werden. Dadurch bleibt die Verkabelung auch bei größeren Aufbauten übersichtlich und Fehler lassen sich schneller eingrenzen.

Kurz zusammengefasst

Eine einfache DMX-Kette reicht aus, solange alle Geräte ohne Verzweigung nacheinander verbunden werden können und das Signal stabil bleibt.

Sobald mehrere getrennte Leitungswege benötigt werden, sollte ein aktiver DMX-Splitter eingesetzt werden. Passive Y-Kabel sind zur Aufteilung eines DMX-Signals nicht geeignet.

Jede vom Splitter ausgehende DMX-Linie wird als eigenständige Kette aufgebaut und am letzten Gerät mit einem 120-Ohm-DMX-Terminator abgeschlossen.

 

 

Ein DMX-Terminator wird am Ende einer DMX-Leitung eingesetzt. Er sorgt für einen sauberen Abschluss des digitalen Steuersignals und kann Signalreflexionen verhindern.

Der Terminator wird direkt in den freien DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts gesteckt.

Wann ist ein Terminator besonders wichtig?

Ein DMX-Terminator ist besonders empfehlenswert bei:

  • längeren DMX-Kabelwegen
  • vielen Geräten in einer DMX-Kette
  • umfangreichen Lichtanlagen
  • schnellen Lichtwechseln und bewegten Effekten
  • flackernden oder unkontrolliert reagierenden Geräten
  • zeitweisen Aussetzern des DMX-Signals
  • störungsreichen Veranstaltungsumgebungen
  • mehreren Leitungen an einem DMX-Splitter

Bei einem DMX-Splitter stellt jeder Ausgang eine eigene DMX-Linie dar. Deshalb sollte jede verwendete Linie am letzten angeschlossenen Gerät einen eigenen Terminator erhalten.

Wann funktioniert DMX auch ohne Terminator?

Bei kurzen Kabelwegen und wenigen Geräten funktioniert eine DMX-Verbindung häufig auch ohne Terminator. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Leitungsabschluss grundsätzlich unnötig ist.

Ein Terminator kostet wenig, benötigt keinen Strom und erhöht die Betriebssicherheit. Deshalb empfiehlt es sich, ihn auch bei kleineren Aufbauten einzusetzen.

Welche Störungen kann ein Terminator verhindern?

Ein fehlender Leitungsabschluss kann unter anderem folgende Probleme begünstigen:

  • unkontrolliertes Flackern
  • falsche Farben
  • fehlerhafte Bewegungen
  • verzögerte Reaktionen
  • einzelne Geräte reagieren nicht
  • sporadische Ausfälle der Lichtsteuerung

Wichtig: Ein Terminator kann nur Probleme beheben, die durch Signalreflexionen entstehen. Defekte Kabel, falsche DMX-Adressen oder vertauschte Ein- und Ausgänge werden dadurch nicht korrigiert.

Was befindet sich in einem DMX-Terminator?

Ein DMX-Terminator enthält einen Widerstand von 120 Ohm zwischen den beiden Datenleitungen. Er ist äußerlich meist als kurzer XLR-Stecker ohne Kabel ausgeführt.

Je nach Anlage werden Terminatoren mit drei- oder fünfpoligem XLR-Stecker verwendet. Der Stecker muss zum DMX-OUT-Anschluss des letzten Geräts passen.

Einige professionelle Geräte besitzen bereits eine zuschaltbare Terminierung. In diesem Fall wird kein zusätzlicher Abschlussstecker benötigt, wenn die interne Terminierung am letzten Gerät aktiviert ist.

Wo wird der Terminator eingesetzt?

Der richtige Aufbau lautet:

DMX-Controller → Gerät 1 → Gerät 2 → Gerät 3 → Terminator

Der Terminator gehört:

  • an den DMX OUT des letzten Geräts
  • nicht an den Controller
  • nicht zwischen zwei Geräte
  • nicht an jedes einzelne Gerät
  • bei einem Splitter jeweils ans Ende jeder verwendeten Linie

Praxistipp von Dance-Power

Für Veranstaltungen sollten immer mehrere passende DMX-Terminatoren mitgeführt werden. Bei unerklärlichem Flackern oder sporadischen Aussetzern kann ein Terminator schnell zeigen, ob Signalreflexionen die Ursache sind.

Kurz zusammengefasst

Ein DMX-Terminator gehört an das Ende jeder DMX-Leitung. Besonders bei langen Kabelwegen, vielen Geräten und aufgeteilten DMX-Linien sorgt er für eine zuverlässigere Signalübertragung.

Auch wenn kleine Aufbauten häufig ohne Terminator funktionieren, ist sein Einsatz für einen störungsfreien Veranstaltungsbetrieb grundsätzlich empfehlenswert.

Nebelmaschinen und Hazer erzeugen einen sichtbaren Effekt in der Luft und machen die Lichtstrahlen von Moving Heads, Lasern und anderen Scheinwerfern besser sichtbar. Trotzdem arbeiten beide Geräte unterschiedlich und eignen sich für verschiedene Einsatzzwecke.

Eine Nebelmaschine erzeugt auf Knopfdruck einen kräftigen, dichten Nebelausstoß. Der Nebel tritt meistens als deutlich sichtbare Wolke aus dem Gerät aus und verteilt sich anschließend im Raum.

Typische Einsatzbereiche:

  • besondere Showmomente
  • kräftige Lichteffekte
  • Stroboskop-Effekte
  • Halloween- und Mottopartys
  • Bühnenshows
  • Bodennebel-Effekte mit geeigneter Zusatztechnik
  • kurze und auffällige Nebelstöße

Eine Nebelmaschine eignet sich besonders dann, wenn der Effekt selbst deutlich sichtbar sein soll.


Ein Hazer erzeugt einen sehr feinen und gleichmäßigen Dunst. Dieser verteilt sich langsam im Raum und bleibt bei geeigneten Bedingungen über einen längeren Zeitraum in der Luft.

Der Dunst soll möglichst unauffällig sein. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Lichtstrahlen im Raum sichtbar zu machen.

Typische Einsatzbereiche:

  • Hochzeiten
  • Firmenveranstaltungen
  • Konzerte
  • Tanzflächen
  • Bühnenbeleuchtung
  • Moving-Head-Shows
  • Laser- und Beam-Effekte
  • Veranstaltungen mit dauerhaftem Lichtdesign

Ein Hazer eignet sich besonders für eine dezente und gleichmäßige Unterstützung der Lichtanlage.


Die wichtigsten Unterschiede

Nebelmaschine Hazer
Erzeugt dichte Nebelwolken Erzeugt feinen, gleichmäßigen Dunst
Kräftiger Ausstoß in einzelnen Stößen Gleichmäßiger Dauerbetrieb möglich
Der Nebeleffekt ist deutlich sichtbar Der Dunst bleibt eher unauffällig
Ideal für besondere Showmomente Ideal für dauerhaft sichtbare Lichtstrahlen
Kann die Sicht kurzfristig stärker einschränken Beeinträchtigt die Sicht bei richtiger Dosierung kaum
Der Nebel verteilt sich oft ungleichmäßig Der Dunst verteilt sich gleichmäßiger im Raum

Wann ist eine Nebelmaschine die bessere Wahl?

Eine Nebelmaschine ist sinnvoll, wenn ein kräftiger und deutlich sichtbarer Effekt gewünscht ist.

Beispiele:

  • Nebelstoß passend zu einem musikalischen Höhepunkt
  • dramatischer Auftritt
  • Stroboskop- oder Lichteffekt
  • Halloween-Party
  • Bühneneffekt
  • gezielte Nebelwolken auf der Tanzfläche

Für dezente Hochzeiten oder kleinere Räume kann eine klassische Nebelmaschine schnell zu kräftig wirken. In solchen Fällen muss sie sehr vorsichtig dosiert werden.

Wann ist ein Hazer die bessere Wahl?

Ein Hazer ist die bessere Wahl, wenn Lichtstrahlen dauerhaft sichtbar werden sollen, ohne dass der Raum vollständig vernebelt wirkt.

Besonders geeignet ist er für:

  • Moving Heads
  • Beams und Scanner
  • Laser
  • Lichtshows
  • Hochzeiten und Firmenfeiern
  • längere Veranstaltungen
  • Bühnen mit gleichmäßiger Lichtwirkung

Der feine Dunst sorgt dafür, dass Lichtkegel und Bewegungen in der Luft sichtbar werden. Dadurch wirkt eine Lichtanlage deutlich eindrucksvoller.

Was eignet sich besser für Hochzeiten?

Für Hochzeiten ist ein Hazer meistens die passendere Lösung. Der feine Dunst unterstützt die Lichttechnik, ohne ständig auffällige Nebelwolken über die Tanzfläche zu schicken.

Wichtig ist eine zurückhaltende Dosierung. Der Hazer sollte die Lichtstrahlen sichtbar machen, aber weder Gäste stören noch den Raum sichtbar einnebeln.

Für besondere Programmpunkte kann zusätzlich eine Nebelmaschine eingesetzt werden, sofern die Location dies erlaubt.

Vor dem Einsatz einer Nebelmaschine oder eines Hazers muss immer mit der Location geklärt werden, ob die Verwendung gestattet ist.

Nebel und Haze können optische Rauchmelder auslösen. Ein Einsatz ohne vorherige Absprache kann deshalb zu einem Feueralarm, einem Veranstaltungsausfall oder zusätzlichen Kosten führen.

Wichtige Punkte:

  • Verwendung mit der Location abstimmen
  • vorhandene Brandmeldeanlage berücksichtigen
  • Fluchtwege nicht beeinträchtigen
  • ausreichende Belüftung sicherstellen
  • Gäste mit Atemwegserkrankungen beachten
  • nur geeignetes und zugelassenes Fluid verwenden

Rauchmelder oder Brandmeldeanlagen dürfen nicht eigenmächtig ausgeschaltet oder abgedeckt werden. Solche Maßnahmen dürfen ausschließlich durch berechtigte Fachpersonen und im Rahmen des Brandschutzkonzeptes erfolgen.

Kann man jedes Fluid verwenden?

Nein. Nebelmaschinen und Hazer benötigen das vom Hersteller vorgesehene Fluid.

Falsches Fluid kann:

  • das Gerät beschädigen
  • Düsen und Leitungen verstopfen
  • Rückstände verursachen
  • unangenehme Gerüche erzeugen
  • gesundheitliche Risiken verursachen
  • zum Verlust von Garantieansprüchen führen

Ölbasierte und wasserbasierte Fluids dürfen nicht verwechselt werden. Maßgeblich sind immer die Angaben des Geräteherstellers.

Praxistipp von Dance-Power

Für eine professionelle Lichtshow gilt: So viel Dunst wie nötig, aber so wenig wie möglich.

Ein Hazer sollte langsam und frühzeitig gestartet werden, damit sich der feine Dunst gleichmäßig im Raum verteilen kann. Eine Nebelmaschine wird dagegen gezielt für einzelne Effekte eingesetzt.

Kurz zusammengefasst

Eine Nebelmaschine erzeugt kräftige und deutlich sichtbare Nebelwolken. Sie eignet sich für kurze, auffällige Showeffekte.

Ein Hazer erzeugt feinen, gleichmäßigen Dunst und macht Lichtstrahlen dauerhaft sichtbar. Er eignet sich besonders für Hochzeiten, Firmenveranstaltungen, Konzerte und professionelle Lichtshows.

Welche Lösung besser passt, hängt von der Veranstaltung, der Raumgröße, der gewünschten Wirkung und den Vorgaben der Location ab.

In der Veranstaltungstechnik werden unterschiedliche Stromanschlüsse verwendet. Welcher Anschluss benötigt wird, hängt von der Größe der Veranstaltung, der Leistungsaufnahme der Technik und der vorhandenen Stromversorgung ab.

Schuko – der gebräuchliche Anschluss

Der Schuko-Anschluss ist bei kleinen und mittleren Veranstaltungen am häufigsten anzutreffen. Er versorgt beispielsweise DJ-Pulte, Aktivlautsprecher, Moving Heads, LED-Scheinwerfer und kleinere Effektgeräte.

Eine Steckdose darf jedoch nicht automatisch dauerhaft mit der theoretischen Maximalleistung belastet werden. Entscheidend sind Absicherung, Kabelquerschnitt, Leitungslänge und die übrigen Verbraucher im Stromkreis.


CEE rot  400 V / 16 A Kleine Stromverteiler sowie mittlere Ton- und Lichtanlagen


CEE rot 32 400 V / 32 A Größere DJ-Anlagen, Bühnen und Veranstaltungstechnik


CEE rot 63 A400 V / 63 A Stadtfeste, Festzelte, Konzerte und größere Bühnen


CEE rot 125  400 V / 125 A Großveranstaltungen, Festivals und leistungsstarke Verteilungen

Rote CEE-Anschlüsse werden für leistungsstärkere Stromverteilungen verwendet. Gebräuchlich sind 16, 32, 63 und 125 Ampere. Von einem geeigneten Verteiler aus werden die drei Phasen auf einzelne 230-Volt-Stromkreise verteilt. Mennekes bestätigt diese gebräuchlichen CEE-Stromstärken.


Kaltgerätestecker – meistens 230 V“ ist fertig – mit IEC-C13/C14

Anschluss sowie Computer, Monitor und Mischpult als typische Anwendungen.


Power CON und Power CON TRUE1

Hinweis: Nicht unter Last trennen.

powerCON-Anschlüsse sind robuste, verriegelbare Gerätesteckverbinder und werden häufig an professioneller Ton- und Lichttechnik eingesetzt. Wichtig: Nicht jede powerCON-Ausführung darf unter Last getrennt werden. powerCON TRUE1 besitzt dagegen Schaltvermögen und ist in der europäischen Ausführung für bis zu 16 A ausgelegt. Technische Angaben von Neutrik.


Powerlock – für Großveranstaltungen

Einpolige Hochstromverbinder kommen bei Generatoren, großen Bühnenverteilungen und Festivals zum Einsatz. Diese Anschlüsse gehören ausschließlich in die Hände entsprechend qualifizierter Elektrofachkräfte.

Powerlock/Camlock – Hochstromanschlüsse

  • Bauart: einpolige, verriegelbare Hochstromverbinder
  • Spannung: je nach System bis 600 V beziehungsweise 1.000 V
  • Stromstärke: je nach Ausführung mehrere hundert Ampere
  • Einsatz: Generatoren, Festivalbühnen und große Hauptstromverteilungen
  • Leiter: Jede Phase, Neutralleiter und Schutzleiter werden separat verbunden
  • Bedienung: ausschließlich durch Elektrofachpersonal
  • Wichtig: niemals unter Last verbinden oder trennen

Beispielwerte:

  • Cam-Lok J-Series: bis 400 A dauerhaft bei maximal 600 V. Eaton-Datenblatt
  • PowerLock: je nach Baureihe beispielsweise 450 A oder 800 A. ITT Cannon

Wichtig: Drehstromanschlüsse und professionelle Stromverteiler dürfen nur fachgerecht geprüft, angeschlossen und betrieben werden. Adapter ersetzen keine korrekte Absicherung. Stromkreise dürfen niemals ohne Berechnung und Prüfung überlastet werden.

Der Strombedarf einer Veranstaltung hängt nicht nur von der Anzahl der Geräte ab. Entscheidend sind die tatsächliche Leistungsaufnahme, die Auslastung der Technik, vorhandene Stromkreise sowie besonders leistungsstarke Verbraucher.

Eine kleine DJ-Anlage kann häufig über mehrere getrennte Schuko-Stromkreise betrieben werden. Größere Tonanlagen, umfangreiche Lichttechnik, Nebelmaschinen oder Bühnenproduktionen benötigen dagegen oftmals eine professionelle Stromverteilung mit CEE-Anschluss.

Grundlegende Berechnung

Bei einem 230-Volt-Anschluss kann die theoretische Leistung vereinfacht berechnet werden:

Leistung in Watt = Spannung × Stromstärke

Beispiel: 230 V × 16 A = 3.680 W

Das ist jedoch nur der theoretische Maximalwert eines korrekt abgesicherten 16-A-Stromkreises. Für die Veranstaltungsplanung sollte dieser Wert nicht vollständig ausgeschöpft werden. Einschaltströme, Leitungslängen, weitere Verbraucher und ausreichende Sicherheitsreserven müssen berücksichtigt werden.

Typische Verbraucher

Gerät Möglicher Strombedarf
DJ-Controller und Laptop eher gering
Mischpult und Funkmikrofon gering
LED-Scheinwerfer gering bis mittel
Moving Heads mittel
Aktivlautsprecher abhängig von Leistung und Auslastung
Subwoofer mittel bis hoch
Hazer mittel
Nebelmaschine häufig hoch
Stroboskop je nach Bauart sehr hoch
Heizgeräte und Cateringtechnik sehr hoch

Die Angaben auf dem Typenschild oder im technischen Datenblatt des jeweiligen Gerätes sind immer entscheidend.

Besonders wichtig:

  • Ton, Licht und Effektgeräte möglichst sinnvoll auf getrennte Stromkreise verteilen.
  • Nebelmaschinen und andere Geräte mit Heizelement nicht gemeinsam mit empfindlicher DJ-Technik überlasten.
  • Kabeltrommeln bei hoher Belastung vollständig abrollen.
  • Mehrfachsteckdosen nicht unkontrolliert hintereinanderschalten.
  • Beschädigte Stecker und Leitungen nicht verwenden.
  • CEE-Verteilungen und Drehstromanschlüsse nur fachgerecht betreiben.
  • Leistungsreserve für Einschaltspitzen einplanen.

Eine passende Tonanlage sorgt dafür, dass Musik und Sprache überall klar verständlich und in angenehmer Lautstärke ankommen. Dabei ist die Gästezahl ein wichtiger Anhaltspunkt – sie allein reicht für die Auswahl jedoch nicht aus.

Auch die Größe der Location, die Raumakustik, die Art der Veranstaltung und die gewünschte Lautstärke müssen berücksichtigt werden. Eine Hochzeitsfeier mit Hintergrundmusik stellt beispielsweise andere Anforderungen als eine Tanzveranstaltung oder ein Open-Air-Fest.

Tonanlage für bis zu 50 Gäste

Für kleinere Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern und Firmenveranstaltungen eignet sich häufig eine kompakte Säulenanlage oder ein System aus zwei Aktivlautsprechern.

Eine Säulenanlage benötigt wenig Platz, lässt sich unauffällig aufstellen und bietet eine gleichmäßige Klangverteilung. Sie eignet sich sowohl für Hintergrundmusik und Reden als auch für eine kleinere Tanzfläche.

Typische Ausstattung:

  • Kompakte Säulen- oder Aktivlautsprecher
  • DJ-Mischpult und Zuspieltechnik
  • Mikrofon für Reden und Durchsagen
  • Kleine bis mittlere Tanzfläche

Tonanlage für bis zu 100 Gäste

Bei Veranstaltungen mit bis zu 100 Gästen werden häufig zwei leistungsstarke Säulenanlagen oder zwei Aktivlautsprecher mit zusätzlichen Subwoofern eingesetzt.

Die Subwoofer unterstützen den Tieftonbereich und sorgen besonders bei Tanzmusik für einen kräftigeren und Ausgewogeneren Klang. Das System eignet sich für mittelgroße Säle, Gaststätten und Veranstaltungsräume.

Typische Ausstattung:

  • Zwei leistungsstarke Säulen- oder Aktivlautsprecher
  • Ein oder mehrere Subwoofer
  • Funkmikrofon für Reden und Programmpunkte
  • Tonanlage passend zur Größe der Tanzfläche

Tonanlage für bis zu 200 Gäste

Für größere Feiern, Vereinsveranstaltungen, Dorffeste und kleinere Festzelte wird eine professionelle PA-Anlage benötigt. Sie besteht meistens aus leistungsstarken Topteilen und mehreren Subwoofern.

Die Anlage muss so positioniert werden, dass der gesamte Publikumsbereich möglichst gleichmäßig beschallt wird. Bei länglichen Räumen oder Festzelten können zusätzliche Lautsprecher erforderlich sein.

Typische Ausstattung:

  • Professionelle Fullrange-Lautsprecher oder Topteile
  • Mehrere leistungsstarke Subwoofer
  • Digitales Mischpult und Signalbearbeitung
  • Zusätzliche Lautsprecher bei langen Räumen
  • Professionelle Strom- und Signalverteilung

Tonanlage für bis zu 500 Gäste

Große Hallen, Stadtfeste, Festzelte und Open-Air-Veranstaltungen benötigen ein leistungsstarkes und individuell geplantes PA-System.

Je nach Veranstaltungsfläche kommen größere Lautsprecheranlagen, mehrere Subwoofer, zusätzliche Beschallungszonen oder Line-Array-Systeme zum Einsatz. Eine sorgfältige Planung der Lautsprecherpositionen, Stromversorgung und Sicherheitsbereiche ist dabei unverzichtbar.

Typische Ausstattung:

  • Großes professionelles PA-System
  • Mehrere Topteile oder Line-Array-Elemente
  • Mehrere leistungsstarke Subwoofer
  • Zusätzliche Delay-Lautsprecher
  • Professionelle Stromverteilung
  • Technische Betreuung während der Veranstaltung

Innenveranstaltung oder Open Air?

Im Freien breitet sich der Schall anders aus als in einem geschlossenen Raum. Wände und Decken unterstützen in Innenräumen teilweise die Schallverteilung. Bei einer Open-Air-Veranstaltung fehlt diese Unterstützung.

Daher wird im Außenbereich häufig eine größere und leistungsstärkere Tonanlage benötigt als bei derselben Gästezahl in einem geschlossenen Raum.

Hintergrundmusik oder Tanzveranstaltung?

Für dezente Hintergrundmusik und Reden wird weniger Leistung benötigt als für eine volle Tanzfläche. Bei Partymusik müssen insbesondere die Subwoofer ausreichend dimensioniert sein, damit der Bassbereich druckvoll und sauber wiedergegeben wird.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viele Gäste erwartet werden, sondern auch, wie die Tonanlage genutzt werden soll.

Warum Wattzahlen allein wenig aussagen

Eine hohe Wattangabe bedeutet nicht automatisch, dass eine Tonanlage besser oder lauter klingt. Entscheidend sind unter anderem:

  • Wirkungsgrad und maximaler Schalldruck
  • Qualität der Lautsprecher
  • Anzahl und Positionierung der Systeme
  • Raumgröße und Raumakustik
  • Größe der beschallten Fläche
  • Abstimmung zwischen Lautsprechern und Subwoofern
  • Professionelle Einrichtung der Anlage

Individuelle Planung durch Dance-Power

Dance-Power stimmt die Tonanlage auf die jeweilige Veranstaltung, Gästezahl und Location ab. Dadurch wird weder unnötig große Technik aufgebaut noch eine zu kleine Anlage eingesetzt.

Hinweis: Die genannten Gästezahlen dienen als Orientierung. Die endgültige Dimensionierung erfolgt immer anhand der Location, der Veranstaltungsart, der gewünschten Lautstärke und der tatsächlichen Beschallungsfläche.

Bei einer Open-Air-Veranstaltung verhält sich Schall anders als in einem geschlossenen Raum. Im Freien ist deshalb nicht einfach nur „mehr Watt“ erforderlich. Die Anlage muss passend zur Fläche, Entfernung, Publikumsverteilung und Umgebung geplant werden.

Fehlende Wände und Decken

In einem Saal wird der Schall teilweise von Wänden und Decke reflektiert. Diese Reflexionen können Musik und Sprache im Raum unterstützen – auch wenn zu viele Reflexionen wiederum störenden Nachhall verursachen.

Draußen fehlen diese Begrenzungsflächen. Ein Teil der Schallenergie breitet sich seitlich, nach oben und in Bereiche aus, in denen sich keine Zuhörer befinden. Die Lautsprecher müssen deshalb besonders gezielt auf die Publikumsfläche ausgerichtet werden.

Der Schallpegel nimmt mit der Entfernung ab

Mit zunehmender Entfernung wird die Beschallung deutlich leiser. Im freien Schallfeld sinkt der Schalldruckpegel bei einer Verdopplung der Entfernung theoretisch um etwa 6 dB.

Ein vereinfachtes Beispiel:

  • 1 Meter Entfernung: Ausgangspegel
  • 2 Meter Entfernung: ungefähr 6 dB weniger
  • 4 Meter Entfernung: ungefähr 12 dB weniger
  • 8 Meter Entfernung: ungefähr 18 dB weniger
  • 16 Meter Entfernung: ungefähr 24 dB weniger

Das bedeutet: Wird die Anlage vorne einfach immer lauter eingestellt, kann es dort bereits unangenehm laut sein, während Musik und Sprache weiter hinten trotzdem nicht ausreichend ankommen.

Eine größere Anlage ist nicht automatisch die Lösung

Entscheidend sind nicht nur Wattzahlen. Wichtig sind unter anderem:

  • maximaler Schalldruck der Lautsprecher
  • Abstrahlwinkel und Reichweite
  • Größe und Tiefe der Publikumsfläche
  • Anzahl und Position der Lautsprecher
  • benötigte Bassleistung
  • Art der Veranstaltung
  • zulässige Lautstärke

Eine gezielt geplante Anlage mit mehreren sinnvoll positionierten Lautsprechern liefert häufig ein besseres Ergebnis als zwei sehr laute Lautsprecher direkt an der Bühne.

Zusätzliche Lautsprecher für größere Flächen

Bei langen oder tiefen Publikumsflächen können zusätzliche Lautsprecher weiter hinten eingesetzt werden. Diese sogenannten Delay-Lautsprecher werden zeitlich verzögert, damit der Ton der Hauptanlage und der zusätzlichen Lautsprecher gleichzeitig beim Publikum ankommt.

Dadurch wird die Lautstärke gleichmäßiger verteilt:

  • vorne muss die Hauptanlage nicht übermäßig laut spielen
  • Sprache bleibt weiter hinten verständlich
  • Musik klingt über die gesamte Fläche ausgeglichener
  • störende Echoeffekte werden vermieden

Bass verhält sich draußen ebenfalls anders

In geschlossenen Räumen können Wände, Boden und Ecken bestimmte tiefe Frequenzen verstärken. Im Freien fehlt ein großer Teil dieser Unterstützung. Deshalb wirkt der Bass draußen häufig schwächer und verliert schneller seine gewünschte Wirkung.

Für Tanzmusik, Stadtfeste oder größere Partys werden daher oftmals zusätzliche Subwoofer benötigt. Auch deren Aufstellung ist wichtig: Eine sinnvoll zusammengestellte Bassanordnung kann gleichmäßiger und wirkungsvoller arbeiten als einzelne, weit voneinander entfernte Subwoofer.

Wind und Wetter beeinflussen die Beschallung

Wind kann besonders die hohen Frequenzen beeinflussen. Je nach Windrichtung und Wetterlage kann Sprache in größerer Entfernung schlechter verständlich werden. Temperaturunterschiede in den Luftschichten können außerdem dazu führen, dass Schall nach oben oder zum Boden hin abgelenkt wird.

Zusätzlich muss die Technik gegen Regen, Feuchtigkeit und starke Sonneneinstrahlung geschützt werden. Normale Lautsprecher dürfen nicht einfach ungeschützt im Freien betrieben werden.

Umgebungsgeräusche müssen berücksichtigt werden

Bei Open-Air-Veranstaltungen treten häufig zusätzliche Störgeräusche auf:

  • Verkehr
  • Windgeräusche
  • Gespräche und Publikumsbewegung
  • Generatoren
  • Fahrgeschäfte
  • benachbarte Bühnen
  • Catering- und Kühltechnik

Die Anlage muss Sprache und Musik verständlich über diesen Grundgeräuschen wiedergeben, ohne unnötig laut zu werden.

Lärmschutz und Anwohner

Eine leistungsstärkere Anlage darf nicht automatisch lauter betrieben werden. Bei Außenveranstaltungen müssen der Schutz der Besucher, örtliche Vorgaben und mögliche Anwohner berücksichtigt werden.

Durch eine kontrollierte Ausrichtung der Lautsprecher lässt sich der Schall stärker auf die Publikumsfläche konzentrieren und außerhalb des Veranstaltungsgeländes reduzieren. Je nach Veranstaltung können Schallpegelmessungen erforderlich sein.

Fazit

Eine Open-Air-Beschallung benötigt vor allem eine andere Planung. Entscheidend sind eine ausreichende Reichweite, passende Abstrahlung und eine gleichmäßige Verteilung des Schalls.

Für größere Außenveranstaltungen kann Dance-Power deshalb die leistungsstärkere KME-Tonanlage mit Topteilen und Subwoofern einsetzen. Abhängig von Fläche und Publikumsgröße können weitere Lautsprecherpositionen ergänzt werden.

Wichtig: Gästezahl und Wattzahl allein reichen für die Auswahl nicht aus. Erst die Publikumsfläche, Entfernung, Art der Veranstaltung, Umgebungsgeräusche und örtlichen Bedingungen bestimmen, welche Beschallung tatsächlich benötigt wird.

Hier findest du hilfreiche Informationen rund um den Pioneer DDJ-FLX10 – von der Einrichtung mit rekordbox und Serato DJ Pro über den Utility-/Einstellungsmodus bis hin zu Audio-, Mikrofon-, Stems-, Jogwheel- und Performance-Einstellungen.

Außerdem findest du hier praktische Tipps zur Bedienung, Fehlerbehebung, Firmware, Anschlüssen und zur optimalen Nutzung des DDJ-FLX10 im mobilen DJ- und Veranstaltungsbetrieb.

Pioneer DDJ-FLX10:
– Demo-Modus ausschalten
– Utility-/Einstellungsmodus
– Rekordbox oder Serato einrichten
– Mikrofon-/Master-/Booth-Ausgänge
– Soundkarte und Audio-Routing
– Stems/Track Separation
– DMX/Lichtsteuerung mit rekordbox
– Firmware/Updates
– Tasten und Funktionen erklären
– Fehlersuche und Problemlösungen

 

1. Demo-Modus beim Pioneer DDJ-FLX10 ausschalten

Beim Pioneer DDJ-FLX10 ist der Demo-Modus standardmäßig aktiviert. Ab Werk startet er nach etwa 10 Minuten ohne Bedienung. Dabei zeigen die Jog-Displays eine Demonstrationsanzeige.

Demo-Modus über den Utility-Modus deaktivieren

  1. Den DDJ-FLX10 einschalten.
  2. Die BACK-Taste im Browser-Bereich gedrückt halten.
  3. Auf dem On Jog Display erscheint das Menü des Utility-Modus.
  4. Mit dem großen BROWSE-Drehregler durch die Einstellungen navigieren.
  5. Den Menüpunkt DEMO/S.SAVER auswählen.
  6. Den BROWSE-Drehregler drücken, um die Einstellung zu öffnen.
  7. Mit dem Drehregler DISABLE auswählen.
  8. Den Drehregler erneut drücken, um die Einstellung zu bestätigen.
  9. Anschließend die BACK-Taste drücken, um den Utility-Modus wieder zu verlassen.

 

2. Utility-/Einstellungsmodus beim Pioneer DDJ-FLX10

Über den Utility-Modus kannst du verschiedene Grundeinstellungen des Pioneer DDJ-FLX10 direkt am Controller verändern. Dazu gehören beispielsweise Einstellungen für die Displays, den Demo-Modus und weitere Gerätefunktionen.

Utility-Modus öffnen

  1. Den DDJ-FLX10 einschalten.
  2. Die BACK-Taste im Browser-Bereich länger gedrückt halten.
  3. Auf dem On Jog Display öffnet sich der Utility-Modus.
  4. Mit dem großen BROWSE-Drehregler kannst du durch die einzelnen Menüpunkte navigieren.
  5. Den BROWSE-Drehregler drücken, um einen Menüpunkt auszuwählen.
  6. Durch Drehen des Reglers die gewünschte Einstellung auswählen.
  7. Den Regler erneut drücken, um die Einstellung zu bestätigen.
  8. Mit der BACK-Taste gelangst du wieder zurück beziehungsweise verlässt den Utility-Modus.

Pioneer weist ausdrücklich darauf hin, dass nach Auswahl eines Menüpunktes der BROWSE-Drehregler gedrückt werden muss, damit die jeweilige Einstellung geöffnet beziehungsweise bestätigt wird.

Wo befindet sich die BACK-Taste?

Die BACK-Taste befindet sich oben in der Mitte des Controllers im Browser-Bereich, direkt beim großen BROWSE-Drehregler. Ein langes Drücken der BACK-Taste ist beim FLX10 mit der Funktion Utility Mode belegt.

Utility-Modus und Setting Utility sind nicht dasselbe

Beim DDJ-FLX10 gibt es zusätzlich die Software DDJ-FLX10 Setting Utility für den Computer. Sie ist nicht mit dem Utility-Menü auf dem Controller zu verwechseln.

Über die Setting Utility Software lassen sich beispielsweise Geräteinformationen überprüfen. Unter About wird unter anderem die installierte Firmware-Version des DDJ-FLX10 angezeigt.

Tipp

Wenn du Einstellungen im Utility-Modus veränderst, ändere immer nur die Funktion, deren Bedeutung du kennst. Gerade bei Audio-, Controller- oder Betriebsoptionen können falsche Einstellungen später zu unerwartetem Verhalten führen.

 

3. rekordbox oder Serato DJ Pro beim Pioneer DDJ-FLX10 einrichten

Der Pioneer DDJ-FLX10 ist für rekordbox und Serato DJ Pro ausgelegt. Beide Programme können den Controller direkt ansteuern. Der FLX10 bietet dabei Plug-and-Play-Unterstützung für beide Plattformen.

rekordbox einrichten

  1. Die aktuelle Version von rekordbox installieren.
  2. Den DDJ-FLX10 über USB-C mit dem Computer verbinden.
  3. Den Controller einschalten.
  4. rekordbox starten.
  5. In rekordbox die Audio-Einstellungen öffnen.
  6. Als Audiogerät den DDJ-FLX10 auswählen.
  7. Master-Ausgang, Kopfhörer und Booth-Ausgang prüfen.
  8. Einen Titel laden und kontrollieren, ob Jogwheels, Fader, Pads und Displays reagieren.

Mit rekordbox kannst du zusätzlich Funktionen wie Track Separation/Stems und die rekordbox-Lighting-Funktion über den DMX-Ausgang des FLX10 nutzen.

Serato DJ Pro einrichten

  1. Die aktuelle Version von Serato DJ Pro installieren.
  2. Den DDJ-FLX10 per USB-C anschließen.
  3. Controller einschalten.
  4. Serato DJ Pro starten.
  5. Der FLX10 wird als unterstützte Hardware erkannt.

Der DDJ-FLX10 ist ein sogenanntes Hardware-Unlock-Gerät. Das bedeutet: Wird der Controller angeschlossen, wird Serato DJ Pro freigeschaltet, ohne dass dafür eine separate Serato-DJ-Pro-Lizenz benötigt wird.

Windows und macOS

Unter macOS arbeitet der DDJ-FLX10 class-compliant und benötigt für Serato grundsätzlich keinen speziellen Audiotreiber.

Unter Windows ist dagegen der entsprechende Hersteller-Treiber erforderlich. Serato kann beim ersten Anschluss des Controllers zur Installation des Treibers auffordern.

rekordbox oder Serato – was ist besser?

Beide Programme funktionieren sehr gut mit dem FLX10.

rekordbox eignet sich besonders, wenn du:

  • bereits eine rekordbox-Musikbibliothek verwendest,
  • die rekordbox-Lighting-Funktion nutzen möchtest,
  • den integrierten DMX-Ausgang einsetzen möchtest,
  • deine Titel auch für Pioneer-DJ-Player vorbereitest.

Serato DJ Pro eignet sich besonders, wenn du:

  • bereits mit Serato arbeitest,
  • die Serato-Stems-Funktionen verwenden möchtest,
  • deine vorhandene Serato-Bibliothek weiterverwenden willst.

Wichtig bei DVS

Der normale Betrieb des DDJ-FLX10 mit rekordbox oder Serato DJ Pro ist Plug-and-Play möglich.

Für DVS mit Timecode-Vinyl oder Timecode-CDs gelten dagegen zusätzliche Lizenzbedingungen. Bei Serato wird dafür die Serato-DVS-Erweiterung beziehungsweise ein entsprechendes Paket benötigt.

Tipp

Installiere immer zuerst die aktuelle Version der gewünschten DJ-Software und prüfe zusätzlich, ob für den DDJ-FLX10 eine aktuelle Firmware oder ein neuer Treiber verfügbar ist.

Kurz gesagt:
Software installieren → FLX10 per USB-C anschließen → Controller einschalten → Software starten → Audioausgänge prüfen → loslegen.

 

4. Mikrofon-, Master- und Booth-Ausgänge beim Pioneer DDJ-FLX10

Der Pioneer DDJ-FLX10 besitzt mehrere getrennt regelbare Audio-Ausgänge so wie zwei Mikrofoneingänge. Dadurch lässt sich der Controller sowohl an eine Haupt-PA als auch an zusätzliche Monitorlautsprecher anschließen.

MASTER 1 – Hauptausgang über XLR

Der MASTER-1-Ausgang ist der bevorzugte Anschluss für die Hauptbeschallung.

Der DDJ-FLX10 besitzt dafür:

MASTER 1 – XLR, links und rechts

Hier werden beispielsweise aktive Lautsprecher, Säulensysteme oder eine professionelle PA angeschlossen.

Die Lautstärke wird über den Regler MASTER LEVEL eingestellt.

MASTER 2 – zusätzlicher Cinch-Ausgang

Zusätzlich besitzt der FLX10 einen zweiten Master-Ausgang:

MASTER 2 – RCA/Cinch

Dieser Ausgang kann beispielsweise für weitere Audiogeräte oder Anlagen verwendet werden, die keinen XLR-Eingang besitzen.

BOOTH-Ausgang

Der BOOTH-Ausgang besteht aus zwei symmetrischen 6,3-mm-TRS-Klinkenbuchsen für den linken und rechten Kanal.

Typische Verwendung:

  • DJ-Monitorlautsprecher
  • Monitorbox am DJ-Pult
  • separate Beschallung eines Nebenbereichs
  • zusätzlicher aktiver Lautsprecher

Die Lautstärke des Booth-Ausgangs wird unabhängig vom Master über den Regler BOOTH LEVEL eingestellt.

Mikrofon 1

Der DDJ-FLX10 besitzt einen MIC-1-Eingang als Kombibuchse.

Hier können Mikrofone mit:

  • XLR-Stecker
  • oder 6,3-mm-Klinkenstecker

angeschlossen werden.

Die Lautstärke wird über MIC 1 LEVEL geregelt.

Mikrofon 2

Zusätzlich steht ein zweiter Mikrofoneingang zur Verfügung:

MIC 2 – 6,3-mm-Klinke

Die Lautstärke wird separat über MIC 2 LEVEL geregelt.

Mikrofon-Klang einstellen

Für die Mikrofone besitzt der FLX10 zusätzlich einen gemeinsamen Mikrofon-EQ:

  • HI – Höhen
  • LOW – Bässe

Damit kann die Sprachverständlichkeit des Mikrofons an die verwendete Anlage und den Raum angepasst werden.

OFF – ON – TALKOVER

Über den Mikrofon-Schalter stehen drei Betriebsarten zur Verfügung:

OFF
Mikrofon ausgeschaltet.

ON
Mikrofon dauerhaft eingeschaltet.

TALKOVER
Beim Sprechen über das Mikrofon wird die laufende Musik automatisch abgesenkt.

Empfohlener Anschluss an eine PA

Für den normalen Veranstaltungsbetrieb empfiehlt sich:

DDJ-FLX10 MASTER 1 XLR → aktive Lautsprecher oder PA

Der Booth-Ausgang kann zusätzlich für einen DJ-Monitor verwendet werden.

Dabei zuerst den Ausgangspegel am FLX10 moderat einstellen und anschließend die Lautsprecher beziehungsweise die PA einpegeln. Danach die endgültige Lautstärke über den MASTER LEVEL einstellen.

Kopfhörer nicht vergessen

Neben Master und Booth besitzt der DDJ-FLX10 zwei Kopfhöreranschlüsse:

  • 6,3-mm-Stereoklinke
  • 3,5-mm-Stereoklinke

Damit können Titel über die CUE-Funktion vorgehört werden.

Kurz erklärt

MASTER 1 XLR → Haupt-PA
MASTER 2 Cinch → zusätzlicher Audioausgang
BOOTH → DJ-Monitor oder separate Beschallung
MIC 1 → XLR oder 6,3 mm
MIC 2 → 6,3 mm
MASTER LEVEL → Hauptlautstärke
BOOTH LEVEL → Monitorlautstärke
MIC LEVEL → Mikrofonlautstärke

  • HI
  • MID
  • LOW
  • CUE
  • Kanal-Fader
  • Crossfader-Zuweisung

Die vier Kanäle können unterschiedliche Quellen wiedergeben.

PC-A und PC-B

An den Eingangswahlschaltern der Mixerkanäle stehen je nach Kanal unter anderem folgende Quellen zur Verfügung:

PC-A
Audiosignal des Computers, der am USB-Anschluss A verwendet wird.

PC-B
Audiosignal des Computers am zweiten USB-Anschluss.

Damit lässt sich der DDJ-FLX10 beispielsweise bei einem DJ-Wechsel mit zwei Computern betreiben.

Externe Zuspieler über LINE und PHONO

Neben der DJ-Software können auch externe Audiogeräte in den Mixer eingebunden werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • CD-/Media-Player
  • zusätzliche DJ-Player
  • Plattenspieler
  • andere Line-Audioquellen

Die Kanäle 3 und 4 verfügen über entsprechende LINE-/PHONO-Umschaltungen.

Kopfhörer-Routing

Mit der CUE-Taste des jeweiligen Kanals bestimmst du, welche Quelle auf dem Kopfhörer zu hören ist.

Über:

HEADPHONES MIX

wird das Verhältnis zwischen CUE und MASTER eingestellt.

Über:

HEADPHONES LEVEL

regelst du die Kopfhörerlautstärke.

Damit kannst du beispielsweise einen neuen Titel vorhören, während über den Master-Ausgang weiterhin der aktuell laufende Titel ausgegeben wird.

Master-Routing

Das fertige Mix-Signal gelangt zum MASTER-Ausgang.

Der Signalweg ist vereinfacht:

Deck / externe Quelle → Mixerkanal → Kanal-Fader → Crossfader → MASTER → PA

Über MASTER LEVEL wird die Lautstärke des Master-Ausgangs eingestellt.

Booth-Routing

Der BOOTH-Ausgang erhält ebenfalls das DJ-Mix-Signal, besitzt jedoch eine eigene Lautstärkeregelung.

BOOTH LEVEL beeinflusst daher nicht die Lautstärke der Hauptanlage.

Das ist besonders praktisch für einen separaten DJ-Monitor.

Mikrofon-Routing

Die beiden Mikrofoneingänge werden ebenfalls über den DDJ-FLX10 verarbeitet.

Zur Verfügung stehen:

  • MIC 1 LEVEL
  • MIC 2 LEVEL
  • gemeinsamer MIC EQ
  • OFF / ON / TALKOVER

Beim Talkover-Betrieb wird das Musiksignal beim Sprechen über das Mikrofon automatisch abgesenkt.

Stems und Audio-Routing

Beim FLX10 lässt sich das Routing sogar innerhalb eines Titels verändern.

Mit den STEMS-Funktionen können:

  • Vocals
  • Drums
  • Instrumente

separat bearbeitet werden.

Im Part ISO Mode können die EQ-Regler beispielsweise zur individuellen Lautstärkesteuerung dieser drei Songbestandteile verwendet werden.

Einfaches Routing-Beispiel

Für einen typischen DJ-Einsatz kann das Audiosignal so aufgebaut sein:

Laptop mit rekordbox
↓ USB-C
DDJ-FLX10
↓
MASTER 1 XLR → Haupt-PA

Zusätzlich:

BOOTH → DJ-Monitor

und:

PHONES → Kopfhörer

Das Vorhören über Kopfhörer ist dabei vollständig vom Master-Ausgang getrennt.

Wichtig bei Audio-Problemen

Wenn kein Ton ausgegeben wird, sollte zuerst Folgendes überprüft werden:

  • Ist der DDJ-FLX10 als Audiogerät ausgewählt?
  • Ist der richtige Mixerkanal auf PC-A beziehungsweise PC-B gestellt?
  • Ist TRIM ausreichend aufgedreht?
  • Ist der Kanal-Fader geöffnet?
  • Ist MASTER LEVEL aufgedreht?
  • Ist der richtige Master-Ausgang angeschlossen?
  • Zeigen die Pegelanzeigen ein Audiosignal?
  • Ist bei Kopfhörerbetrieb die richtige CUE-Taste aktiviert?

Kurz erklärt

USB → Audio vom Computer zum FLX10
PC-A / PC-B → Auswahl des verwendeten Computers
LINE / PHONO → externe Audiogeräte
CUE → Kanal über Kopfhörer vorhören
MASTER → Hauptsignal zur PA
BOOTH → separates Monitorsignal
PHONES → Vorhörsignal
MIC → Mikrofone in den Mix integrieren

5. Soundkarte und Audio-Routing beim Pioneer DDJ-FLX10

Der Pioneer DDJ-FLX10 besitzt eine integrierte Mehrkanal-Audioschnittstelle. Dadurch werden Audiosignale zwischen Computer, DJ-Software, Mixerk

anälen, Kopfhörer, Master-, Booth- und Mikrofonwegen direkt über den Controller verarbeitet.

Der FLX10 arbeitet dabei sowohl mit rekordbox als auch mit Serato DJ Pro und kann mehrere Audiokanäle gleichzeitig verwalten.

Die integrierte Soundkarte

Wenn der DDJ-FLX10 per USB mit dem Computer verbunden wird, übernimmt seine interne Soundkarte die Audioausgabe der DJ-Software.

Der grundsätzliche Signalweg lautet:

Computer → USB → DDJ-FLX10 → Mixer → Master / Booth / Kopfhörer

Dadurch muss die Musik nicht über den Kopfhörer- oder Audioausgang des Computers ausgegeben werden.

DDJ-FLX10 als Audiogerät auswählen

In der verwendeten DJ-Software sollte der DDJ-FLX10 als Audiogerät eingestellt sein.

Bei rekordbox findest du diese Einstellung normalerweise unter:

Voreinstellungen → Audio → Audiogerät → DDJ-FLX10

Anschließend übernimmt der Controller die Audioausgabe und das Vorhören.

Vier Mixerkanäle

Der DDJ-FLX10 besitzt einen vollständigen 4-Kanal-Mixer.

Jeder Kanal verfügt unter anderem über:

  • TRIM
  • HI
  • MID
  • LOW
  • CUE
  • Kanal-Fader
  • Crossfader-Zuweisung

Die vier Kanäle können unterschiedliche Quellen wiedergeben.

PC-A und PC-B

An den Eingangswahlschaltern der Mixerkanäle stehen je nach Kanal unter anderem folgende Quellen zur Verfügung:

PC-A
Audiosignal des Computers, der am USB-Anschluss A verwendet wird.

PC-B
Audiosignal des Computers am zweiten USB-Anschluss.

Damit lässt sich der DDJ-FLX10 beispielsweise bei einem DJ-Wechsel mit zwei Computern betreiben.

Externe Zuspieler über LINE und PHONO

Neben der DJ-Software können auch externe Audiogeräte in den Mixer eingebunden werden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • CD-/Media-Player
  • zusätzliche DJ-Player
  • Plattenspieler
  • andere Line-Audioquellen

Die Kanäle 3 und 4 verfügen über entsprechende LINE-/PHONO-Umschaltungen.

Kopfhörer-Routing

Mit der CUE-Taste des jeweiligen Kanals bestimmst du, welche Quelle auf dem Kopfhörer zu hören ist.

Über:

HEADPHONES MIX

wird das Verhältnis zwischen CUE und MASTER eingestellt.

Über:

HEADPHONES LEVEL

regelst du die Kopfhörerlautstärke.

Damit kannst du beispielsweise einen neuen Titel vorhören, während über den Master-Ausgang weiterhin der aktuell laufende Titel ausgegeben wird.

Master-Routing

Das fertige Mix-Signal gelangt zum MASTER-Ausgang.

Der Signalweg ist vereinfacht:

Deck / externe Quelle → Mixerkanal → Kanal-Fader → Crossfader → MASTER → PA

Über MASTER LEVEL wird die Lautstärke des Master-Ausgangs eingestellt.

Booth-Routing

Der BOOTH-Ausgang erhält ebenfalls das DJ-Mix-Signal, besitzt jedoch eine eigene Lautstärkeregelung.

BOOTH LEVEL beeinflusst daher nicht die Lautstärke der Hauptanlage.

Das ist besonders praktisch für einen separaten DJ-Monitor.

Mikrofon-Routing

Die beiden Mikrofoneingänge werden ebenfalls über den DDJ-FLX10 verarbeitet.

Zur Verfügung stehen:

  • MIC 1 LEVEL
  • MIC 2 LEVEL
  • gemeinsamer MIC EQ
  • OFF / ON / TALKOVER

Beim Talkover-Betrieb wird das Musiksignal beim Sprechen über das Mikrofon automatisch abgesenkt.

Stems und Audio-Routing

Beim FLX10 lässt sich das Routing sogar innerhalb eines Titels verändern.

Mit den STEMS-Funktionen können:

  • Vocals
  • Drums
  • Instrumente

separat bearbeitet werden.

Im Part ISO Mode können die EQ-Regler beispielsweise zur individuellen Lautstärkesteuerung dieser drei Songbestandteile verwendet werden.

Einfaches Routing-Beispiel

Für einen typischen DJ-Einsatz kann das Audiosignal so aufgebaut sein:

Laptop mit rekordbox
↓ USB-C
DDJ-FLX10
↓
MASTER 1 XLR → Haupt-PA

Zusätzlich:

BOOTH → DJ-Monitor

und:

PHONES → Kopfhörer

Das Vorhören über Kopfhörer ist dabei vollständig vom Master-Ausgang getrennt.

Wichtig bei Audio-Problemen

Wenn kein Ton ausgegeben wird, sollte zuerst Folgendes überprüft werden:

  • Ist der DDJ-FLX10 als Audiogerät ausgewählt?
  • Ist der richtige Mixerkanal auf PC-A beziehungsweise PC-B gestellt?
  • Ist TRIM ausreichend aufgedreht?
  • Ist der Kanal-Fader geöffnet?
  • Ist MASTER LEVEL aufgedreht?
  • Ist der richtige Master-Ausgang angeschlossen?
  • Zeigen die Pegelanzeigen ein Audiosignal?
  • Ist bei Kopfhörerbetrieb die richtige CUE-Taste aktiviert?

Kurz erklärt

USB → Audio vom Computer zum FLX10
PC-A / PC-B → Auswahl des verwendeten Computers
LINE / PHONO → externe Audiogeräte
CUE → Kanal über Kopfhörer vorhören
MASTER → Hauptsignal zur PA
BOOTH → separates Monitorsignal
PHONES → Vorhörsignal
MIC → Mikrofone in den Mix integrieren

 

6. Stems / Track Separation beim Pioneer DDJ-FLX10

Eine der wichtigsten Funktionen des Pioneer DDJ-FLX10 ist die direkte Steuerung von Stems beziehungsweise Track Separation.

Dabei wird ein Titel in drei Bestandteile aufgeteilt:

  • VOCAL – Gesang
  • DRUMS – Schlagzeug und Percussion
  • INST – Instrumente wie Bass, Synthesizer und weitere musikalische Elemente

Diese drei Bereiche können während des laufenden Titels unabhängig voneinander gesteuert werden. Dadurch lassen sich spontan Mashups, Remixe und Übergänge erstellen, ohne dass die Songs vorher speziell vorbereitet werden müssen.

ACTIVE PART

Über die drei farbcodierten ACTIVE-PART-Tasten kannst du einzelne Bestandteile eines Titels ein- oder ausschalten.

Beispielsweise:

VOCAL ausschalten
→ Instrumentalversion des laufenden Titels.

DRUMS ausschalten
→ Schlagzeug wird aus dem Titel entfernt.

INST ausschalten
→ hauptsächlich Vocals und Drums bleiben übrig.

In rekordbox kann die Funktion der ACTIVE-PART-Tasten außerdem so eingestellt werden, dass sie statt der Stummschaltung einen Part gezielt solo schalten.

PART ISO

Mit PART ISO können die drei Stems nicht nur ein- oder ausgeschaltet, sondern individuell in der Lautstärke geregelt werden.

Im normalen Betrieb steuern die EQ-Regler:

  • HI
  • MID
  • LOW

die Frequenzbereiche eines Titels.

Im PART-ISO-Modus übernehmen diese Regler stattdessen die Lautstärkesteuerung der drei Track-Separation-Bestandteile:

  • INST
  • VOCAL
  • DRUMS

Damit lässt sich beispielsweise der Gesang langsam herausdrehen oder nur der Drum-Part reduzieren.

Zwischen EQ und PART ISO wechseln

Am Mixer kann zwischen dem normalen EQ-Modus und PART ISO gewechselt werden.

Im EQ-Modus:

HI / MID / LOW → Frequenzregelung

Im PART-ISO-Modus:

EQ-Regler → Lautstärke der einzelnen Stems

Der Hardware-Belegungsplan des DDJ-FLX10 bestätigt, dass die EQ-Regler im PART-ISO-Modus für INST, Vocal und Drums verwendet werden.

FX PART SELECT

Mit FX PART SELECT bestimmst du, auf welchen Bestandteil eines Titels ein Effekt angewendet werden soll.

Zur Auswahl stehen:

  • VOCAL
  • DRUMS
  • INST

Dadurch kann beispielsweise ein Echo nur auf den Gesang gelegt werden, während Drums und Instrumente unverändert weiterlaufen.

Die Auswahl funktioniert sowohl für Beat FX als auch für bestimmte Sound Color FX.

Beispiel

Ein Titel läuft vollständig:

VOCAL + DRUMS + INST

Du aktivierst über FX PART SELECT nur:

VOCAL

und verwendest anschließend einen Beat FX.

Der Effekt wird dann gezielt auf den Vocal-Part angewendet, während Drums und Instrumente weitgehend unbeeinflusst bleiben.

PART INSTANT DOUBLES

Eine weitere kreative Funktion ist PART INSTANT DOUBLES.

Damit kannst du einen einzelnen Stem eines laufenden Titels auf ein anderes Deck übertragen.

Beispiel:

Deck 1: kompletter Titel
Deck 2: nur der Vocal-Part desselben Titels

Anschließend kannst du den Vocal-Part unabhängig bearbeiten und beispielsweise mit einem anderen Instrumental kombinieren.

Live-Mashups erstellen

Die Stems-Funktionen eignen sich besonders für spontane Mashups.

Beispielsweise:

Deck 1: Instrumental + Drums von Titel A
Deck 2: Vocals von Titel B

So können während eines DJ-Sets Kombinationen entstehen, ohne vorher spezielle Mashup-Dateien produzieren zu müssen. Pioneer beschreibt genau diesen Live-Mashup-Einsatz als einen der zentralen Anwendungsfälle der FLX10-Stems-Funktionen.

rekordbox und Serato DJ Pro

Der DDJ-FLX10 unterstützt Stem-Funktionen sowohl mit rekordbox als auch mit Serato DJ Pro.

Die Bezeichnung und einzelne Bedienfunktionen können je nach Software etwas unterschiedlich sein. Der Grundgedanke bleibt jedoch gleich:

Vocals, Drums und Instrumente getrennt steuern.

Qualität der Track Separation

Die einzelnen Stems werden von der verwendeten DJ-Software berechnet. Das Ergebnis hängt deshalb unter anderem von:

  • der verwendeten Software,
  • der Audioqualität des Titels,
  • der musikalischen Produktion,
  • und der Rechenleistung des Computers

ab.

Bei manchen Songs lassen sich Vocals oder Instrumente sehr sauber isolieren, während bei anderen Titeln leichte Klangreste hörbar bleiben können.

Praktische Einsatzmöglichkeiten

Stems eignen sich besonders für:

  • Live-Mashups
  • Acapella-Übergänge
  • Instrumental-Übergänge
  • Vocal-Wechsel zwischen zwei Songs
  • Drum-Loops
  • kreative Breaks
  • Effekte nur auf Vocals oder Drums
  • spontane Remixe während eines DJ-Sets

Kurz erklärt

ACTIVE PART → Vocal, Drums oder Inst ein-/ausschalten
PART ISO → Lautstärke der drei Parts getrennt regeln
FX PART SELECT → Effekt gezielt auf bestimmte Parts anwenden
PART INSTANT DOUBLES → einzelnen Part auf ein anderes Deck übernehmen
VOCAL → Gesang
DRUMS → Schlagzeug/Percussion
INST → Instrumente, Bass und Synthesizer

 

7. DMX- und Lichtsteuerung mit rekordbox beim Pioneer DDJ-FLX10

Der Pioneer DDJ-FLX10 besitzt einen integrierten DMX-Ausgang für die Lichtsteuerung mit rekordbox. Dadurch kann eine kompatible DMX-Lichtanlage direkt mit dem Controller verbunden werden – eine zusätzliche externe DMX-Schnittstelle ist dafür nicht erforderlich.

Was wird benötigt?

Für die Lichtsteuerung brauchst du:

  • einen Pioneer DDJ-FLX10
  • einen Computer mit rekordbox
  • DMX-kompatible Scheinwerfer oder Lichteffekte
  • passende DMX-Kabel
  • eine korrekt eingerichtete Lichtbibliothek beziehungsweise Fixture-Zuordnung in rekordbox

DMX-Verbindung herstellen

Der grundsätzliche Aufbau lautet:

Computer mit rekordbox
↓ USB
DDJ-FLX10
↓ DMX OUT
erstes DMX-Lichtgerät
↓ DMX THRU/OUT
weitere DMX-Geräte

Die Lichtgeräte werden dabei wie bei einer normalen DMX-Verkabelung hintereinander verbunden.

DMX-Ausgang des FLX10

Auf der Rückseite des DDJ-FLX10 befindet sich ein eigener DMX-Ausgang.

Dieser ist speziell für den rekordbox Lighting Mode vorgesehen. Laut Pioneer können darüber Farbe, Helligkeit und Bewegungen der angeschlossenen Geräte passend zur Musik gesteuert werden.

Lichtgeräte in rekordbox einrichten

Bevor die automatische Lichtsteuerung funktioniert, müssen die verwendeten Geräte in rekordbox eingerichtet werden.

Dabei wird unter anderem festgelegt:

  • welches Lichtgerät verwendet wird
  • welche DMX-Adresse das Gerät besitzt
  • welcher Fixture-Typ verwendet wird
  • welche DMX-Kanäle zur Verfügung stehen

Die DMX-Adresse in rekordbox muss mit der am jeweiligen Scheinwerfer eingestellten Adresse übereinstimmen.

Automatische Lichtsteuerung

rekordbox kann die Musik analysieren und daraus automatisch passende Lichtabläufe erzeugen.

Je nach Titel können beispielsweise:

  • Farben wechseln
  • Moving Heads bewegt werden
  • Helligkeiten verändert werden
  • Breakdowns ruhiger dargestellt werden
  • Drops mit stärkeren Lichtbewegungen unterstützt werden

Pioneer beschreibt ausdrücklich, dass rekordbox die Dynamik von Tracks wie Breakdowns und Drops erkennen und die Lichtshow entsprechend automatisch steuern kann.

Lichtshow passend zur Musik

Der Vorteil besteht darin, dass du nicht jede einzelne Szene während des Auflegens manuell auslösen musst.

Der Signalweg ist vereinfacht:

rekordbox analysiert den Titel
↓
Lighting-Funktion erzeugt Lichtbefehle
↓
DDJ-FLX10 gibt DMX-Daten aus
↓
Lichtgeräte reagieren passend zur Musik

Licht manuell über Performance Pads auslösen

Neben der automatischen Steuerung können beim DDJ-FLX10 auch die Performance Pads für bestimmte Lichtreaktionen konfiguriert werden.

Dadurch kannst du während des Sets bestimmte Lichtaktionen gezielt manuell auslösen. Pioneer zeigt diese Möglichkeit ebenfalls in seinen FLX10-Tutorials.

Beispiel für eine kleine Lichtanlage

Ein mögliches Setup:

DDJ-FLX10 DMX OUT
↓
LED-PAR 1 – DMX-Adresse 001
↓
LED-PAR 2 – nächste freie Adresse
↓
Moving Head 1
↓
Moving Head 2

Wichtig ist, dass sich die DMX-Adressbereiche der Geräte nicht unbeabsichtigt überschneiden.

Automatik oder eigene Lichtshow?

Mit rekordbox kannst du grundsätzlich zwei Wege nutzen:

Automatisch
Die Software passt Farben und Bewegungen anhand der analysierten Musik an.

Individuell
Du kannst eigene Lichtreaktionen und Einstellungen erstellen und an dein Setup anpassen.

Damit lässt sich das System sowohl für eine einfache mobile Lichtanlage als auch für umfangreichere Setups verwenden.

Wichtig bei Moving Heads und Effekten

Damit Moving Heads oder andere Mehrkanalgeräte korrekt reagieren, muss das richtige Fixture-Profil verwendet werden.

Stimmen Fixture-Profil oder DMX-Modus nicht mit dem Gerät überein, können beispielsweise:

  • falsche Farben erscheinen,
  • Pan/Tilt falsch reagieren,
  • Dimmer oder Strobe nicht korrekt funktionieren,
  • oder einzelne Funktionen gar nicht ansprechbar sein.

DMX-Abschluss bei längeren Leitungen

Bei größeren Lichtaufbauten kann am letzten Gerät ein DMX-Terminator sinnvoll sein. Er hilft dabei, Reflexionen und Störungen auf längeren DMX-Leitungen zu vermeiden.

Kein Ersatz für jede professionelle Lichtsteuerung

Die rekordbox-Lighting-Funktion ist besonders praktisch, wenn die Lichtshow weitgehend automatisch der Musik folgen soll.

Wer sehr komplexe Shows mit zahlreichen individuellen Szenen, exakt programmierten Bewegungen und umfangreichen Effektabläufen benötigt, verwendet häufig weiterhin eine eigenständige DMX-Lösung.

Kurz erklärt

rekordbox → analysiert Musik und erzeugt die Lichtsteuerung
USB → verbindet Computer und DDJ-FLX10
DMX OUT → sendet die Lichtbefehle
Fixture-Profil → beschreibt das jeweilige Lichtgerät
DMX-Adresse → legt den Steuerbereich des Gerätes fest
Automatik → Licht folgt der Musik
Performance Pads → zusätzliche Lichtreaktionen manuell auslösen

 

8. Firmware und Updates beim Pioneer DDJ-FLX10

Damit der Pioneer DDJ-FLX10 zuverlässig funktioniert und mit aktuellen Versionen von rekordbox oder Serato DJ Pro kompatibel bleibt, sollte regelmäßig geprüft werden, ob eine neue Firmware, ein aktueller Treiber oder eine neue Version der DJ-Software verfügbar ist.

Aktuelle Firmware-Version

Stand Oktober 2026 ist auf der offiziellen Pioneer-DJ-Supportseite weiterhin die Firmware-Version 1.13 als aktuelle Version für den DDJ-FLX10 aufgeführt.

Sie wurde am 29. Oktober 2024 veröffentlicht. Mit diesem Update wurde unter anderem die automatische Abschaltzeit bei aktivierter Energieverwaltung auf 20 Minuten geändert. Außerdem wurde die bisherige Bezeichnung Auto Standby beziehungsweise Auto Power-Off in Power Management geändert.

Warum sollte die Firmware aktuell sein?

Firmware-Updates können:

  • Fehler beheben
  • Funktionen verbessern
  • die Stabilität erhöhen
  • die Kompatibilität mit rekordbox oder Serato verbessern
  • Änderungen an Gerätefunktionen enthalten

Pioneer empfiehlt ausdrücklich, den DDJ-FLX10 mit der aktuellen Firmware und den passenden Treibern zu verwenden.

Firmware-Version überprüfen

Die installierte Version kann über das DDJ-FLX10 Setting Utility beziehungsweise während des Firmware-Update-Vorgangs überprüft werden.

Vor einem Update solltest du immer kontrollieren:

Current Version → aktuell installierte Firmware
Update Version → Version des heruntergeladenen Updates

Ist bereits dieselbe Version installiert, ist normalerweise kein Firmware-Update erforderlich.

Firmware herunterladen

Firmware ausschließlich von der offiziellen Pioneer-DJ-/AlphaTheta-Supportseite herunterladen.

Für den DDJ-FLX10 werden separate Update-Dateien für:

  • Windows
  • macOS

bereitgestellt.

Firmware aktualisieren

Der grundsätzliche Ablauf:

  1. Die passende Firmware-Datei  hier herunterladen.
  2. ZIP-Datei entpacken beziehungsweise Installationsdatei öffnen.
  3. Alle anderen Programme am Computer schließen.
  4. DDJ-FLX10 mit dem Computer verbinden.
  5. Firmware-Updater starten.
  6. Angezeigte Firmware-Versionen kontrollieren.
  7. Start auswählen.
  8. Warten, bis der Updatevorgang vollständig abgeschlossen ist.
  9. Controller anschließend neu starten.

Pioneer weist ausdrücklich darauf hin, während des Updates das USB-Kabel nicht zu trennen. Bei einem Laptop wird außerdem empfohlen, das Netzteil anzuschließen.

Wichtig während des Updates

Während die Firmware übertragen wird:

  • DDJ-FLX10 nicht ausschalten
  • USB-Verbindung nicht trennen
  • Computer nicht herunterfahren
  • Updater nicht schließen
  • Laptop möglichst am Netzteil betreiben

Ein unterbrochener Firmware-Vorgang kann dazu führen, dass der Controller anschließend nicht ordnungsgemäß startet.

Windows-Treiber

Für Windows stellt Pioneer zusätzlich einen speziellen DDJ-FLX10 Audio Driver bereit.

Auf der offiziellen Supportseite wird derzeit:

Windows Driver Version 1.100

aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgte am 23. März 2023.

Der Treiber sorgt dafür, dass Windows den DDJ-FLX10 korrekt als Audio- und DJ-Gerät verwenden kann.

macOS

Für macOS steht das DDJ-FLX10 Setting Utility zur Verfügung.

Die offizielle Supportseite listet derzeit:

Setting Utility Version 1.0.0

vom 23. März 2023.

Je nach verwendeter Software und macOS-Version werden nicht dieselben Treiber wie unter Windows benötigt.

rekordbox und Serato ebenfalls aktualisieren

Nicht nur die Controller-Firmware sollte aktuell gehalten werden.

Regelmäßig prüfen:

  • DDJ-FLX10 Firmware
  • rekordbox
  • Serato DJ Pro
  • Windows-/macOS-Kompatibilität
  • Audio-Treiber
  • gegebenenfalls Setting Utility

Gerade nach größeren Betriebssystem-Updates sollte zuerst geprüft werden, ob die verwendete DJ-Software und der DDJ-FLX10 offiziell unterstützt werden.

Firmware Update Manager

Pioneer bietet außerdem einen Firmware Update Manager an. Dieser kann darauf hinweisen, wenn für unterstützte Geräte eine neue Firmware verfügbar ist.

Update nicht unmittelbar vor einer Veranstaltung durchführen

Ein Firmware-, Betriebssystem- oder größeres Software-Update sollte möglichst nicht erst kurz vor einer Veranstaltung installiert werden.

Sinnvoller Ablauf:

Update installieren → Controller neu starten → rekordbox/Serato starten → Audio testen → Kopfhörer testen → Mikrofon testen → sämtliche Decks und Funktionen kontrollieren

So bleibt ausreichend Gelegenheit, mögliche Kompatibilitätsprobleme frühzeitig zu erkennen.

Kurz erklärt

Firmware → interne Betriebssoftware des DDJ-FLX10
Aktuelle Firmware → Version 1.13
Treiber → Verbindung und Audio-Kommunikation mit Windows
Setting Utility → Einstellungen und Geräteinformationen
Firmware Update Manager → Hinweise auf neue Firmware
rekordbox/Serato → ebenfalls regelmäßig aktualisieren

Grundregel: Vor wichtigen Veranstaltungen nur getestete und stabile Versionen verwenden.

 

9. Tasten und Funktionen beim Pioneer DDJ-FLX10 erklärt

Der Pioneer DDJ-FLX10 ist ein 4-Kanal-DJ-Controller mit zahlreichen Bedienelementen für Mixing, Performance, Effekte, Stems und Browsing. Die wichtigsten Tasten und Regler lassen sich in mehrere Bereiche einteilen.

1. Deck-Bereich

Jede Seite des Controllers besitzt einen eigenen Deck-Bereich.

Wichtige Bedienelemente:

  • PLAY/PAUSE – Titel starten oder pausieren
  • CUE – Cue-Punkt setzen und Titel vorhören
  • JOG WHEEL – Scratchen, Pitch-Bend und Track-Navigation
  • TEMPO-FADER – Geschwindigkeit beziehungsweise BPM verändern
  • KEY SYNC – Tonart automatisch anpassen
  • KEY RESET – ursprüngliche Tonart wiederherstellen
  • BEAT SYNC – BPM und Beatgrid mit einem anderen Deck synchronisieren
  • MASTER – Deck als Sync-Master festlegen

2. Performance Pads

Unter jedem Jogwheel befinden sich acht Performance Pads.

Je nach gewähltem Pad-Modus können sie verschiedene Funktionen übernehmen, zum Beispiel:

  • HOT CUE
  • PAD FX
  • BEAT JUMP
  • SAMPLER
  • KEYBOARD
  • STEMS
  • BEAT LOOP

Damit lassen sich während des Sets Cue-Punkte, Samples, Effekte und Sprünge im Titel direkt auslösen.

3. Stems-Bedienelemente

Der DDJ-FLX10 besitzt eigene Bedienelemente für Track Separation.

Dazu gehören:

  • VOCAL
  • DRUMS
  • INST
  • PART ISO
  • FX PART SELECT
  • PART INSTANT DOUBLES

Damit können einzelne Bestandteile eines Songs getrennt gesteuert und für Mashups oder kreative Übergänge verwendet werden.

4. Mixerbereich

Der zentrale Mixer besitzt vier Kanäle.

Jeder Kanal verfügt über:

  • TRIM – Eingangspegel
  • HI – Höhen
  • MID – Mitten
  • LOW – Bässe
  • COLOR – Sound Color FX
  • CUE – Kanal über Kopfhörer vorhören
  • CHANNEL FADER – Kanallautstärke
  • CROSSFADER ASSIGN – Zuordnung zum Crossfader

5. Crossfader

Der Crossfader befindet sich unten in der Mitte.

Er blendet zwischen den zugewiesenen Kanälen beziehungsweise Decks über.

Typische Nutzung:

  • schnelle Übergänge
  • Scratch-Techniken
  • Wechsel zwischen zwei Decks

6. Beat FX

Rechts im Mixer befindet sich der Beat-FX-Bereich.

Hier kannst du unter anderem:

  • einen Effekt auswählen
  • den Zielkanal bestimmen
  • die Beat-Länge einstellen
  • den Effekt ein- oder ausschalten
  • die Effektstärke über LEVEL/DEPTH regeln

Typische Effekte sind beispielsweise:

  • Echo
  • Reverb
  • Flanger
  • Delay
  • Roll

7. Sound Color FX

Jeder Mixerkanal besitzt einen COLOR-Regler.

Je nach gewähltem Sound Color FX können damit zum Beispiel Filter oder andere klangliche Effekte gesteuert werden.

8. Browser-Bereich

Im oberen mittleren Bereich befindet sich die Titel-Navigation.

Wichtige Bedienelemente:

  • BROWSE-Drehregler – durch Musikbibliothek und Menüs navigieren
  • BACK – eine Menüebene zurück
  • VIEW – Ansicht wechseln
  • LOAD – Titel auf ein Deck laden
  • TAG TRACK – Titel markieren
  • PLAYLIST PALETTE – Playlist-Funktionen aufrufen

Die BACK-Taste wird außerdem für den Utility-/Einstellungsmodus verwendet.

9. Deck 1 bis 4

Der DDJ-FLX10 kann vier Decks steuern.

Mit der Deck-Umschaltung wechselst du zwischen:

  • Deck 1
  • Deck 2
  • Deck 3
  • Deck 4

So lassen sich vier Titel gleichzeitig verwalten und mischen.

10. Kopfhörer-Bereich

Der Kopfhörerbereich enthält:

  • HEADPHONES MIX – Verhältnis zwischen CUE und MASTER
  • HEADPHONES LEVEL – Kopfhörerlautstärke
  • CUE-Tasten pro Kanal – gewünschte Kanäle vorhören

11. Master- und Booth-Regler

Für die Ausgangslautstärke stehen getrennte Regler zur Verfügung:

  • MASTER LEVEL – Lautstärke der Hauptanlage
  • BOOTH LEVEL – Lautstärke des DJ-Monitors

12. Mikrofon-Bereich

Der Mikrofonbereich bietet:

  • MIC 1 LEVEL
  • MIC 2 LEVEL
  • MIC EQ HI
  • MIC EQ LOW
  • OFF
  • ON
  • TALKOVER

Mit TALKOVER wird die Musik beim Sprechen automatisch abgesenkt.

13. Input Selector

Über die Eingangswahlschalter der Mixerkanäle kannst du die Signalquelle bestimmen.

Je nach Kanal stehen unter anderem zur Verfügung:

  • PC-A
  • PC-B
  • LINE
  • PHONO

Damit können sowohl Computer als auch externe Player oder Plattenspieler verwendet werden.

14. Jog Displays

In den Jogwheels befinden sich Displays.

Je nach Software und Einstellung können dort unter anderem angezeigt werden:

  • BPM
  • Track-Position
  • Waveform
  • Cue-Punkte
  • Deck-Informationen
  • Zeitinformationen

Kurz erklärt

PLAY/PAUSE → Titel starten
CUE → Cue-Punkt und Vorhören
JOG WHEEL → Scratchen und Pitch-Bend
TEMPO → BPM ändern
PERFORMANCE PADS → Hot Cues, Samples, Stems und weitere Funktionen
TRIM → Eingangspegel
EQ → Höhen, Mitten und Bässe
COLOR → Sound Color FX
CHANNEL FADER → Kanallautstärke
CROSSFADER → zwischen Decks überblenden
BEAT FX → rhythmische Effekte
BROWSE → Musik auswählen
MASTER LEVEL → Hauptlautstärke
BOOTH LEVEL → Monitorlautstärke
MIC → Mikrofonsteuerung

 

10. Fehlersuche und Problemlösungen beim Pioneer DDJ-FLX10

Auch beim Pioneer DDJ-FLX10 können gelegentlich Verbindungs-, Audio- oder Softwareprobleme auftreten. Viele Fehler lassen sich jedoch mit wenigen Kontrollen schnell eingrenzen.

1. DDJ-FLX10 wird vom Computer nicht erkannt

Wenn der Controller nicht erkannt wird:

  • USB-C-Kabel kontrollieren
  • nach Möglichkeit das mitgelieferte oder ein hochwertiges Datenkabel verwenden
  • einen anderen USB-Anschluss am Computer ausprobieren
  • USB-Hubs testweise entfernen
  • DDJ-FLX10 aus- und wieder einschalten
  • rekordbox oder Serato DJ Pro neu starten
  • Computer neu starten
  • aktuelle Firmware und Treiber installieren

Wichtig: Nicht jedes USB-C-Kabel überträgt zuverlässig Daten.

2. „NO AUDIO DRIVER“ wird angezeigt

Erscheint auf dem DDJ-FLX10 die Meldung:

NO AUDIO DRIVER

sollte unter Windows zuerst geprüft werden, ob der DDJ-FLX10 Audio Driver korrekt installiert wurde.

Außerdem müssen die Eingangswahlschalter der verwendeten Mixerkanäle zum verwendeten USB-Anschluss passen:

PC-A / USB A
oder
PC-B / USB B

Pioneer nennt genau diese beiden Punkte als typische Ursache für die Meldung „NO AUDIO DRIVER“.

3. Kein Ton aus der Anlage

Wenn der Controller funktioniert, aber kein Ton aus MASTER kommt:

  1. Prüfen, ob ein Titel läuft.
  2. TRIM des verwendeten Kanals kontrollieren.
  3. Kanal-Fader öffnen.
  4. Crossfader-Zuordnung prüfen.
  5. MASTER LEVEL aufdrehen.
  6. Eingangswahlschalter auf die richtige Quelle stellen.
  7. XLR- beziehungsweise Cinch-Verbindung prüfen.
  8. Lautsprecher oder PA einschalten und Eingang kontrollieren.

In rekordbox sollte außerdem unter:

Voreinstellungen → Audio

der DDJ-FLX10 als Audiogerät ausgewählt sein.

Unter Windows nennt Pioneer beispielsweise:

Audio Device: DDJ-FLX10 ASIO
Master Output: DDJ-FLX10 ASIO : MASTER
Headphones Output: DDJ-FLX10 ASIO : PHONES

4. Controller reagiert, aber trotzdem kein Audio

Wenn Jogwheels, Pads und Fader funktionieren, aber kein Ton kommt, ist häufig nicht die MIDI-Steuerung, sondern das Audio-Routing falsch eingestellt.

Kontrollieren:

  • richtiges Audiogerät
  • richtige Master-Ausgabe
  • richtige Kopfhörer-Ausgabe
  • PC-A beziehungsweise PC-B
  • Kanal-Fader
  • TRIM
  • MASTER LEVEL

5. Kein Ton auf dem Kopfhörer

Wenn auf dem Kopfhörer nichts zu hören ist:

  • gewünschte CUE-Taste am Kanal aktivieren
  • HEADPHONES LEVEL erhöhen
  • HEADPHONES MIX Richtung CUE stellen
  • Kopfhörer vollständig einstecken
  • 3,5-mm- beziehungsweise 6,3-mm-Anschluss kontrollieren
  • in der DJ-Software die Kopfhörer-Ausgabe überprüfen

6. Kopfhörer gibt nur Master wieder

Wenn du einen Titel vorhören möchtest, aber nur das Master-Signal hörst:

HEADPHONES MIX → Richtung CUE drehen

und anschließend die CUE-Taste des gewünschten Kanals aktivieren.

7. Master funktioniert, Booth aber nicht

Prüfen:

  • BOOTH LEVEL aufgedreht?
  • Kabel richtig angeschlossen?
  • linker und rechter Booth-Ausgang verwendet?
  • Monitorlautsprecher eingeschaltet?
  • Eingang des Monitors korrekt gewählt?

Der Booth-Ausgang besitzt eine eigene Lautstärkeregelung und ist vom MASTER LEVEL getrennt.

8. Mikrofon funktioniert nicht

Bei Mikrofonproblemen kontrollieren:

  • Mikrofon korrekt angeschlossen?
  • MIC 1 LEVEL / MIC 2 LEVEL aufgedreht?
  • Mikrofonschalter auf ON oder TALKOVER?
  • Mikrofon selbst eingeschaltet?
  • Funkempfänger korrekt angeschlossen?
  • Ausgangspegel des Funkempfängers ausreichend?

Bei OFF wird kein Mikrofonsignal ausgegeben.

9. Musik wird beim Sprechen plötzlich leiser

Das ist normalerweise kein Fehler.

Wenn der Mikrofon-Schalter auf:

TALKOVER

steht, wird die Musik beim Sprechen automatisch abgesenkt.

Soll das nicht passieren:

TALKOVER → ON

umschalten.

10. Jogwheel-Display zeigt nicht richtig an

Bei Problemen mit den Jog-Displays:

  • rekordbox beziehungsweise Serato aktualisieren
  • Firmware des DDJ-FLX10 prüfen
  • Controller neu starten
  • USB-Verbindung überprüfen
  • DJ-Software neu starten

Pioneer empfiehlt bei Displayproblemen ebenfalls, zunächst aktuelle Firmware und eine aktuelle Version der verwendeten DJ-Software zu installieren.

11. Deck 3 oder Deck 4 reagiert nicht

Prüfen:

  • korrekt auf Deck 3 beziehungsweise 4 umgeschaltet?
  • Titel tatsächlich auf dem betreffenden Deck geladen?
  • Eingangswahlschalter richtig eingestellt?
  • Kanal-Fader des entsprechenden Mixerkanals geöffnet?
  • Software auf 4-Deck-Betrieb eingestellt?

12. Performance Pads reagieren nicht wie erwartet

Kontrollieren, welcher PAD MODE aktiviert ist.

Je nach Modus können die Pads beispielsweise steuern:

  • Hot Cue
  • Pad FX
  • Beat Jump
  • Sampler
  • Keyboard
  • Stems
  • Beat Loop

Ein Pad kann daher je nach gewähltem Modus völlig unterschiedliche Funktionen ausführen.

13. Stems funktionieren nicht richtig

Bei Problemen mit:

  • VOCAL
  • DRUMS
  • INST
  • PART ISO
  • FX PART SELECT

zuerst prüfen:

  • aktuelle rekordbox-/Serato-Version
  • aktuelle Firmware
  • Stems beziehungsweise Track Separation in der Software aktiviert
  • Computer ausreichend leistungsfähig
  • Titel vollständig analysiert

Die Qualität der Stem-Trennung kann außerdem von Titel zu Titel unterschiedlich sein.

14. Effekte funktionieren nicht

Bei Beat FX kontrollieren:

  • richtigen Effekt ausgewählt
  • richtigen Kanal ausgewählt
  • FX auf ON
  • LEVEL/DEPTH aufgedreht
  • Beat-Länge sinnvoll eingestellt
  • bei Stems FX PART SELECT kontrollieren

15. rekordbox erkennt den FLX10, Serato aber nicht

Prüfen:

  • aktuelle Serato-DJ-Pro-Version
  • FLX10 vor oder nach Softwarestart erneut verbinden
  • anderes USB-Kabel testen
  • anderen USB-Port verwenden
  • Firmware kontrollieren
  • unter Windows Audio-Treiber prüfen

Der DDJ-FLX10 wird von Serato DJ Pro als unterstützte Hardware erkannt und schaltet Serato DJ Pro beim Anschluss frei.

16. Audio knackt oder setzt aus

Knacken, Stottern oder Aussetzer können auf ein Computer- oder USB-Problem hindeuten.

Mögliche Maßnahmen:

  • Audio-Puffer erhöhen
  • andere Programme schließen
  • WLAN/Bluetooth testweise deaktivieren
  • Energiesparmodus abschalten
  • USB-Hub vermeiden
  • anderes USB-Kabel testen
  • Computer am Netzteil betreiben
  • Treiber aktualisieren

Den Audio-Puffer nicht unnötig klein einstellen. Ein sehr niedriger Buffer reduziert zwar die Latenz, erhöht aber die Belastung des Computers.

17. Verzögerung beim Jogwheel oder bei den Pads

Eine spürbare Verzögerung kann ebenfalls durch einen zu hohen Audio-Puffer oder eine hohe Systemlast entstehen.

Hier muss ein sinnvoller Kompromiss gefunden werden:

kleiner Buffer → geringere Latenz, höhere Belastung

größerer Buffer → höhere Stabilität, etwas mehr Latenz

18. DMX-Licht reagiert nicht

Bei der rekordbox-Lichtsteuerung kontrollieren:

  • DMX-Kabel richtig angeschlossen?
  • DMX OUT des FLX10 verwendet?
  • Fixture in rekordbox eingerichtet?
  • richtige DMX-Adresse?
  • richtiger DMX-Modus?
  • Fixture-Profil passend?
  • Geräte eingeschaltet?
  • keine unbeabsichtigten Adressüberschneidungen?

19. Nach einem Update funktioniert etwas nicht mehr

Nach einem Firmware-, rekordbox-, Serato-, Windows- oder macOS-Update:

  1. Controller neu starten.
  2. Computer neu starten.
  3. aktuelle Treiber prüfen.
  4. Software-Kompatibilität prüfen.
  5. Audio-Einstellungen kontrollieren.
  6. alle Funktionen testen.

Größere Updates daher möglichst nicht unmittelbar vor einer Veranstaltung durchführen.

20. Komplett-Check vor einer Veranstaltung

Vor dem Einsatz empfiehlt sich ein kurzer Funktionstest:

✅ Controller wird erkannt
✅ beide Jogwheels funktionieren
✅ Deck 1–4 funktionieren
✅ Master-Ausgang funktioniert
✅ Booth funktioniert
✅ Kopfhörer/CUE funktioniert
✅ Mikrofon funktioniert
✅ Performance Pads funktionieren
✅ Stems funktionieren
✅ Effekte funktionieren
✅ DMX/Licht funktioniert
✅ Firmware und Software sind getestet

Schnellhilfe bei „Kein Ton“

Wenn plötzlich kein Ton mehr kommt, zuerst diese Reihenfolge prüfen:

Titel läuft → PC-A/PC-B → TRIM → Kanal-Fader → Crossfader → MASTER LEVEL → Audiogerät → MASTER OUT → PA

Damit lassen sich viele typische Audiofehler beim DDJ-FLX10 innerhalb weniger Minuten eingrenzen.

Kurz erklärt

Controller nicht erkannt → USB, Kabel, Treiber prüfen
NO AUDIO DRIVER → Audiotreiber und PC-A/PC-B prüfen
kein Master-Ton → Audio-Routing, Fader und MASTER LEVEL prüfen
kein Kopfhörer → CUE und HEADPHONES MIX prüfen
kein Mikrofon → MIC LEVEL und ON/TALKOVER prüfen
Displayproblem → Firmware und DJ-Software aktualisieren
Audioaussetzer → Buffer, USB und Systemlast prüfen
DMX funktioniert nicht → Fixture, Adresse und DMX-Verbindung prüfen

0%